Simon Hendrik Temme

GeiWi/Hist. Inst.
Anschrift
Universitätsstr. 2
45141 Essen
Raum
R09 S03 B96

Funktionen

  • Doktorand/in, Geschichte

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Projektskizze Die Erschließung des Südens in der Antike. Expeditionen nach Afrika, Arabien und ins Rote Meer als Kontingenzgeneratoren

Mobilität auf See- und unter extremen Bedingungen auf Landwegen stellte die Menschen der Antike vor die Herausforderung, sich auf unberechenbare Faktoren einzustellen; Angriffe durch Piraten oder ungünstige Wetterbedingungen konnten die Akteure zurückwerfen oder ganze Fahrten zum Scheitern verurteilen. Die Unwägbarkeiten vervielfältigten sich, sofern man sich abseits bekannter Routen bewegte. Gleichzeitig konnte das gezielte Einlassen auf ein Wagnis (und damit das Erzeugen von Kontingenzen) Chancen eröffnen: beispielsweise auf Bereicherung durch lukrative Handelsverbindungen oder einen nicht-materiellen Gewinn. Wie man in der Antike diese Gelegenheiten trotz der bekannten Schwierigkeiten von Expeditionsreisen aufgetan hat, sowie mit welchen Erwartungen und Erfahrungen die Akteure aufbrachen, soll in dem Promotionsprojekt untersucht werden. Der große zeitliche Rahmen erlaubt Rückschlüsse auf ein epochenübergreifendes Gesamtbild.

Der Süden der mediterranen Welt mit Afrika, Arabien und dem Roten Meer dient als Fallbeispiel für diese Untersuchung, das aus drei Gründen eine Besonderheit darstellt. So ist erstens das dauerhaft durch Handelsverbindungen oder politisch angeschlossene Gebiet auf den Maghreb, die nordafrikanischen Küsten, Ägypten und Nubien beschränkt. Die Südausdehnung Afrikas blieb in der gesamten Antike unbekannt. Zweitens werden gerade in den aus europäischer Perspektive als Süden zu bezeichnenden Gebieten Weichen für die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Entdecker gestellt, die sich auf ähnlichen Routen bewegten. Und drittens fehlten an vielerlei Orten beständige Küstenkulturen, die ein Weiterkommen über das Bekannte hinaus erleichtert hätten.

Berichte über diese Expeditionen überliefern unter anderem Herodot, Plutarch, Plinius oder die Autoren der vielfältigen Periplenliteratur. Auch Praktiken des Reisens und das Weltwissen der Akteure spielten bei Fernfahrten eine Rolle: Geographische Makrotheorien wie die Zonenlehre und ethnographische Topoi beeinflussten die Erwartungen, mit denen die Akteure zu ihren Reisen aufbrachen. Strategien der Vereinbarung von vertrauten Vorstellungen und neuen Horizonten wirkten sich auf die literarische Tradition aus.

Curriculum Vitae Lebenslauf

2013-17 Bachelorstudium der Fächer Geschichtswissenschaft, Latein und Bildungswissenschaften an der Universität Bielefeld (Abschlussarbeit: Das Ausgreifen mediterraner Mächte nach Nubien (Meroë) und in das transsaharische Afrika vom 6.-2. Jh. v. Chr.  – Motive, Formen, Grenzen)

2017-19 Masterstudium der Fächer Geschichtswissenschaft, Latein und Bildungswissenschaften an der Universität Bielefeld (Abschlussarbeit: Ethnographie in der christlichen Geschichtsapologetik im 5. Jh. n. Chr. am Beispiel von Augustinus, Orosius und Salvian)

2015-19 Arbeit als studentische/wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität Bielefeld in der Abteilung Latein und als Tutor in der Abteilung Alte Geschichte

Publikationen

Simon Temme, Anwendungsbereiche eines historischen Kompetenzstrukturmodells im Lateinunterricht, Bielefeld 2018. Abrufbar hier (10.03.2020).

Vorträge

(mit Julia Pohl) Kompetenzen fördern im Lateinunterricht jenseits der Fachgrenzen am Beispiel von Deutsch und Geschichte (Vortrag auf der Fachtagung „Lateinische Übergangslektüre – Neue Perspektiven an der Universität Bielefeld am 26. September 2018)

Anwendungsbereiche eines historischen Kompetenzstrukturmodells im Lateinunterricht (Vortrag im Kolloquium „Geschichte und Öffentlichkeit“ der Abteilung Geschichtswissenschaft an der Universität Bielefeld im Wintersemester 2018/19)

Fremde Völker bei Orosius und Augustinus (Vortrag im Forschungskolloquium der Abteilung Latein an der Universität Bielefeld im Sommersemester 2019)

 

Forschungsinteressen

Die Erschließung des Südens in der Antike. Expeditionen nach Afrika, Arabien und ins Rote Meer als Kontingenzgeneratoren (Promotionsprojekt)

Das ethnographische Denken in der christlichen Spätantike

Empirische Lernprogressionsforschung in Latein und Geschichte im fächerübergreifenden Vergleich

Betreuende Forscher

1. Betreuer: Prof. Dr. Wolfgang Blösel

2. Betreuer: Prof. Dr. Christoph Marx