Aljoscha Tillmanns


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Historisches Institut
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    Projektskizze

    Politische Initiativen und politisches Handeln der Inkatha: Verpasste Chance zur Demokratisierung oder Apartheid im neuen Mantel?

    In den 1980er Jahren und besonders zu Beginn der 1990er Jahre zeichnete sich in Südafrika ab, dass sich das autoritäre Apartheidregime auf Dauer mit Waffengewalt kaum würde halten können, zu groß war die Belastung für Staatshaushalt und Wirtschaft, zu groß der Widerstand durch ANC, UDF und andere Widerstandsorganisationen. Falls es letzten Endes zu einer Entscheidung durch Waffengewalt kommen sollte, war das weitere Geschehen offen – würde der ANC einen demokratischen Wandel einleiten oder an die Stelle des Apartheidregimes treten, sozusagen eine umgekehrte Apartheid einrichten? So jedenfalls die Sorge mancher Weißer. Was würde mit denjenigen passieren, die (markt)wirtschaftlich etwas aufgebaut hatten, was mit denjenigen, die von den Apartheidstrukturen direkt oder indirekt profitierten? Schließlich gab sich der ANC betont kommunistisch und wollte die bisherigen Apartheidstrukturen, besonders die Homelands, auflösen. Die Homelands waren die Siedlungsgebiete, die den schwarzen Südafrikanern nach Eroberungskriegen und Enteignungen geblieben waren – mehr Flickenteppiche im Staatsgebiet Südafrikas als tatsächlich zusammenhängende Reservate.

    All die oben genannten Fragen betrafen einen Homelandführer, der von der Apartheidregierung akzeptiert und in seiner Rolle als Chefminister des Homelands auch von der südafrikanischen Regierung bezahlt wurde: Mangosuthu Gatsha Buthelezi. Er hatte 1975 die als Kulturorganisation gegründete Inkatha reformiert und zu einer Quasi-Partei gemacht, die nun seine Machtbasis bildete und nach eigenen Angaben mehr als eine Million Mitglieder umfasste. Als Chefminister konnte er zudem mit dem Geld der südafrikanischen Regierung ein Patronagenetzwerk aufbauen. Buthelezi war offen kapitalistisch orientiert und auch wirtschaftlich aktiv, so verfügte seine Inkatha über einen eigenen Hedgefonds und er pflegte gute Kontakte zur südafrikanischen Wirtschaft. Zwar proklamierte er wiederholt, dass er gegen die Apartheid sei, doch was würde unter der Herrschaft des ANC mit einem schwarzen Politiker geschehen, der wirtschaftlich entgegengesetzte Vorstellungen hatte und von der Apartheid profitierte? Er konnte mindestens davon ausgehen, dass seine Bezüge gestrichen würden.

    Daraus ergeben sich folgende Fragestellungen:

    •  Wie versuchen Buthelezi und die Inkatha sich auf das drohende gewaltsame Ende Apartheid mit den damit verbundenen Veränderungen vorzubereiten, darauf einzuwirken, es zu verhindern?
    • Wie denken sie über ihre Zukunft? Wie werden verschiedene mögliche Veränderungen (politisch, sozial, wirtschaftlich) bewertet? Mit welchen Entwicklungen wird gerechnet?

    Curriculum Vitae

    Lebenslauf

    • Seit 2016: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Graduiertenkolleg 1919: "Vorsorge, Voraussicht, Vorhersage. Kontingenzbewältigung durch Zukunftshandeln"
    • 2016 Masterarbeit zum Thema: Bundesregierung, Konrad-Adenauer-Stiftung und Inkatha 1985-1994: Entwicklungshilfe oder Verfolgung strategischer Interessen?
    • 2014-2016 Masterstudium (Master of Education) der Fächer Geschichte, Deutsch und Bildungswissenschaften
    • 2015-2016 Studentische Hilfskraft, Historisches Institut, Didaktik der Geschichte
    • 2014 Bachelorarbeit zum Thema: Abspaltung und Gründung der Progressive Party Südafrikas – Formation liberaler parlamentarischer Opposition?
    • 2011-2014 Bachelorstudium (Bachelor of Arts) mit Lehramtsoption der Fächer Geschichte, Deutsch und Bildungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen

    Veröffentlichungen

    • Tillmanns, Aljoscha: Bundesregierung, Konrad-Adenauer-Stiftung und Inkatha 1985-1994: Entwicklungshilfe oder Verfolgung strategischer Interessen? Hamburg 2016.
    • Tillmanns, Aljoscha: Abspaltung und Gründung der Progressive Party Südafrikas – Formation liberaler parlamentarischer Opposition? München 2014.