Marie-Christin Schönstädt


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Universitätsstr. 12
45117 Essen
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R09 S03 B94
 
Geisteswissenschaften/Historisches Institut/Graduiertenkolleg
Telefon
+49 201 183 6877 (D: 0203/379-*, E: 0201/183-*)

    Projektskizze

    Wissenschaft im Umbruch. Die Rolle des Wissenschaftsrates bei der Wiedervereinigung

    Die Zeit um die Jahreswende 1989/90 ist im Kontext des Graduiertenkollegs eine interessante Teiluntersuchung. Bei der Wahl der letzten Volkskammer am 18. März 1990 und dem Sieg der „Allianz für Deutschland“ zeigte sich der Wunsch der Wählerinnen und Wähler der Bundesrepublik möglichst schnell beizutreten. Bis dahin war in allen Gesellschaftsbereichen offen, wohin die „Reise“ sinnbildlich führen würde. Das Promotionsvorhaben untersucht die Kontingenz und die möglichen Handlungsalternativen zur Übernahme des westdeutschen Wissenschaftssystems und soll eine Verflechtungsgeschichte von BRD und DDR werden, die im größeren Kontext der „Wende“-Geschichte zu verorten ist.

    Im Zuge der Wiedervereinigung 1990 kam es zu einem strukturellen Umbau der ostdeutschen Wissenschaftseinrichtungen. Vornehmlich in den Geistes-, Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften ging damit auch eine inhaltliche Neuausrichtung orientiert an westlichen Standards einher. Der strukturelle Umbau bedeutete einen Institutionentransfer des Wissenschaftssystems von West- nach Ostdeutschland.

    Eine erste These ist, dass der Wissenschaftsrat als westdeutsche Wissenschaftsinstitution maßgeblichen Einfluss auf die Neustrukturierung und den Umbau des Hochschulsystems der DDR hatte. Der von seinem Status schwer zu definierende Wissenschaftsrat steuert mit seinen Empfehlungen und Stellungnahmen das deutsche Wissenschaftssystem.

    Im Rahmen des Dissertationsprojektes wird die Frage gestellt, wie die Steuerungsfunktion des Wissenschaftsrates in der Zeit des Umbruchs von 1989/90 funktionierte und wovon das Handeln der Institution geprägt war. Im Erkenntnisinteresse steht also das Zukunftshandeln des Wissenschaftsrates und ganz entscheidend wie es zu diesen Handlungsempfehlungen kam. Dafür ist das Wissen um die DDR-Wissenschaft von Relevanz: Welche Vorstellungen hatte die westdeutsche Institution über das Wissenschafts- und Universitätssystem der DDR? Was waren lediglich Vermutungen und wie kamen Akteure des Wissenschaftsrates an gefestigtes Wissen über die Bedingungen in der DDR? Die Zukunftshandlungen anhand des Erfahrungswissens zu analysieren stehen damit im Fokus der Untersuchung.

    Curriculum Vitae

    Lebenslauf

    • seit November 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Graduiertenkolleg 1919: "Vorsorge, Voraussicht, Vorhersage. Kontingenzbewältigung durch Zukunftshandeln" an der Universität Duisburg-Essen
    • 8/9/2016 Praktikum im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadtverwaltung Dorsten (Aus der Arbeit des Praktikums entstand eine Informationsbroschüre über die Stadt Dorsten, an der Frau Schönstädt als Redaktionsassistenz mitwirkte: Stadt Dorsten (Hg.): Bürgerfibel, Dorsten 2017)
    • 7/2016 Master of Education mit der Abschlussarbeit: Wende, Umbruch, Transformation? Die Jahre 1989/90 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
    • 2016 Erasmus-Aufenthalt an der Universität Wien zum Anfertigen der Abschlussarbeit
    • 2015 Praxissemester an der Gesamtschule Schermbeck begleitet durch das Zentrum für schulpraktische Lehrerbildung in Kleve (sowie im Rahmen der Lehramtsausbildung diverse weitere Schulpraktika)
    • 2014 – 2016 Masterstudium für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen in Geschichte und Sozialwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen
    • 8/2014 Bachelor of Arts mit der Abschlussarbeit: Das Ende der Bismarckzeit 1890 – Die zeitgenössische Auseinandersetzung mit Bismarcks Entlassung in englischen und deutschen Karikaturen
    • 2011 – 2014 Bachelorstudium in den Fächern Geschichte und Sozialwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen

    Studentische/Wissenschaftliche Hilfstätigkeiten

    • 2015 – 2016 Studentische Hilfskraft am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen im Bereich Neuere und Neueste Geschichte bei Frau PD Dr. Kerstin Brückweh
    • 2015 Studentische Aushilfe im Historischen Archiv Krupp der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
    • 2013 – 2014 Studentische Hilfskraft am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen im Bereich Didaktik der Geschichte bei Prof. Dr. Markus Bernhardt