Willkommen beim DFG-Graduiertenkolleg 1919: "Vorsorge, Voraussicht, Vorhersage. Kontingenzbewältigung durch Zukunftshandeln"

Preisverleihung Frau Dr. Wagner erhält den Förderpreis des SI Club Essen 2021

Frau Dr. Helen Wagner ist mit dem Förderpreis des Soroptimist International Clubs Essen für das Jahr 2021 ausgezeichnet worden - die Verzögerung der Preisverleihung ist der Corona-Pandemie zuzuschreiben.

Alle Mitglieder des Graduiertenkollegs gratulieren Frau Dr. Wagner herzlich!

Save the date Ankündigung: Kontingenz hoch 2? Chancen und Risiken für Aufsteiger:innen und Außenseiter:innen in kontingenten Lebenswelten

Wer nicht zu den Etablierten gehört, sieht sich häufig mit einer besonderen, geradezu potenzierten Art von Kontingenz konfrontiert. Wo Regeln und wechselseitige Solidaritätsversprechen für die Etablierten Berechenbarkeit schaffen können, bleibt die daraus resultierende Berechenbarkeit für Außenseiter:innen oder Aufsteiger:innen zumindest fraglich. Es ergeben sich so einerseits besondere Risiken, andererseits aber auch spezifische Handlungsoptionen und Chancen, die sich nicht in der sprichwörtlichen ‚Narrenfreiheit‘ erschöpfen müssen.

Diese soziale Konstellation, die sich als Figuration von Etablierten und Außenseiter:innen beschreiben lässt (Norbert Elias), findet sich in allen komplexen Gesellschaften der Geschichte. Die Freigelassenen der römischen Kaiserzeit und die Ministerialen des Mittelalters sind Beispiele für Akteur:innen, die aus einer niedrigen sozialen Position zu einer neuen Funktionselite aufstiegen. Dieser Aufstieg konnte auf Seiten der Aufsteigenden von neuen Handlungsoptionen gekennzeichnet sein, während sich für die Etablierten altbekannte Spielräume einengen mochten. Eine Untersuchung solcher Handlungsspielräume erscheint als äußerst fruchtbar, um nicht nur die sozialen Prozesse in der beschriebenen Figuration freizulegen, sondern auch um die historische Kontingenzforschung um eine bisher weniger berücksichtigte Perspektive zu erweitern.

Wie sahen also die Handlungsmöglichkeiten randständiger Akteur:innen konkret aus? Wie veränderten sich diese historisch und warum? Inwieweit erzeugte die soziale Position von Außenseiter:innen oder Aufsteiger:innen (und potenziell auch von Etablierten?) Kontingenzen, die das Entwickeln von neuen Strategien des Umgangs mit diesen erforderten und begünstigten? Erwiesen die Handelnden sich dabei auch als kalkulierende „Kontingenzeröffner “? Wussten Sie mithin um die Kontingenz ihrer Lebenswelten und ließen dieses Wissen in ihr Handeln einfließen?

Ziel der Tagung ist, diese und sich anschließende Fragen in den Blick zu nehmen. Die Tagung wählt dabei bewusst einen interepochalen und interdisziplinären Zugang, um im Format eines Workshops zu neuen Fragestellungen zu gelangen.

Die Konferenz findet am 7. und 8. Juli 2022 an der Universität Duisburg-Essen statt (Campus Essen). Interessent:innen aus allen Epochen und Nachbarwissenschaften sind willkommen. Die Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Gerne können Sie sich mit einem ca. 20- bis 30-minütigen Vortrag beteiligen und / oder mitzudiskutieren. Falls Sie vortragen möchten, bitten wir bis 19. Mai 2022 um ein kurzes Abstract per Mail (ca. 300–400 Wörter). Eine Teilnahme ohne Vortrag ist auch kurzfristig möglich, um eine Anmeldung wird jedoch gebeten.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Simon Temme (Email: simon.temme@uni-due.de) oder Christian Michel (Email: christian.michel2@uni-due.de).

Die Ankündigung der Veranstaltung bei HSozKult finden Sie hier.

Verleihung des Friedrich-Ebert-Preises 2022 an Frau Dr. Strommenger / Copyright: Weimarer Republik e.V., Fotograf: Thomas Müller, Weimar

Auszeichnete Disstertation Frau Dr. Strommenger erhält den Friedrich-Ebert-Preis 2022

Die Forschungsstelle Weimarer Republik an der FSU Jena und der Weimarer Republik e.V. haben die Dissertation von Anna Strommenger, Mitglied der zweiten Kohorte des Graduiertenkollegs, mit dem Friedrich-Ebert-Preis 2022 für die beste Dissertation zur Erforschung der Geschichte, Politik und Kultur der Weimarer Republik ausgezeichnet. Die von Prof. Dr. Frank Becker betreute Dissertation trägt den Titel "Zwischen Herkunft und Zukunft. ‚Heimat‘ in der sozialistischen Arbeiterbewegung vom Kaiserreich zur Weimarer Republik".

Informationen der Forschungsstelle Weimarer Republik und des Weimarer Republik e.V. zur Preisverleihung finden Sie hier.

Das Graduiertenkolleg freut sich mit Frau Dr. Stommenger und gratuliert herzlich!

Dissertation von Jasmin Hettinger bald erhältlich

Die Dissertation von Frau Dr. Jasmin Hettinger, Mitglied der ersten Kohorte des Graduiertenkollegs, wurde vom Franz-Steiner-Verlag für den Mai diesen Jahres angekündigt:

Jasmin Hettinger, Hochwasservorsorge im Römischen Reich. Praktiken und Paradigmen, Franz Steiner Verlag, Stuttgart (geplanter Erscheinungstermin 5/2022).

Weitere Informationen des Verlags erhalten Sie hier.

Erfolgreiche Disputation Das GRK 1919 gratuliert Frau Dr. Strommenger

Frau Dr. Anna Strommenger hat am 19. November 2021 ihre Arbeit erfolgreich und mit Bestnote verteidigt. Damit ist der akademische Teil ihrer Promotion abgeschlossen. Alle Mitglieder des Graduiertenkollegs freuen sich mit ihr und gratulieren herzlich!

Dissertation von Aljoscha Tillmanns im Druck erschienen

Die Dissertation von Herrn Dr. Aljoscha Tillmanns, Mitglied der ersten Kohorte des Graduiertenkollegs, ist nunmehr im Druck erschienen:

Aljoscha Tillmanns, Development for Liberation. M.G. Buthelezi's and Inkatha's initiatives towards a different South Africa, 1975-1994, Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert 2020.

Weitere Informationen des Verlags sowie Zugang zu einer Open Access-Version erhalten Sie hier.

Preisverleihung Dissertation von Dr. Emmelius ausgezeichnet

Die Universitätsgesellschaft Bielefeld hat die Dissertation unseres Postdoc, Herrn Dr. Daniel Emmelius, mit ihrem Dissertationspreis 2020 ausgezeichnet. Seine Arbeit mit dem Titel "Das Pomerium. Geschriebene Grenze des antiken Rom" ist bei Vandenhoeck & Ruprecht erschienen. Weitere Informationen des Verlags finden Sie hier.

Informationen der Universität Bielefeld zur Preisverleihung finden Sie hier, hier und hier.

Das Graduiertenkolleg freut sich mit seinem Postdoc und gratuliert herzlich!

Neue Publikation "Menschenökonomie" von Frank Becker erschienen

Eine wichtige Form des Vorsorgehandelns ist das Management von Ressourcen. In den 1920er Jahren wurde auch die menschliche Arbeitsenergie als Ressource erkannt, die nachhaltig zu bewirtschaften sei. Das Wissen um diese Notwendigkeit und die hiervon abgeleiteten Praktiken bestimmten die Arbeitsgestaltung in der Weimarer Republik, mehr aber noch in der NS-Zeit in entscheidender Weise mit.

"Menschenökonomie. Arbeitswissen und Arbeitspraktiken in Deutschland 1925-1945" von Frank Becker ist im Verlag CAMPUS erschienen. Hier finden Sie weitere Angaben des Verlags zum Titel.

Dissertation von Arno Barth im Druck erschienen

Die Dissertation von Herrn Dr. Arno Barth, Mitglied der ersten Kohorte des Graduiertenkollegs, ist nunmehr im Druck erschienen:

Arno Barth, »Störfaktoren entfernen«? Minderheitenpolitik als Risikoabwägung im Langen Ersten Weltkrieg. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2021.

Weitere Informationen zu dieser Publikation finden Sie hier.

Erfolgreiche Disputation Das GRK 1919 gratuliert Frau Dr. Wagner

Frau Dr. Helen Wagner  hat am 16. April 2021 ihre Arbeit erfolgreich und mit Bestnote verteidigt und damit den akademischen Teil ihrer Promotion abgeschlossen. Hierzu gratulieren ihr alle Mitglieder des Graduiertenkollegs herzlich!

Dissertation von Franziska Klein im Druck erschienen

Die Dissertation von Frau Dr. Franziska Klein ist unter dem Titel "Die Domus Conversorum und die Konvertiten des Königs" im Verlag de Gruyter in der Reihe "Europa im Mittelalter" erschienen (Band 37).

Weitere Informationen können Sie über die Website des Verlags hier abrufen.

Erfolgreiche Disputation Das GRK 1919 gratuliert Frau Dr. Berger

Frau Dr. Claudia Berger  hat am 4. November 2020 ihre Arbeit erfolgreich verteidigt und damit den akademischen Teil seiner Promotion abgeschlossen. Hierzu gratulieren ihr alle Mitglieder des Graduiertenkollegs herzlich!

Beitrag erschienen Arno Barth: The Securitization of Minorities as a Bed-rock of Population Policy

Neu erschienen: Arno Barth, The Securization of Minorities as a Bed-rock of Population Policy , in: Christin Pschichholz (Ed.), The Forst World War as a Caesura? Demographic Concepts, Population Policy, and Genocide in the Late Ottoman, Russian, and Habsburg Spheres, Berlin: Duncker & Humblot 2020, S.49-65.

Weitere Informationen zu dieser Publikation finden Sie hier.

Neue Publikation Neuer Beitrag von Frank Becker erschienen

Neu erschienen: Frank Becker, Die Gegenwart der Geschichte, in: Johannes F. Lehmann/Kerstin Stüssel (HG.), Gegenwart denken. Diskurse, Medien, Praktiken, Göttingen: Wehrhahn 2020 (=Gegenwart/Literatur. Geschichte, Theorie und Praxeologie eines Verhältnisses, Bd. 1), S.113-132.

 

Band 7 der „Kontingenzgeschichten“ erschienen

Unter dem Titel „Die Zukunft der Juden. Strategien zur Absicherung jüdischer Existenz in Deutschland (1890-1917)“ ist die Dissertation von Frau Anna Michaelis als siebter Band der Kontingenzgeschichten im Campus Verlag erschienen.

Die Geschichte des deutschen Judentums um 1900 wird häufig als die einer Dualität zwischen Tradition und Moderne erzählt. Betrachtet man jedoch die jüdische Gemeinschaft nicht nur in ihrer zeitgenössischen Verfasstheit, sondern auch in ihren vergangenen Zukunftsperspektiven, so wird das Bild komplexer: Um sich angesichts sinkender Geburtenraten, der jüdischen Einwanderung aus Osteuropa und des erstarkenden Antisemitismus abzusichern, nutzten liberale Jüdinnen und Juden neuartige Instrumentarien. Anna Michaelis zeichnet entlang von Demografie, Medizin und Wohltätigkeitsorganisationen nach, wie das jüdische Bürgertum die Zukunft seiner Gemeinschaft konstruierte und bearbeitete.

Alle Bände der Reihe können über den Buchhandel sowie über die Homepage des Verlages bezogen werden. Hier ist die Produktseite des Bandes direkt zu erreichen.

Praxisformen

Band 6 der „Kontingenzgeschichten“ erschienen

Unter dem Titel „Praxisformen. Zur kulturellen Logik von Zukunftshandeln“ ist der sechste Band der Kontingenzgeschichten im Campus Verlag erschienen. Der Band geht zurück auf die Initiative der Doktorandinnen und Doktoranden der zweiten Kohorte sowie des ehemaligen Postdocs Dr. Jan-Hendryk de Boer, der auch als Herausgeber fungiert.

Im Zentrum steht der praxeologische Ansatz des Kollegs, der in einer theoretischen Einleitung anhand einer Unterscheidung von Praktiken, Praxen und Praxisformen entfaltet wird. Darauf folgen Abhandlungen zu verschiedenen Praxisformen, die als Zukunftshandeln zu deuten sind. Behandelt werden ‚Erinnern‘, ‚Archivieren‘, ‚Dokumentieren‘, ‚Legitimieren‘, ‚Vernichten‘, ‚Polemisieren‘, ‚Versprechen brechen‘, ‚Investieren‘, ‚Verträge schließen‘, ‚Zukünftige Gesellschaften imaginieren‘ und ‚Szenarien erstellen‘. Jede Praxisform wird mit einer eigenen Einleitung eingeführt, bevor exemplarische Fallanalysen, die vom Mittelalter bis zur Zeitgeschichte unter Einschluss der außereuropäischen Geschichte reichen, deren konkrete Realisierung in kontextualisierten Praktiken und Praxen beleuchten. Zu den 23 beteiligten Autorinnen und Autoren gehören neben den Angehörigen der zweiten auch Mitglieder der ersten Kohorte, Kolleginnen und Kollegen des Historischen Instituts der Universität Duisburg-Essen sowie weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Alle Bände der Reihe können über den Buchhandel sowie über die Homepage des Verlages bezogen werden. Hier ist die Produktseite des Bandes direkt zu erreichen.

Veröffentlichungen des Graduiertenkollegs Band 5 der »Kontingenzgeschichten« erschienen

Der fünfte Band der Kontingenzgeschichten ist unter dem Titel "Absichten, Pläne, Strategien. Erkundungen einer historischen Intentionalitätsforschung" bei Campus erschienen. In dem vom Postdoc des Kollegs Dr. Jan-Hendryk de Boer zusammen mit Dr. Marcel Bubert (Münster) herausgegeben Sammelband, der auf eine vom Graduiertenkolleg im April 2017 veranstaltete Tagung zurückgeht, steht die Frage im Mittelpunkt, wie Absichten, Pläne und Strategien mittelalterlicher Akteurinnen und Akteure erforscht werden können. Dieses Problem ist bislang nur selten methodisch und theoretisch reflektiert behandelt worden. Neben einer von den Herausgebern verfassten Einleitung, die die begrifflichen und konzeptionellen Grundlagen entwickelt, wird in elf Fallstudien gezeigt, mit welchen Herausforderungen die Erforschung von Intentionalität sie die Mediävistik konfrontiert sieht. Quellennah und theoretisch reflektiert wird dabei erkundet, welche Intentionen, Motive und Überzeugungen Menschen zu ihrem Handeln veranlasst haben, wie diese zu rekonstruieren sind und worin die Grenzen derartiger Rekonstruktionen bestehen. In Anknüpfung an die Diskussionen in der Philosophie und den Literaturwissenschaften sollen auf diese Weise Anstöße zu einer historischen Intentionalitätsforschung gegeben werden.

Alle Bände der Reihe können über die Homepage des Verlages bezogen werden.

BLOG des GRK 1919

Das Graduiertenkolleg "Vorsorge, Voraussicht und Vorhersage" betreibt nunmehr auch ein BLOG auf der Platform Hypotheses.org. Sie können es sich hier anschauen.

Kontaktdaten

Universität Duisburg - Essen

Historisches Institut

Graduiertenkolleg 1919

Universitätsstr. 12

45117 Essen

Tel.: 0201/1836875

Mail: olav.heinemann[at]uni-due.de