Berichte aus der Fakultät

Gastbericht von Prof. Dr. Werner Jung ALEG-Kongress in Buenos Aires

Argentinien 1

Zwischen dem 27.11. und 1. 12. 2017 hat in Buenos Aires der 16. ALEG-Kongress, der Kongress der Vereinigung der lateinamerikanischen Germanisten, stattgefunden. In weit über 100 Vorträgen in unterschiedlichen, nebeneinander stattfindenden Sektionen ist über Fachprobleme von methodisch-methodologischer Ausrichtung in der Linguistik, der Alt- wie Neugermanistik über Aspekte von DaZ/DaF bis zu inhaltlichen Einzelaspekten, sei’s etwa die „Verbesserung des Hörverstehens der Deutschstudierenden an der Universidad de Concepcion durch autonomes Lernen“  oder sei’s „Dieter Roths Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Werke in 20 Bänden – Literatur schwer verdaulich?“, diskutiert worden. Aus ganz Lateinamerika sind neben einzelnen Teilnehmern aus Deutschland,  der Schweiz und Österreich Hochschullehrer und Lektoren in Buenos Aires zusammengekommen, um in Plenarvorträgen und Plenarsitzungen, auf Podiumsdiskussionen und bei Einzelveranstaltungen (u. a. mit renommierten Schriftstellern wie Uwe Timm oder Ulrich Peltzer) „Neuorientierungen – Neue Perspektiven“ der (Auslands-)Germanistik, aber auch des Faches ganz allgemein zu besprechen. Auf Einladung Prof. Dr. Miguel Veddas (Universität Buenos Aires), des amtierenden  ALEG-Vorsitzenden, mit dem ihn eine 20jährige enge Kollegialität verbindet, ist Prof. Dr. Werner Jung (Germanistik) zusammen mit Dr. Andrea Schäfer (DaZ/DaF) zum Kongress eingeladen worden, um den Abschlussvortrag zu halten, bei dem er das derzeitige, gemeinsam mit dem Kollegen Prof. Dr. Rolf Parr von der DFG geförderte Projekt einer „Literaturgeschichte des Ruhrgebiets seit 1960“ samt den Möglichkeiten einer Neuorientierung der (nicht nur deutschen) Literaturgeschichtsschreibung unter regionaler Perspektive in einem Plenarvortrag vorgestellt hat.  (WERNER JUNG)

Zu Gast in Korea: 2. Vortragsreise vom 13.­–21. 11. 2017

Gruppenfoto Korea2


Auf Einladung dreier Institute reisten Dr. Andrea Schäfer (Daz/Daf) und Prof. Dr. Werner Jung (Germanistik – Literaturwissenschaft) vom 13. bis zum 21. Oktober nach Südkorea, um dort Gastvorträge bzw. den Eröffnungsvortrag zur Jahrestagung der südkoreanischen Germanistenvereinigung zu halten. Bereits im letzten Jahres hatten die beiden das Land besucht und dort  Kontakte zu verschiedenen Universitäten geknüpft (wir berichteten). Die diesjährige Reise stand unter anderem im Zeichen von Heinrich Böll, der 2017 100 Jahre alt geworden wäre.

Zunächst hielt Prof. Jung auf Einladung von Herrn Prof. Dr. Moon-gyoo Choi von der Yonsei University, Koreas größter Privatuniversität, einen Vortrag über die aktuelle Bedeutung des ungarischen Literaturtheoretikers und Philosophen Georg Lukács unter dem Titel Von der Utopie zur Ontologie. Die Germanistik-Abteilung der Seoul National University, vertreten durch Frau Prof. Dr. Sinae Lee und Herrn Prof. Dr. Sang Hwan Seong, hatte Werner Jung zudem gebeten, anlässlich des 100. Geburtstags von Nobelpreisträger Heinrich Böll eine Präsentation zu dessen Leben und Werk für die Studierenden zu halten.
Die mahnende und warnende Wirkung dieses in seiner Lebenszeit prägenden deutschen Schriftstellers und Intellektuellen war auch eines der zentralen Themen beim Jahrestreffen der verschiedenen Germanistenverbände Südkoreas. Unter der Überschrift Die vierte industrielle Revolution und der Mensch fand es 2017 an der Universität von Busan in Koreas zweitgrößter (Hafen-)Stadt statt; Ausrichter und Koordinator war Herr Prof. Dr. Jeong (Busan). Verschiedene Beiträge der mehrtägigen Konferenz widmeten sich Bölls Werk und seinem Credo: „Erinnerung ist unsere Aufgabe“. In seinem Eröffnungsreferat „6. September 1958“ deutete Werner Jung Bölls Roman „Billard um halbzehn“ als modernen Beitrag zum Zeitroman.
Dr. Andrea Schäfer und Prof. Jung konnten während ihrer Reise erneut eine Vielzahl von fruchtbaren Kontakten knüpfen und gemeinsame Projekte mit den koreanischen Partnern auf den Weg bringen. So gibt es konkrete Überlegungen zu einem Tandem-Projekt zwischen Studierenden aus Korea und von der UDE. Die ersten Vorgespräche für den nächsten Korea-Besuch mit Themen aus der Literaturwissenschaft sowie aus dem Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) im kommenden Jahr haben bereits stattgefunden.
wj/mca, 26.10.17

(c) Fotos: Andrea Schäfer