Personen im Historischen Institut: Prof. Dr. Christoph Marx


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Geisteswissenschaften/Geschichte
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  • --- Geschichte - Außereuropäische Geschichte
  • Universitätsprofessor/in Historisches Institut - zuständiges Sekretariat Frau Köffer, R12 V05 D93
  • Vorsitzender Promotionsausschuss Dr. phil.

Forschungsschwerpunkte

Geschichte der Apartheid in Südafrika
Geschichte Simbabwes
Vergleichende Geschichte der kolonialen Frontier
Geschichte der indischen Diaspora
Koloniale und nationale Geschichtsmythen in Afrika

Wissenschaftlicher Werdegang

seit April 2002
Professor für Außereuropäische Geschichte an der Universität Duisburg-Essen

1996
Habilitation in Freiburg bei Wolfgang Reinhard

Okt.1992-März 1993
Teilnahme am Forschungsseminar „Rethinking Nationalism“ an der Universität Tel Aviv. Forschungsaufenthalte in Südafrika und Zimbabwe.

1987
Promotion in Freiburg bei Ernst Schulin

1984-85
Stipendiat der Gerda-Henkel-Stiftung

Studium von Geschichte und Musikwissenschaft in Freiburg und Grahamstown (Südafrika)

Christoph Marx, geb. 1957

Forschungsprojekte

Bearbeiter: Prof. Dr. Christoph Marx

Hendrik Verwoerd - Eine intellektuelle Biographie           

Leiter: Prof. Dr. Christoph Marx - Einzelforschung / Außereuropäische Geschichte
Laufzeit: Eine Monographie zum Thema ist in Vorbereitung. Bereits erschienen sind unten genannte Aufsätze und Buchbeiträge

Intellektuelle Biographie des „mastermind“ der Apartheidpolitik in Südafrika, Hendrik Verwoerd (Premierminister von 1958 bis 1966). Dabei soll vor allem das politische Denken Verwoerds, weniger seine Handlungen als Politiker, im Zentrum stehen, insbesondere werden erstmals seine frühere akademische Karriere als Psychologe und Soziologe mit seiner späteren journalistischen und politischen Karriere im Zusammenhang gesehen. Hendrik Verwoerd wird zudem als einer der großen Täter im Kontext des „Age of Extremes“ gesehen, wie der britische Historiker Eric Hobsbawm das 20. Jahrhundert charakterisierte. Diese Zeitalter ist durch eine massive Expansion der staatlichen Handlungsmöglichkeiten und -ansprüche sowie eine wissenschaftliche Fundierung von Politik mit starker Betonung der Planung gekennzeichnet.

Bereits erschienen sind folgende Aufsätze und Buchbeiträge:

Zukunft durch Apartheid? Verwoerds Rassenideologie, Südafrikas Außenpolitik und der Westen, in: Zeithistorische Forschungen 13, 2 (2016), S. 210-230: http://www.zeithistorische-forschungen.de/2-2016/id=5353

Wissen, Nichtwissen und Gewissheiten als Grundlage der Apartheid-Politik in Südafrika, in: Mark Häberlein, Stefan Paulus und Gregor Weber (Hg.): Geschichte(n) des Wissens. Festschrift für Wolfgang E. J. Weber zum 65. Geburtstag, Augsburg 2015, S. 725–740.

Südafrikas Austritt aus dem Commonwealth 1961, in: Michaela Bachem-Rehm, Claudia Hiepel, Henning Türk (Hg): Teilungen überwinden. Europäische und internationale Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Festschrift für Wilfried Loth, München 2014, S. 361-371.

Hendrik Verwoerd and the Leipzig School of Psychology in 1926, in: Historia, 58, 2, 2013, S. 91-118. http://www.scielo.org.za/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S0018-229X2013000200005&lng=en&nrm=iso

Hendrik Verwoerd’s Long March to Apartheid: Nationalism and Racism in South Africa, in: Manfred Berg, Simon Wendt (Hg.), Racism in the Modern World. Historical Perspectives on Cultural Transfer and Adaptation, New York – Oxford (Berghahn Books) 2011, S. 281-302.

Verwoerdian Apartheid and African Political Elites in South Africa, 1950-68, in: Dülffer, Jost; Frey, Marc (Hg.): Elites and Decolonization in the Twentieth Century (Cambridge Imperial and Post-Colonial Studies), Basingstoke 2011, S. 138-156.

From trusteeship to self-determination: L. J. du Plessis’ thinking on apartheid and his conflict with H. F. Verwoerd, in: Historia, 55, 2, 2010, S. 50-75. http://www.scielo.org.za/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S0018-229X2010000200008&lng=en&nrm=iso

Bearbeiter: Prof. Dr. Christoph Marx

Robert Mugabe - Biographie in der Reihe "Diktatoren des 20. Jahrhunderts", hg. von Thomas Schlemmer, Andreas Wirsching Und Hans Woller, Beck-Verlag München

Leiter: Prof. Dr. Christoph Marx - Einzelforschung / Außereuropäische Geschichte
Laufzeit: Das Manuskript ist abgeschlossen, das Buch wird am 19. September 2017 erscheinen.

Diese Biographie wirft einen neuen Blick auf den simbabwischen Staatspräsidenten Robert Mugabe, der seit 1980 der erste und einzige Regierungschef (Premierminister von 1980-1987 und Präsident seit 1987) ist. Mugabe wird als Zugehöriger einer nationalistischen Elite beschrieben, deren Politik von Anfang an durch Gewalthandeln geprägt war. Während Mugabe lange Zeit im Westen als zunächst erfolgreicher Reformer galt, der erst nach 2000 durch gewaltsame Besetzungen weißer Farmen und eine eklatante Misswirtschaft sein Land in den Abgrund trieb, zeigt die Biographie die Kontinuitäten im Handeln des Politikers Mugabe auf. Dabei wird deutlich, dass der Konflikt zwischen den simbabwischen Nationalisten und des weißen Siedlerregimes unter Ian Smith eine bemerkenswerte Fortsetzung diktaturischer Strukturen vom Siedlerstaat zu den afrikanischen Nationalisten zur Folge hatte. Die Diktatur Mugabes ist ein Nachbild der weißen Kolonialherrschaft.

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Abgeschlossene Forschungsprojekte

Bearbeiter: Prof. Dr. Christoph Marx

Deutsche evangelische Kirche im kolonialen südlichen Afrika

Leiter: Prof. Dr. Christoph Marx
Drittmittelgeber: DFG (Finanzielle Förderung eines Workshops in Pretoria, Okt. 2008)
Laufzeit: 2007 - 2015

Interdisziplinäre (Geschichte, Theologie, Kirchengeschichte) und länderübergreifende (Deutschland, Namibia, Südafrika) Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit der lutherischen Kirchen und ihrer Missionswerke. Die zweite Phase bezieht auch die reformierten Kirchen ein und wird die Zeit von den späten 1920er bis in die 1980er Jahre, d.h. die Zeit des Nationalsozialismus und die Apartheid, umfassen. Die Forschung wird sowohl die Kooperation der Kirche mit dem Apartheidstaat, die Haltung der Siedlerkirchen und Missionsgesellschaften zum Nationalsozialismus,  die Beteiligung von Vertretern der evangelischen Kirchen am Widerstand gegen die Apartheidpolitik und die vielfachen Verflechtungen der afrikanischen Kirchen mit den evangelischen Kirchen in Deutschland behandeln. Über eine reine Institutionengeschichte hinaus sollen auch Formen wechselseitiger Wahrnehmung, Vorurteilsstrukturen und kulturelle Wertmuster untersucht werden.
 

Namen der Beteiligten

Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) und ihre Mitgliedskirchen sowie die evangelischen Missionswerke und die evangelischen Partnerkirchen in Südafrika und Namibia.

Im Wissenschaftlichen Beirat sind u.a. beteiligt: Prof. Dr. Jürgen Kampmann (Theologe, Tübingen), Prof. Dr. Klaus Koschorke (Außereuropäische Christentumsgeschichte, München), Prof. Dr. Christine Lienemann (Theologin, Basel)

Prof. Dr. Christoph Marx war Mitglied des Wissenschaftlichen Beitrags während der gesamten Zeit des Projekts (2007-2015).

Der Sammelband ist 2015 publiziert worden: Hanns Lessing, Tilmann Dedering, Jürgen Kampmann, Dirkie Smit, (Hg.): Umstrittene Beziehungen / Contested Relations

Protestantismus zwischen dem südlichen Afrika und Deutschland von den 1930er Jahren bis in die Apartheidzeit / Protestantism between Southern Africa and Germany from the 1930s to the Apartheid Era, Wiesbaden 2015.

Ein erster Band ist bereits einige Jahre zuvor erschienen: Hanns Lessing, Julia Besten, Tilman Dedering, Christian Hohmann und Lize Kriel (Hg.): Deutsche evangelische Kirche im kolonialen südlichen Afrika. Die Rolle der Auslandsarbeit von den Anfängen bis in die 1920er Jahre, Wiesbaden 2011.

Mitgliedschaften und Herausgebertätigkeiten

Herausgeber von Dhau – Jahrbuch für außereuropäische Geschichte

Forschungsprojekte der Abteilung Außereuropäische Geschichte

Prof. Dr. Christoph Marx
Hendrik Verwoerd - Eine intellektuelle Biographie 

Prof. Dr. Christoph Marx
Robert Mugabe - Biographie in der Reihe "Diktatoren des 20. Jahrhunderts", hg. von Thomas Schlemmer, Andreas Wirsching Und Hans Woller, Beck-Verlag München

Dr. Stephanie Zehnle
Leopardenmänner, Krododilsmenschen, Affenmenschen. Tier-Mensch-Verwandlung vor kolonialen Gerichten Afrikas (1880 – 1950)

Sarah Benneh-Oberschewen, M.A.
Vorkoloniale Urbanität und ihre Darstellung in den Reiseberichten europäischer Afrikareisender

Claudia Berger, M.A.
Zukunftshandeln und Netzwerkdynamiken im Vorfeld der Gründung der Union of South Africa

Amad Hamid, M.A.
Zwischen Schwarz und Weiß. Die südafrikanischen Coloureds und die Apartheid

Bianca Kierstein, M.A.
We are still here. Die historische Analyse des kollektiven Gedächtnisses der Native Americans, basierend auf den Interaktionen mit der westlichen Bevölkerung und die Konsequenzen für die heutige nordamerikanische Gesellschaft

Felicitas Meyer, M.A.
Von der Feindschaft. Der Progrom von Constantine aus mikro- und globalgeschichtlicher Perspektive

Aljoscha Tillmanns, M.Ed.
Inkatha während des politischen Umbruchs