Personen im Historischen Institut: Arno Barth

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Forschungsinteressen

Internationale Geschichte des 20. Jahrhunderts
Regionalentwicklung der Rhein-Maas-Region
 

Wissenschaftlicher Werdegang

Seit 01/2020:
Lehrbeauftragter für das Historische Institut der Universität Duisburg-Essen

05/2019-12/2019:
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte, Universität Duisburg-Essen

02/2017-04/2017:
Stipendiat der Max Weber Stiftung am Deutschen Historischen Institut Washington D.C.

08/2016-09/2016:
Stipendiat der Max Weber Stiftung am Deutschen Historischen Institut London
    
11/2013-12/2016:
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Graduiertenkolleg 1919 „Vorsorge, Voraussicht, Vorhersage. Kontingenzbewältigung durch Zukunftshandeln“

10/2009-09/2012:
Studentische Hilfskraft am Institut für niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung (InKur) der Universität Duisburg-Essen

08/2008-09/2009:
Studentische Hilfskraft am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen

10/2005-04/2012:
Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Mittelalterlichen Geschichte und der Niederländischen Studien an der Universität Duisburg-Essen

 

Dissertationsprojekt

„An inevitable method in the circumstances“ ? – Der lange Weg des Westens zum Bevölkerungsaustausch von Lausanne
Die Dissertation zeichnet den Weg zur Lausanne Konvention von 1923 nach, durch die ein obligatorischer Bevölkerungsaustausch erstmals international sanktioniert wurde.

Der erste Teil der Arbeit zeigt, dass (insbesondere irredentistische) Minderheiten im frühen 20. Jahrhundert als Bedrohung der internationalen Ordnung rezipiert wurden und wie die alliierten Entscheidungsträger im Ersten Weltkrieg und den darauffolgenden Jahren mit diesem Risiko  umgingen. Er dokumentiert den Möglichkeitshorizont alliierter Friedensplanung während des Krieges und den kreativen Umgang der Friedensplanung mit Zeitlichkeit. Anschließend wird gezeigt, wie Handlungsoptionen sukzessive ausschieden und sich der Möglichkeitshorizont insofern schloss, bis eine Festlegung auf ethnohomogene Staaten lediglich noch die Alternative offenließ, selbige durch Minderheitenschutz und/oder Bevölkerungstransfers abzusichern.

Der zweite Teil vollzieht die dramatische Entwicklung in Kleinasien nach Weltkriegs-Ende nach, in der forsche griechische Forderungen, impulsive Entscheidungen der Friedenskonferenz und energischer türkischer Widerstand zu einem lokalen Anschlusskrieg führten. Zudem wird hier geschildert, wie die neue multilaterale Organisation des Völkerbundes sich zunächst vergeblich um eine regionale Befriedung mühte. Nach der faktenschaffenden Vertreibung der kleinasiatischen Griechen im Herbst 1922 einigten sich Griechenland und die Hauptalliierten schließlich unter der Moderation von Flüchtlingskommissar Fritjof Nansen mit der kemalistischen Türkei auf den verpflichtenden Austausch der jeweiligen ethnoreligiösen Minderheiten.