Personen im Historischen Institut: Dr. Christine Zabel

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  • Wiss. Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter, Historisches Institut

Die folgenden Publikationen sind in der Online-Universitätsbibliographie der Universität Duisburg-Essen verzeichnet. Weitere Informationen finden Sie gegebenenfalls auch auf den persönlichen Webseiten der Person.

    Artikel in Zeitschriften

  • Zabel, Christine
    The history and theory of risk
    In: Eighteenth-Century Life Jg. 42 (2018) Nr. 3, S. 71 - 75
    ISSN: 1086-3192; 0098-2601
  • Zabel, Christine
    Mercantilism Reimagined: Political Economy in Early Modern Britain and Its Empire. Edited by Philip J. Stern and Carl Wennerlind . Oxford: Oxford University Press, 2014. Notes, index. Cloth, $105.00. ISBN: 978-0-19-998853-2
    In: Business History Review Jg. 91 (2017) Nr. 1, S. 177 - 180
    ISSN: 2044-768X; 0007-6805

Forschungsschwerpunkte

„Science and Technology Studies“ (Geschichte der Finanzmathematik und Versicherungswesen)
Geschichte der Ökonomie- und Finanzwissenschaften, Geschichte des Kapitalismus
Wissensgeschichte und Philosophie der Wissenschaften
Geschichte der Höflichkeit(en)
Wissenschaftliches ‚Modelling and Hypothesizing’
Republikanismusforschung
„Intellectual History“ des 17. und 18. Jahrhunderts (Schwerpunkt Frankreich, Großbritannien
und Niederlande)

Wissenschaftlicher Werdegang

9/2015 - 9/2017
Visiting Scholar, Center for European Studies, Harvard University, USA

Frühjahr 2015
Visiting Scholar an der Gustave Gimon Collection for French Political Economy, Stanford University, USA

8/2013 - 8/2020        
Wissenschaftliche Mitarbeiterin (100%-Post-Doc), Historisches Institut, Universität Duisburg-Essen

6/2013
Promotion an der Philosophischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg („Polis und Politesse. Das Antike Athen in England und Frankreich, ca. 1630-1760“)

4/2013 - 8/2013        
Lehrauftrag am Historischen Seminar, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

10/2012 - 3/2013      
Wissenschaftliche Mitarbeiterin (75%-Doktorandin), Historisches Seminar, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

7/2008 - 3/2012        
Mitglied der Forschungsgruppe „Liberalism and Republicanism in Early Modern Europe. Concepts of Citizenship as a Usable Past for Today’s Israeli-European Civic Dialogue, German-Israeli-Foundation

4/2008
Magistra Artium, Neuere und Neueste Geschichte und Politikwissenschaften, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

6/2008
Master d’Histoire, École des Hautes Études en Sciences Sociales, Paris

9/2007 - 6/2008        
Masterstudium an der École des Hautes Études en Sciences Sociales, Paris

1/2007 - 3/2007        
Wissenschaftliche Hilfskraft (Praktikum) am Deutschen Historischen Institut, Paris

9/2006 - 6/2007        
Auslandsstudium an Université de Paris, Sorbonne – Paris IV und an der École Pratique des Hautes Études, Paris

10/2002 - 7/2008      
Studium der Politikwissenschaften und Neure/Neueste Geschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

7/2002                       
Abitur am Gymnasium Eppingen

Stipendien

Winter/Sommer 2017           
Gerald Feldman Mobilitätsstipendium für Forschungsaufenthalte in Paris und London, Max-Weber Stiftung

10/2015-9/2017                    
Forschungsstipendium, Gerda-Henkel-Stiftung

Frühjahr 2015                        
Fellowship - French Political Economy at the Stanford                                           
University Libraries, Gustave Gimon Collection (Kalifornien/USA)

2014                                      
Forschungsstipendium, Universität Duisburg-Essen

2013                                      
Reisestipendium, FAZIT-Stiftung
Reisestipendium, DAAD

2012                                      
Reisestipendium, DAAD                    

Reisestipendium, Heidelberger Graduiertenakademie

Abschlussstipendiatin der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

2011                                      
Reisestipendium, Studienstiftung des deutschen Volkes

Herbst 2010
Stipendium für ein Sprachstudium in Salamanca, Studienstiftung des deutschen Volkes

Herbst 2009   
Stipendium für ein Sprachstudium Southampton, Studienstiftung des deutschen Volkes

2009 - 2012                           
Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes

Frühjahr 2008
Abschlussstipendium für die Anfertigung einer Masterarbeit im Ausland, DAAD

Sommer 2007            
Stipendium Sommerakademie (Guidel/France), Studienstiftung des deutschen Volkes

2006 - 2007   
Stipendium für das Studium im Ausland, Studienstiftung des deutschen Volkes                          

Erasmus-Stipendium für Studien an der Université de Paris, Sorbonne (Paris -IV)

2005 - 2008                           
Grundstipendium, Studienstiftung des deutschen Volkes

Forschungsprojekt

Dr. Christine Zabel

„Augmenting Realities. Speculation in Early Modern Europe“

Leiterin: Dr. Christine Zabel
Lehrstuhlprojekt
Laufzeit: seit August 2013

Das Habilitationsprojekt „Augmenting Realities. Speculation in Early Modern Europe“ nimmt mit einem wissens- und wissenschaftsgeschichtlichen Ansatz die frühneuzeitliche Idee der „Spekulation“ in den Blick. Es stellt dar, wie “Spekulation” im ausgehenden 17. Jahrhundert zunächst vornehmlich auf eine „Epistemologie der Ungewissheit“ verwies, die den Fortschritt der Menschheit durch die Imagination von bisher Ungesehenem voranbringen wollte und somit empirisch ungesichertes Wissen akzeptierte. Innerhalb dieser Imagination wurde zwar auf wissenschaftliche Beobachtung zurückgegriffen, jedoch per geometrischer Reflexion das empirisch (noch) nicht Nachweisbare spekuliert. Diese „Epistemologie der Ungewissheit“ wurde seit Mitte des 18. Jahrhunderts dann von ökonomischen Denkern in Frankreich dazu benutzt, für die Liberalisierung des Getreidehandels zu verteidigen. Dabei stellten sie die Intelligenz des Händlers ins Zentrum ihrer Argumentation: Nur wer den Markt nicht als Ort, sondern als System verstand, war befähigt in diesem zu überleben und somit einen ausgewogenen Getreidehandel für die gesamte Nation zu sichern. Ein Händler musste ständige Marktveränderungen antizipieren und seine eigenen Handlungen kontinuierlich an seine ständig zu aktualisierenden Einschätzungen anpassen. Er konnte somit nicht auf erfahrungsgeleitete Praxis vertrauen, sondern musste davon ausgehen, dass Marktstrukturen gemäß Nachfrage, Konkurrenz und Preisentwicklung fluktuierten.

Diese „Politische Ökonomie der Spekulation“ wurde seit den 1780er Jahren, kurz vor der französischen Revolution also, von Mathematikern dazu benutzt, die für den französischen Staat kostspielige Praxis der Leibrenten zu reformieren und die bisher verbotenen Lebensversicherungen in den französischen Markt einzuführen. „Spekulation“ wurde somit gleichsam mathematisiert und verband nun politische Arithmetik, Algebra und Geometrie. Durch die Erfahrung der Insolvenz des französischen Staates, die vor allem durch die horrenden Darlehen in Form von Leibrenten begründet war und derer sich die Revolutionäre seit 1789 annahmen, geriet „Spekulation“ jedoch zunehmend unter den Verdacht der Wucherei und erhielt nun die Konnotation eines eigensüchtigen Spiels mit dem Allgemeinwohl. Diese Umdeutung hatte Auswirkungen auf die Interpretation der Vergangenheit: Erst jetzt wurden auch John Laws “System” der 1720er Jahre als Spekulation betrachtet. Letztere generierte nun zum moralischen und pejorativen Begriff und verlor damit mehrheitlich seine epistemologischen Implikationen – zunächst in Frankreich, bald aber auch in den Handelsnationen Großbritanniens und den Niederlanden.

Publikationen

Monographien:

Zabel, C. (2016): Polis und Politesse. Der Diskurs über das antike Athen in England und Frankreich, 1630-1760 (Ancien Régime, Aufklärung und Revolution 41), Berlin/Boston. De Gruyter. 377 pp.

Artikel:

Zabel, C. (2012): The Polis in 17th-Century Political Discourse: Athens Mirrored by Francis Rous, Marchamont Nedham, George Guillet de Saint-Georges and Jonathan Swift. In: The Liberal-Republican Quandary in Israel, Europe and the United States: Early Modern Thoughts Meets Current Affairs, Eds. Maissen, T., Oz-Salzberger, F. (Boston, MA: Brill), 49-65.

Zabel, C. (2017): From Failed Republic to Polite Polis: Ancient Athens in Seventeenth and Eighteenth Century England. In: Imagining the Ancients, Eds. Velema, W., Weststeijn, A.  (Boston, MA: Brill), 114-135.

Voraussichtlich 2017/18:

Zabel, C.: The Speculative Foundations of the Quarrel: Fontenelle’s ‚Plurality of the Inhabited Worlds’ and the ‚Epistemology of the Uncertain’. In: The Long Quarrel: Ancients and Moderns in the Eighteenth Century (Boston, MA: Brill), n.n.

Zabel, C.: Speculation and Reform: Liberalizing the Grain Trade in Mid 18th Century France. In: Langues of Reform in the Enlightenment. Eds. Albertone, M., Maissen, T., Richter, S.

Zabel, C.: Discussing Distributive Justice and Securitizing Subsistence in Mid-18th-Century Political Economy. In: European Journal for Security Research. Special Issue zur History of Environmental Security, Ed. Zwierlein, C.

Zabel, C.: Speculation, Risk and Responsibility: Narrative on Public-Credit Technologies in 18th Century France. In: Raison Publique, Eds. Bouju, E./ Lewis, M. D.

Buchbesprechungen

Zabel, C. (2013): Hammersley, R. (2010): The English Republican Tradition and Eighteenth-Century France. Manchester/New York. Machester University Press. 239 pp. In: Historische Zeitschrift 296/3, 797-799.

Zabel, C. (2014): Abramovici, J.-C./Barbafieri, C. (Eds.) (2013): L’invention du mauvais goût à l’âge classique (XVIIe-XVIII siècle). Leuven/Paris/Walpole, MA. Peeters. 440 pp. In: Francia Recensio (4/2014), http://www.perspectivia.net/content/publikationen/francia/francia-recensio/2014-4/FN/barbafieri-abramovici_zabel.

Zabel, C. (2015): Ahlheim, H. (Ed.) (2014): Kontrollgewinn - Kontrollverlust: Die Geschichte des Schlafs in der Moderne. Frankfurt a. M./New York. Campus. 229 pp. In: Francia Rezensio (2/2015), http://www.perspectivia.net/publikationen/francia/francia-recensio/2015-2/FN/ahlheim_zabel.

Zabel, C. (2016):  L. Spang, R. L. (2015): Stuff and Money in the Time in of the French Revolution. Cambridge, MA. Harvard University Press. 350 pp. In: Francia Rezensio (3/2016), http://www.perspectivia.net/publikationen/francia/francia-recensio/2016-3/fn/spang_zabel.

Zabel, C. (2016): Sheehan J./Wahrman, D. (Eds.) (2015): Invisible Hands. Self-Organization and the Eighteenth Century. Chicago. The University of Chicago Press. 375 pp. In: Francia Rezensio (3/2016),

http://www.perspectivia.net/publikationen/francia/francia-recensio/2016-3/fn/sheehan_zabel.

Zabel, C. (2017):  Stern, P. J./ Wennerlind, C. (2014): Mercantilism Reimagined: Political Economy in Early Modern Britain and Its Empire. Oxford, England. Oxford University Press. 404 pp. In: Business History Review (2/2017).

Voraussichtlich 2017:

Zabel, C. (2017): Coleman, C. (2014): The Virtues of Abandon. An Anti-Individualist History of the French Enlightenment. Stanford, CA. Stanford University Press.402 pp. In: Francia Rezensio.

Zabel, C. (2017): Schmitt, C. O. (2016): Säuberlich banquerott gemachet. Konkursverfahren aus Frankfurt am Main vor dem Reichskammergericht. Köln/Weimar/Wien. Böhlau. 386 pp. In: Francia Rezensio.

Zabel, C. (2017):  Nacol, E., C. (2016): An Age of Risk. Politics and Economy in Early Modern Britain, Princeton. Princeton University Press. 167 pp. In: Eighteenth-Century Life.