Personen im Historischen Institut: Nicole Wiederroth

Anschrift
Universitätstr. 12
45141 Essen
Raum
R12 V05 D90
Sprechzeiten
sh. Website des Historischen Instituts

Funktionen

  • Wiss. Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter, Historisches Institut
Portrait

Die folgenden Publikationen sind in der Online-Universitätsbibliographie der Universität Duisburg-Essen verzeichnet. Weitere Informationen finden Sie gegebenenfalls auch auf den persönlichen Webseiten der Person.

    Artikel in Zeitschriften

  • Wiederroth, Nicole
    "'The stories they tell us are of fables' - Der Broadcasting Service für die schwarze Bevölkerung in der Südafrikanischen Union, 1940-1945"
    In: Stichproben. Wiener Zeitschrift für kritische Afrikastudien Jg. 12 (2012) Nr. 22, S. 61 - 101
    ISSN: 1992-8629; 1992-8610
  • Wiederroth, Nicole
    Radio broadcasting for blacks during the Second World War: "It could be dangerous ..."
    In: Historia. Journal of the Historical Association of South Africa Jg. 57 (2012) Nr. 2, S. 104 - 149
    ISSN: 0018-229X

Research Focus and Interests

African History
Environmental History
Migration and Mobility Studies
Media History
History of Colonialism and Imperialism

 

Academic Biography

Since April 2019
Research Associate and Lecturer, Historical Institute, Extra-European History, University of Duisburg-Essen

2018 - 2019
Joint Junior Research Fellow, German Historical Institute London & Institute of Advanced Studies, UCL (funded by the Max Weber Foundation)

2015 - 2018
Postdoc Researcher, Department of History, Global History & CliSAP, CEN, University of Hamburg. Research project: “(Forced) Migration, Environmental Change and Climate” (funded by the German Research Foundation).

2013 - 2015
Research Associate and Lecturer, Historical Institute, Extra-European History, University of Duisburg-Essen (with interruptions)

2009 - 2012
Research Associate, Historical Institute, Extra-European History, University Duisburg-Essen. Research project: „Politik gegen Faschismus und Nationalsozialismus in der Südafrikanischen Union“ (funded by the German Research Foundation).

Until 2005
Studies of African Studies and Gender Studies at Humboldt-University of Berlin.

 

Research Projects

Current Research Project
Changing Environment, Changing Perspectives. Processes of Mobility, Transformation and (Re-)Interpretation of Eastern Africa

With a geographical focus on today’s Western Tanzania the research project examines a diverse and entangled history of human and non-human mobility, environmental change, and possible (re-)interpretations of history from pre-colonial to post-colonial times. It will consider how different actors, such as traders, so-called explorers, as well as refugees, (internal) migrants, government officials or (inter-)national humanitarian organisations with their ideas, interests and activities shaped the landscape over a period of approximately 150 years. Based on an interdisciplinary approach the project will offer insight into possible coping mechanisms to environmental change and suggests ideas on how assumed separate historical processes were intertwined through space and time, by motives, knowledge and/or specific conditions.


 

Politik gegen Faschismus und Nationalsozialismus in der Südafrikanischen Union

Leiter: Prof. Dr. Christoph Marx
Bearbeiterin: Nicole Wiederroth 
Drittmittelgeber: DFG
Laufzeit: 2009 - 2015

Ein von der DFG gefördertes Promotionsprojekt untersucht die Politik gegen Faschismus und Nationalsozialismus der südafrikanischen Regierung während des 2. Weltkrieges. Erstmals werden hier verschiedene Propagandaformen bzw. die gezielte Informations- und Meinungslenkung insbesondere der Zivilverwaltung, aber auch des Militärs analysiert.

1939 trat Südafrika auf Seiten der Alliierten in den Krieg ein. Die Regierung begründete ihren Schritt gegen Faschismus und Nationalsozialismusmit dem notwendigen Kampf für Demokratie und Freiheit. Bedeutsam war dies insofern, als dass die parlamentarische Opposition der National Party wie auch die außerparlamentarische afrikaans-nationalistische Bewegung in den 1930er und 1940er Jahren stark mit faschistischen Ordnungsmodellen sympathisierten. Das Projekt konzentriert sich auf ausgewählte Institutionen und regierungsnahe Organisationen, die im Propagandabereich in und für verschiedene Gesellschaftsgruppen agierten. Hierbei wird auch sichtbar, auf welchen seinerzeit verbreiteten Demokratie- und Freiheitsverständnis die Regierung ihre Informations- und Meinungslenkung überhaupt aufbaute. Die dann darauf basierende Rechtfertigung der Kriegsbeteiligung entwickelte schließlich deshalb eine innenpolitische Brisanz, weil Südafrika selbst keine Demokratie war, die Regierung jedoch diesbezüglich Erwartungen weckte.

Angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Propagandamaterialien werden verschiedene Medien, nämlich Printmedien, aber auch Film und Rundfunk untersucht. Ziel ist es, ein umfassendes und differenziertes Verständnis der damaligen Propagandatätigkeiten zu entwickeln. Entsprechend der heterogenen Zusammensetzung und rassistischen Strukturierung der Gesellschaft in der Südafrikanischen Union waren unterschiedliche Institutionen und Organisationen mit der neuen Aufgabe betraut. Während die südafrikanische Regierung je nach Zielgruppe zwar unterschiedliche Schwerpunkte in ihrer Propaganda setzte, erfuhren gleiche Themen in Abhängigkeit von der Zielgruppe eine unterschiedliche Gestaltung und propagandistische Umsetzung. Nicht zuletzt kamen dadurch stereotype Vorstellungen bezüglich der jeweils angedachten Zielgruppe zum Ausdruck. So ging z.B. die Propaganda für Schwarze mit gezielten Informationslücken und einer Simplifizierung der Ereignisse einher, zudem entfiel der Demokratieaspekt hier völlig. So diskutierte der ANC ausführlich die Atlantic Charter, in der Regierungspropaganda für Schwarze fand sie dagegen keinen Raum. Lediglich der Freiheitsbegriff wurde im Zusammenhang mit Rekrutierungskampagnen aufgegriffen, beispielsweise im Fall der Zulu und deren tradiertes Freiheitsstreben. Sowohl Rundfunk und Film als auch die Druckerzeugnisse der Regierung benutzten für die Schwarze Bevölkerung eine auffallend einfache Sprache, die sich nicht unbedingt mit dem verwendeten Medium rechtfertigen ließ. Was die Begriffe Demokratie und Freiheit anbelangte, so spielten diese in der Propaganda für Weiße dagegen eine große Rolle. Dementsprechend appellierte die Regierung bei afrikaanssprachigen Weißen an deren vermeintlich traditionelles Demokratieverständnis. Dieses Projekt bildet das Gegenstück zu der Studie über radikalen Afrikaaner-Nationalismus und die Geschichte der Ossewabrandwag von Christoph Marx, die 2008 in englischer Übersetzung erschienen ist.

 

Publications

(in print) "Das Mwese Highland Refugee Settlement und (Neu)Interpretationen des Wandels. Zum Ringen zwischen Mensch und Natur", SAECULUM. Jahrbuch für Universalgeschichte 69,1 (2019).

Südafrikas Propaganda im Zweiten Weltkrieg. Zur medialen Legitimation einer kolonialen Ordnung. St. Ingbert: Röhrig Universitätsverlag (2016).

Radio broadcasting for blacks during the Second World War: "It could be dangerous ...", Historia. Journal of the Historical Association of South Africa 57,2 (2012), pp. 104-149 (http://www.scielo.org.za/pdf/hist/v57n2/04.pdf).

"'The stories they tell us are of fables' – Der Broadcasting Service für die schwarze Bevölkerung in der Südafrikanischen Union, 1940-1945", Stichproben. Wiener Zeitschrift für kritische Afrikastudien 12,22 (2012), pp. 61-101 (http://stichproben.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/p_stichproben/Artikel/Nummer22/22_Wiederroth.pdf).