GeiWi/Hist. Inst.
Anschrift
Universitätsstr. 2
45141 Essen
Raum
R09 S03 B94

Funktionen

  • Doktorand/in, Geschichte

Aktuelle Veranstaltungen

Keine aktuellen Veranstaltungen.

Vergangene Veranstaltungen (max. 10)

Keine vergangenen Veranstaltungen.

Projektskizze Loyale Rebellen – Rebellion als kontingenzbewältigendes Handeln in den Konzeptionen idealer Königsherrschaft des spätmittelalterlichen Englands (ca. 1386 – 1485)

Im England des 15. Jahrhunderts regierten acht Könige, wobei ein geordneter Thronwechsel nur drei Mal möglich war. Betrachtet man die für die Herausforderung der Herrschaft der englischen Könige im 15. Jahrhundert relevanten Akteure, fällt der Blick auf eine Personengruppe im Besonderen: den hohen Adel.

In der historischen Forschung werden in erster Linie machtpolitische Ambitionen und ökonomische Interessen des Adels als Ursache und Motivation für diese Konflikte mit dem König herausgestellt. Dieses Narrativ negiert jedoch die Wirkmächtigkeit politischer Ideen und Vorstellungen und erscheint auch im Hinblick auf die Quellenlage als unzureichend fundiert. Aber gerade aufgrund des enorm hohen Risikos eines offenen Konflikts mit dem König, lohnt sich eine tiefergehende Analyse der handlungsleitenden Ideen und Vorstellungen.

Das Ziel dieser Untersuchung ist, erstens, die Rekonstruktion der adligen Vorstellungen idealer Königsherrschaft, ergo eine Analyse des adligen Erfahrungsraums und Erwartungshorizonts bezüglich der Spielregeln im politischen Feld. Dies dient zweitens dazu, das englische 15. Jahrhundert hinsichtlich seines scheinbar latenten Konfliktpotenzials zwischen Adel und König auf einer Ebene der Ideen und Mentalitäten erschließbar zu machen. Daraus ergeben sich Leitfragen nach der Konstitution eines Referenzrahmens für Königsherrschaft, der Funktion des Adels und nach den Wechselwirkungen zwischen Handlungen, Normen und Interessen. Die geplante Untersuchung wird im Zuge dessen auf einer ersten Ebene die kontingenzbewältigende Eigenschaft vormoderner politischer Ordnungsvorstellungen akzentuieren, sowie auf einer zweiten Ebene herausarbeiten, wie die gesellschaftliche Elite eine als negativ prognostizierte Zukunft durch ihr Handeln zu verhindern suchte und inwieweit sich diese Handlungsweisen mit den zeitgenössischen politischen Ordnungsvorstellungen deckte. Dadurch wird es zudem möglich, die einzelnen Konflikte und Ereignisse in einem ideengeschichtlichen Rahmen zu kontextualisieren und somit eine Neubewertung der Handlungen der jeweiligen Protagonisten hinsichtlich ihrer Motivationen und Vorstellungen vorzunehmen.

Der Untersuchungszeitraum soll in einem Dreischritt bearbeitet werden. Der erste Schritt ist die Analyse der normativen Texte und ihrer Konzeptionen idealer Königsherrschaft. Dabei wird ein besonderer Schwerpunkt auf den thematischen Konnex von Beratern, Königtum und Widerstand gelegt. Im zweiten Abschnitt der Untersuchung werden Konflikte zwischen König und Adel diachron analysiert. Dabei stehen die den Konflikt prägenden Handlungen und Diskurse, sowie die dahinterstehenden handlungsleitenden Ideen der jeweiligen adligen Akteure im Fokus. In einem letzten Schritt werden die in der Konfliktanalyse gewonnenen Ergebnisse im Licht der Eigenlogik der normativen Herrschaftskonzeptionen analysiert.

Curriculum vitae Lebenslauf

seit 11/2019: wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Graduiertenkolleg 1919: "Vorsorge, Voraussicht, Vorhersage. Kontingenzbewältigung durch Zukunftshandeln" an der Universität Duisburg-Essen, Dissertationsprojekt (Arbeitstitel): Loyale Rebellen – König und Nobility in den Konzeptionen idealer Königsherrschaft des spätmittelalterlichen Englands (ca. 1386 – 1485).

10/2014 – 09/2019: wissenschaftliche Hilfskraft und Leitung des Examensmentorats am Institut für Mittelalterliche Geschichte, Lehrstuhl Prof. Dr. Ellen Widder.

10/2014 – 01/2016: wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Zeitgeschichte, Lehrstuhl von Prof Dr. Doering-Manteuffel.

10/2014 – 10/2018: Masterstudium (Geschichtswissenschaft) an der Eberhard Karls Universität Tübingen, Abschlussarbeit: ‚Konzeptionen idealer Königsherrschaft im spätmittelalterlichen England‘, Betreuerin: Prof. Dr. Ellen Widder.

10/2011 – 10/2014: Bachelorstudium (Geschichtswissenschaft und klassische Archäologie) an der Eberhard Karls Universität Tübingen, Abschlussarbeit: ‚Ein würdiger Nachfolger? Die Legitimation des Hauses York in den Rosenkriegen‘, Betreuerin: Prof. Dr. Ellen Widder.

Auszeichnungen

06/1019: Jahrgangspreis des Fördervereins für Geschichte der Universität Tübingen 2019 für die Masterarbeit

Mitgliedschaften

seit: 01/2019:  fembi (Forschungsportal englisches Mittelalter und britische Inseln)

Veröffentlichungen

Ansätze zu einer Globalgeschichte des Mittelalters, hg. v. Ellen Widder und Richard Winkler, in Vorbereitung.

Winkler, Richard Maik: Globalgeschichte nur für die Moderne? Perspektiven einer Globalgeschichte im Zeichen der Mediävistik, in: Ansätze zu einer Globalgeschichte des Mittelalters, hg. v. Ellen Widder und Richard Winkler, in Vorbereitung.

Winkler, Richard Maik: Eine vernetzte Welt? Die Kangnido von 1402 als Beispiel für sino-islamischen Kultur- und Wissenstransfer, in: Ansätze zu einer Globalgeschichte des Mittelalters, hg. v. Ellen Widder und Richard Winkler, in Vorbereitung.

Vorträge

04/2019 Oxford Medieval Graduate Conference, Paper: ‘Loyal Rebels: King and Peerage in the Conceptions of Ideal Rulership in 15th Century England’.

01/2019 Graduate Conference in Utrecht, Paper: ‘The Quest for the Common Good: King, Nobility and the ideal Kingdom in Aegidius Romanus’ De regimine principium’.

05/2019 Global History Student Conference in Berlin, Paper: ‚A World Connected? The Kangnido Map and it’s Original from 1402 CE as an Example for Sino-Islamic Transfer of Knowledge and Science‘.

Forschungsinteressen

  • Geschichte Westeuropas (insbesondere Englands) im Spätmittelalter
  • Globalgeschichte des Spätmittelalters (Kulturkontakt, Wissenstransfer, Migration)
  • Ideengeschichte
  • Political Culture
  • Herrschaftskonzeptionen

Betreuende Forscher

1. Betreuerin: Prof. Dr. Amalie Fößel

2. Betreuer: Prof. Dr. Benjamin Scheller