Personen im Historischen Institut: Nicole Wiederroth


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Forschungsschwerpunkte

African History
Environmental History
Media History
History of Colonialism

Wissenschaftlicher Werdegang

since June 2015
Research Assistant, Department of History, Global History, University Hamburg. Research project: "Between Famine and Genocide. Environmental Violence and Resource Conflicts in Eastern Africa" (funded by the cluster of excellence CliSAP).

April - June 2015
Research Assistant, Historical Institute, Extra-European History, University of Duisburg-Essen.

2013 - 2014
Research Assistant, Historical Institute, Extra-European History, University of Duisburg-Essen.

2009 - 2012
Research Assistant, Historical Institute, Extra-European History, University Duisburg-Essen. Research project: „Politik gegen Faschismus und Nationalsozialismus in der Südafrikanischen Union“ (funded by the German Research Foundation, DFG).

until 2005
Studies of African Studies and Gender Studies at Humboldt-University of Berlin.

Forschungsprojekt

Bearbeiterin: Dr. Nicole Wiederroth  

Titel: Politik gegen Faschismus und Nationalsozialismus in der Südafrikanischen Union

Leiter: Prof. Dr. Christoph Marx
Drittmittelgeber: DFG
Laufzeit: 2009 - 2015

Ein von der DFG gefördertes Promotionsprojekt untersucht die Politik gegen Faschismus und Nationalsozialismus der südafrikanischen Regierung während des 2. Weltkrieges. Erstmals werden hier verschiedene Propagandaformen bzw. die gezielte Informations- und Meinungslenkung insbesondere der Zivilverwaltung, aber auch des Militärs analysiert.

1939 trat Südafrika auf Seiten der Alliierten in den Krieg ein. Die Regierung begründete ihren Schritt gegen Faschismus und Nationalsozialismusmit dem notwendigen Kampf für Demokratie und Freiheit. Bedeutsam war dies insofern, als dass die parlamentarische Opposition der National Party wie auch die außerparlamentarische afrikaans-nationalistische Bewegung in den 1930er und 1940er Jahren stark mit faschistischen Ordnungsmodellen sympathisierten. Das Projekt konzentriert sich auf ausgewählte Institutionen und regierungsnahe Organisationen, die im Propagandabereich in und für verschiedene Gesellschaftsgruppen agierten. Hierbei wird auch sichtbar, auf welchen seinerzeit verbreiteten Demokratie- und Freiheitsverständnis die Regierung ihre Informations- und Meinungslenkung überhaupt aufbaute. Die dann darauf basierende Rechtfertigung der Kriegsbeteiligung entwickelte schließlich deshalb eine innenpolitische Brisanz, weil Südafrika selbst keine Demokratie war, die Regierung jedoch diesbezüglich Erwartungen weckte.

Angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Propagandamaterialien werden verschiedene Medien, nämlich Printmedien, aber auch Film und Rundfunk untersucht. Ziel ist es, ein umfassendes und differenziertes Verständnis der damaligen Propagandatätigkeiten zu entwickeln. Entsprechend der heterogenen Zusammensetzung und rassistischen Strukturierung der Gesellschaft in der Südafrikanischen Union waren unterschiedliche Institutionen und Organisationen mit der neuen Aufgabe betraut. Während die südafrikanische Regierung je nach Zielgruppe zwar unterschiedliche Schwerpunkte in ihrer Propaganda setzte, erfuhren gleiche Themen in Abhängigkeit von der Zielgruppe eine unterschiedliche Gestaltung und propagandistische Umsetzung. Nicht zuletzt kamen dadurch stereotype Vorstellungen bezüglich der jeweils angedachten Zielgruppe zum Ausdruck. So ging z.B. die Propaganda für Schwarze mit gezielten Informationslücken und einer Simplifizierung der Ereignisse einher, zudem entfiel der Demokratieaspekt hier völlig. So diskutierte der ANC ausführlich die Atlantic Charter, in der Regierungspropaganda für Schwarze fand sie dagegen keinen Raum. Lediglich der Freiheitsbegriff wurde im Zusammenhang mit Rekrutierungskampagnen aufgegriffen, beispielsweise im Fall der Zulu und deren tradiertes Freiheitsstreben. Sowohl Rundfunk und Film als auch die Druckerzeugnisse der Regierung benutzten für die Schwarze Bevölkerung eine auffallend einfache Sprache, die sich nicht unbedingt mit dem verwendeten Medium rechtfertigen ließ. Was die Begriffe Demokratie und Freiheit anbelangte, so spielten diese in der Propaganda für Weiße dagegen eine große Rolle. Dementsprechend appellierte die Regierung bei afrikaanssprachigen Weißen an deren vermeintlich traditionelles Demokratieverständnis. Dieses Projekt bildet das Gegenstück zu der Studie über radikalen Afrikaaner-Nationalismus und die Geschichte der Ossewabrandwag von Christoph Marx, die 2008 in englischer Übersetzung erschienen ist.

Publications/Theses/Editorial Work

Südafrikas Propaganda im Zweiten Weltkrieg. Zur medialen Legitimation einer kolonialen Ordnung. St. Ingbert: Röhrig Universitätsverlag (2016).

Radio broadcasting for blacks during the Second World War: "It could be dangerous ...", Historia. Journal of the Historical Association of South Africa 57,2 (2012), pp. 104-149 (http://www.scielo.org.za/pdf/hist/v57n2/04.pdf).

"'The stories they tell us are of fables' – Der Broadcasting Service für die schwarze Bevölkerung in der Südafrikanischen Union, 1940-1945", Stichproben. Wiener Zeitschrift für kritische Afrikastudien 12,22 (2012), pp. 61-101 (http://stichproben.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/p_stichproben/Artikel/Nummer22/22_Wiederroth.pdf).

Magistra Artium thesis (unpublished): „Die Konstruktion der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft zur Legitimation kolonialrevisionistischer Bestrebungen: Nationalsozialistische Deutschtumspolitik in der Südafrikanischen Union“, Department of African Studies, Humboldt-University of Berlin (October 2005).

Periplus – Jahrbuch für außereuropäische Geschichte. Weltwissen vor Kolumbus 23 (2013).