Lena Kaiser


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    Projektskizze

    Frühneuzeitliche Getreidespeicher- und Getreidehandelspolitik als Instrumente der Vorsorge und Voraussicht

    Die menschliche Klugheit erfordere es, „sich so viel man kann, wegen der Zukunft in Sicherheit zu setzen“ stellte der Coppenbrügger Pfarrer Adam Friedrich Ernst Jacobi 1773 treffend fest und forderte in diesem Sinne die Einrichtung öffentlicher Getreidespeicher zur Kornversorgung der Bevölkerung auch in Zeiten des Mangels.

    Die Versorgung mit Nahrung stellte und stellt in allen Gesellschaften einen grundsätzlichen Aspekt der Zukunftssicherung dar. Getreide hatte dabei einen besonderen Stellenwert, da es in der Frühen Neuzeit und darüber hinaus das Hauptnahrungsmittel vieler Menschen war. Dementsprechend wichtig war die Lagerung des Korns. Mit dem Aufkommen der Städte und der Teilung von Arbeiten wurden Getreidespeicher immer wichtiger, da Möglichkeiten geschaffen werden mussten, auch größere Mengen von Menschen, die selber keine Landwirtschaft betrieben, mit Getreide zu versorgen. Neben diesem sozialpolitischen Aspekt wurden Getreidespeicher auch als eine wirtschaftspolitische Maßnahme gesehen, Einfluss auf den Kornpreis zu nehmen und diesen zu stabilisieren.

    Das geplante Projekt soll einen Überblick über die Getreidespeicher- und Getreidehandelspolitik zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert geben. Deren Entwicklung soll gezeigt werden, indem sowohl verschiedene, letztendlich gescheiterte Projekte zur Einrichtung von Getreidespeichern, als auch die Etablierung eines umfassenden Magazinsystems im 18. Jahrhundert in den Blick genommen werden. Dabei sollen die diversen Interessen und Interessenkonflikte bei der Planung, der Einrichtung und dem Betrieb von Getreidespeichern untersucht werden. Gerade auch die verschiedenen konkurrierenden und koexistierenden Sicherheitskonzepte, besonders das Verhältnis von Getreidespeichern und Getreidesperren, sowie der Einfluss freihändlerischer Konzepte sind dabei von Interesse. Betrachtet werden sollen auch die zahlreichen Denkschriften zur Getreidespeicherung, um zu untersuchen, welche Erwartungen und Hoffnungen theoretisch in die Magazine gesetzt wurden. Letztendlich soll auch kritisch hinterfragt werden, welche Effekte Getreidemagazine und Getreidesperren hatten, ob sich tatsächlich eine preisregulierende Wirkung einstellte, die Menschen in Krisenzeiten wirklich besser mit Getreide versorgt wurden oder sich zumindest ein positiver Effekt durch ein gesteigertes Sicherheitsempfinden einstellte.

    Curriculum Vitae

    Lebenslauf

    • seit 11/16: Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-GK 1919 „Vorsorge, Voraussicht, Vorhersage. Kontingenzbewältigung durch Zukunftshandeln.“ am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen
    • 10/13-09/16: Masterstudium Geschichte und Germanistik an der Universität Duisburg-Essen. Titel der Abschlussarbeit: „Weil er geführt ein Wolff leben. Hintergründe, Rezeption und Deutungen des Werwolfprozesses gegen Peter Stump im späten 16. Jahrhundert.“
    • 09/07-03/13: Bachelorstudium Geschichte und Germanistik an der Universität Duisburg-Essen. Titel der Abschlussarbeit: „Die Zauberer-Jackl-Prozesse als Instrument zur Vernichtung der Unterschicht?“

    Veröffentlichungen

    • Rezension zu: Dohms, Peter (Hg.): Kleine Geschichte der Kevelaer-Wallfahrt – Von den Anfängen bis heute. Kevelaer 2008. In: Niederrhein-Magazin 7 (2009). Seite 26f.

    Stipendien

    • 10/2015 – 09/2016: UDE-Stipendium im Rahmen des Deutschlandstipendiums