Post-Doc Dr. Daniel Emmelius

GeiWi/Hist. Inst.
Anschrift
Universitätsstr. 2
45141 Essen
Raum
R09 S03 B78

Funktionen

  • Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in, Geschichte

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Projektskizze Wüsten in der Antike als Räume der Kontingenzbewältigung und -eröffnung

Das Forschungsprojekt zielt auf eine Untersuchung der vielfältigen Relevanz von Wüsten als Handlungs-, Interaktions- und Erfahrungsräumen für die Geschichte des antiken Mittelmeerraums. Ansatzpunkt der Untersuchung ist dabei die Überlegung, dass Wüsten – ähnlich wie Meere – bereits von den Menschen der Antike als Räume erfahren wurden, in denen sie v.a. aufgrund der extremen naturräumlichen Gegebenheiten einer erhöhten Kontingenz ausgesetzt waren. Sie hielten sowohl außerordentliche Herausforderungen wie auch außerordentliche Chancen bereit.

Es stellt sich also die Frage, auf welche Weise Menschen verschiedener Teilepochen der Antike mit dieser besonderen Kontingenz im Raum Wüste handelnd umgegangen sind. Dabei scheinen Wüsten Gegenstand vielfältiger Praktiken gewesen zu sein, die auf die Bewältigung von Kontingenz zielten und somit als Praktiken der Vorsorge, Voraussicht und Vorhersage verstanden werden können.

Hier ist etwa die teilweise nomadische Lebensweise der wüstenbewohnenden Gemeinschaften zu nennen, die aufgrund genauer Kenntnisse der Gegebenheiten und angepasster Lebensformen in der Lage waren, dauerhaft in der Wüste zu leben und die aus diesen Aspekten sich ergebenden Vorteile in der Interaktion mit den benachbarten Stadtkulturen auch nutzen konnten. Zu den großen Chancen, die sich aus der Erschließung von Wüstengebieten ergaben, gehörte auch der wüstendurchquerende Handel, der allerdings kontingenzreduzierende Strukturen erforderte.  Hier ist an die Einrichtung und Unterhaltung von Karawanenrouten und die damit in Zusammenhang stehende Entwicklung von Oasenstädten zu nennen. Das vielleicht naheliegendste Element einer kontingenz-bewältigenden Praxis von Seiten der antiken Stadtkulturen stellt die geo- und ethnographische Beschreibung der Wüstengebiete und ihrer Bewohner dar. In der christlich-jüdischen Tradition schließlich galten Wüsten vielfach als Orte des Kontakts mit der Transzendenz. Daran anschließend wurde insbesondere die ägyptische Wüste ab dem 4. Jh. n.Chr. die Keimzelle der monastischen Bewegung, die dort wiederum neuartige und langlebige Strukturen etablierte.

Ziel des zu entwickelnden Forschungsprojektes soll es insgesamt sein, zu untersuchen, inwiefern Menschen einerseits durch Vorsorge und Voraussicht Kontingenz zu reduzieren suchten, um so andererseits neue Chancen und Handlungsoptionen zu gewinnen. Inwiefern beim Untersuchungszeitraum dabei auch über die Antike hinausgegriffen werden kann, ist gegenwärtig noch nicht abzusehen.

Forschung

  • Habilitationsprojekt: Wüsten in der Antike als Räume der Kontingenzbewältigung und -eröffnung
  • Abgeschlossenes Dissertationsprojekt: Grenzen schreiben. Das Pomerium und die Konstitution von Stadtgrenzen im antiken Rom (ausgezeichnet mit dem Dissertationspreis der Universitätsgesellschaft Bielefeld 2020)

 

Bildungsweg

  • September 2020: Zweites Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen
  • Mai 2019 bis Oktober 2020: Studienreferendar für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen am Zentrum für schulpraktische Lehrerbildung (ZfsL) Bielefeld
  • Februar 2020: Promotion (Erstgutachter: Prof. Dr. Uwe Walter; Zweitgutachterin: Prof. Dr. Therese Fuhrer)
  • April 2015 – März 2020: Doktorand an der Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie der Universität Bielefeld; Doctoral Researcher in der Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS)           
  • November 2012: Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien
  • Oktober 2005 – November 2012: Studium der Fächer Geschichte und Lateinische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Universität Rom „La Sapienza“
  • Mai 2005: Abitur am Albrecht-Dürer-Gymnasium Hagen

Stipendien und universitäre Anstellungen

  • Seit November 2020: Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Postdoc) im Graduiertenkolleg 1919 „Vorsorge, Voraussicht, Vorhersage. Kontingenzbewältigung durch Zukunftshandeln“ an der Universität Duisburg-Essen
  • Juli 2018 – Dezember 2018: Promotionsabschlussstipendium des Bielefelder Nachwuchsfonds
  • April 2018 – Juli 2018: Lehrbeauftragter am Historischen Institut der Leibniz-Universität Hannover
  • April 2017 – Juli 2017: Lehrbeauftragter in der Abteilung Geschichtswissenschaft der Universität Bielefeld
  • Januar 2015 – Juni 2018: Promotionsstipendium des Evangelischen Studienwerks Villigst
  • Oktober 2007 ­­– September 2009: Studentische Hilfskraft am Seminar für Alte Geschichte der Universität Freiburg

Monographie

  • Das Pomerium. Geschriebene Grenze des antiken Rom (Studien zur Alten Geschichte Band 30), Göttingen 2021.

Vorträge (Auswahl)

  • „Roms magische Grenze? Zur Rolle des Pomeriums in der römischen Republik und der Kaiserzeit", Universität Duisburg-Essen, Althistorisches Kolloquium, 28.11.2018 / WWU Münster, Münsteraner Althistorische Gespräche, 29.04.2019
  • Pomerium quid esset... Vielstimmigkeit und Eigendynamik im Diskurs um eine Grenze Roms", LMU München, Forschungsseminar Latinistik, 26.06.2018
  • „Das Pomerium Roms – eine magische Grenze des Stadtgebiets?“, Giornata di Studio „Die Grenzen Roms in der Antike“ – „I confini di Roma nell’antichità“, Deutsches Archäologisches Institut Rom, 13.–14.09.2017
  • „Wissensraum und Grenze. Das Pomerium Roms in der spätrepublikanischen und augusteischen Literatur“, Forschungsatelier „Spatia Sapientiae“, gefördert von der Deutsch-Französischen Hochschule und der Stiftung Humanismus Heute, Universität Strasbourg, 24.–26.09.2015

Sonstiges Engagement (Auswahl)

  • Dezember 2016 – November 2017: Mitarbeit im Programmausschuss des Ev. Studienwerk Villigst, (Gremium zur Organisation der ideellen Förderung der Stipendiat*innen)
  • Oktober 2016 – September.2017: Doctoral Representative for Internationals in der Bielefeld Graduate School for History and Sociology (Interessenvertretung für internationale Promovierende)

Forschungsinteressen

  • Geschichte der Stadt Rom in der Antike
  • Religion und Politische Ordnung in der römischen Republik
  • Antiquarische Forschung und antiquarischer Diskurs im antiken Rom und in der frühen Altertumswissenschaft
  • Wahrnehmung und Konstruktion von Grenzen und geographischen Räumen in der Antike
  • Wüsten in der Antike und ihre Rolle im Kontext von Religion, Krieg, Handel und Wissenserweiterung