Linguistic practices of coal mining communities in the post-industrial era: variation, documentation, representation, regeneration

Projektbeteiligte Januar 2026

Sprachliche Praktiken von Kohlebergbau-Gemeinschaften im postindustriellen Zeitalter: Variation, Dokumentation, Repräsentation, Regeneration

Die Sprache der Bergleute erfährt selten die gleiche kulturelle Wertschätzung wie materielle Zeugnisse des Bergbaus, etwa Werkzeuge oder Maschinen. Mit dem Niedergang der Kohleindustrie in großen Teilen Europas stehen Bergleute und ihre Gemeinschaften vor tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen, wodurch ihr einzigartiges sprachliches Erbe akut vom Verschwinden bedroht ist.

Dieses internationale Projekt widmet sich der Untersuchung der
bergbauspezifischen Sprache anhand eines Vergleichs zwischen dem Ruhrgebiet (Deutschland) und den East Midlands (Großbritannien), zwei historisch bedeutenden Bergbauregionen. Beide Gebiete wurden ausgewählt, da ihre kohleindustrielle Entwicklung eine gemeinsame Zeitspanne aufweist: Sie begann im 18. Jahrhundert und endete nahezu parallel (2018 bzw. 2015). Ähnlich wie andere postindustrielle Regionen Europas haben beide Regionen unterschiedliche Strategien entwickelt, um neue Formen von Identität, Gemeinschaft und Zugehörigkeit auszubilden. Während Initiativen zur Pflege des materiellen bergbaulichen Erbes positive Impulse gesetzt haben, wurden weniger greifbare kulturelle Ausdrucksformen – insbesondere die Sprache – lange vernachlässigt.

Das Projekt verfolgt folgende Ziele und Schwerpunkte:

  • Analyse der sprachlichen Variation bergbaulicher Ausdrücke bei Einzelpersonen, innerhalb ihrer Gemeinschaften sowie zwischen den beiden Regionen
  • Dokumentation charakteristischer sprachlicher Merkmale, um deren langfristigen Erhalt zu sichern
  • Zusammenarbeit mit lokalen Bergbaugemeinschaften und Museen zur Bewahrung dieses sprachlichen Erbes
  • Untersuchung der Sichtbarkeit des Bergbauerbes und der Bergbaukultur im öffentlichen Raum

Zu diesem Zweck zeichnen wir Bergbau-Führungen auf, führen Gespräche mit Bergleuten und ihren Familien und dokumentieren fotografisch Spuren des Bergbaus im öffentlichen Raum – darunter Denkmäler, Straßenschilder, Namen von Kneipen, Geschäften, Sportvereinen und Arbeiterclubs sowie Aufkleber und Graffiti.

Unser Projekt legt einen besonderen Fokus auf die Kooperation mit lokalen Bergbaugemeinschaften und Bergbaumuseen, um der bisherigen Unterrepräsentation linguistischer Perspektiven entgegenzuwirken.

Förderinstitutionen:

AHRC  (Lead Institution)
DFG

Project Lead: Prof. Dr. Natalie Braber (Nottingham Trent University)
Project Co-Lead: Dr. John Bellamy (Manchester Metropolitan University)
Project Co-Lead: Dr. Nantke Pecht (Universität Münster)
Project-Co-Lead: Prof. Dr. Evelyn Ziegler (Universität Duisburg-Essen)

Projektdauer: 2025-2028

Link zur gemeinsamen Projektseite in Nottingham:

https://www.ntu.ac.uk/research/groups-and-centres/projects/linguistic-practices-of-coal-mining-communities-in-the-post-industrial-era-variation,-documentation,-representation,-regeneration