GeiWi/Hist. Institut
Anschrift
Universitätsstr. 12
45117 Essen
Raum
R12 S05 H19
Sprechzeiten
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Funktionen

  • Doktorand/in, Geschichte

Die folgenden Publikationen sind in der Online-Universitätsbibliographie der Universität Duisburg-Essen verzeichnet. Weitere Informationen finden Sie gegebenenfalls auch auf den persönlichen Webseiten der Person.

    Rezensionen

  • Zawadzki, Anja
    Kathrin Pajcic: Frauenstimmen in der spätmittelalterlichen Stadt? Testamente von Frauen aus Lüneburg, Hamburg und Wien als soziale Kommunikation
    In: Perspicuitas : Internet-Periodicum für mediävistische Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft (2014)
  • Zawadzki, Anja
    Falk, Birgitta/ Hülsen-Esch, Andrea (Hrsg.): Mathilde – Glanzzeit des Essener Frauenstifts, Essen 2011
    In: Niederrhein-Magazin (2012) Nr. 14, S. 53 - 54
    ISSN: 1867-9064
  • Beiträge in Sammelwerken und Tagungsbänden

  • Zawadzki, Anja
    Vornehm, reich und würdevoll : Wozu Adel verpflichtet
    In: „Aller Ehre werth und nicht leicht zu ersetzen...": Adel, Hof und Höflichkeit / Cölfen, Hermann; Filiz, Sevgi; Helmer, Karl; Herchert, Gaby (Hrsg.), 2015
    ISBN: 978-3-95605-009-1

Projektskizze Vorsorgestrategien und Zukunftshandeln in spätmittelalterlichen Testamenten

Das Dissertationsprojekt beschäftigt sich anhand des Lüneburger Testaments- und Rentenbestandes mit der Frage, wie spätmittelalterliche Stadtbewohner sich selbst, ihre Familien und Ressourcen für eine kontingente unsichere Zukunft abzusichern versuchten. Dabei werden die Quellen aus statistischer, inhaltlicher und praxistheoretischer Sicht untersucht und miteinander in Beziehung gesetzt, um somit das breite Spektrum der Vorsorgestrategien und Handlungsspielräume spätmittelalterlicher Bürger zu erschließen.

Forschungsprojekt

Renten für die Rente. Vorsorge und Zukunftshandeln im spätmittelalterlichen Lüneburg. 1400-1450

„Dat nicht wissers is, wanne de dod und nicht unwissers, wanne de stunde des dodes“. Diese, in spätmittelalterlichen Testamenten häufig genutzte Wendung verdeutlicht, dass der Tod den Menschen als einzige Gewissheit einer unsicheren Zukunft den Menschen zu allen Zeiten präsent war. Dies bedeutet zwangsläufig auch, dass man sich nicht mehr selbst, um die Versorgung der eigenen Familie und einem nahestehender Personen kümmern kann und konnte. An dieser Stelle setzt das Dissertationsprojekt an und beschäftigt sich mit der Frage, welche Perspektiven der Versorgung sich im Angesicht von zentralen Erfahrungen wie Alter und Krankheit erkennen lassen. Was planten die Bürger der spätmittelalterlichen Stadt Lüneburg für sich selbst und die Menschen ihrer unmittelbaren Umgebung hinsichtlich finanzieller und zukunftssichernder Versorgungs- und Vorsorgefragen? Lassen sich dabei explizit weibliche oder männliche Vorsorgestrategien ableiten?

Zur Beantwortung dieser Fragen erfolgt eine grundlegende Bearbeitung des Lüneburger Urkunden- und Amtsbuchbestandes. Im Fokus der Dissertation stehen dabei vor allem der Testaments- sowie der sehr umfassende Rentenbestand der Hansestadt.

Testamente nahmen als Rechts- und Ego-Dokumente eine Scharnierfunktion zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ein. Indem aus gegenwärtigem Wissen und Erfahrungen Regelungen getroffen wurden, verschafften sich die Aussteller die Chance, Handlungsspielräume über ihren Tod hinaus zu sichern. Die Erforschung spätmittelalterlicher Rentenmärkte erfolgte in der Vergangenheit in der Regel aus wirtschaftshistorischer Sicht. So stellte die Forschung vor allem die Bedeutung mittelalterlicher (Ewig) -renten als kurzfristige Kapitalanlage heraus. An diesen Schnittstellen möchte das Projekt ansetzen und aufzeigen, dass Testamente nicht bloß der reinen Nachlass- und Heilssicherung, und Renten nicht allein als Kapitalanlagen dienten, sondern darüber hinaus als Vorsorgeinstrumentarium genutzt wurden.

Methodisch wird dabei ein Weg zwischen quantitativer und qualitativer Testaments- und Rentenforschung beschritten. Neben der statistischen Auswertung und der inhaltlichen Analyse der verschiedenen Zukunftsbestimmungen und den sich darin widerspiegelnden Vorsorgestrategien bedient sich das Projekt dabei eines praxisbezogenen Ansatzes. So wird z.B. versucht, die Praktik des Testierens und des Rentenkaufes mit ihren verschiedenen Subpraktiken wie z.B. dem Entstehungsprozess und der Vollstreckung in den Blick zu nehmen.

Mit Hilfe dieses Ansatzes soll durch die Kombination der verschiedenen Quellengattungen das breite Spektrum der Handlungsspielräume spätmittelalterlicher Bürger erschlossen werden.

Curriculum Vitae Lebenslauf

  • 08/1998 – 07/2001 Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten.
  • 07/2001 – 09/2008 Angestellt als Medizinische Fachangestellte.
  • 08/2005 – 06/2008 Weiterbildungskolleg Emscher-Lippe, Abendgymnasium der Stadt Gelsenkirchen Abschluss: Allgemeine Hochschulreif.
  • 10/2008 – 10/2011 B.A.: Universität Duisburg-Essen, Studium der Geschichte und Germanistik (Sprache, Literatur, Kultur und Kommunikation), Abschlussarbeit: "Zu Kontext, Funktion und Bedeutung männlicher Funktionstitel ottonischer Herzoginnen".
  • 10/2011 – 10/2013 M.A.: Universität Duisburg-Essen, Master-Studium der Geschichte und Germanistik (Sprache und Kultur) mit dem Wahlschwerpunkt Mediävistik, Abschlussarbeit: "Zur politischen Funktion ottonischer Herzoginnen".
  • 2010 – 2013 Studentische Hilfskraft und Tutorin am Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte
  • Seit 11/2013 Wissenschaftlicher Mitarbeiterin am Graduiertenkolleg 1919 der Universität Duisburg-Essen.

Veröffentlichungen

  • Rezension zu: Falk, Birgitta/ Hülsen-Esch, Andrea (Hrsg.): Mathilde – Glanzzeit des Essener Frauenstifts, Essen 2011, in: Niederrhein-Magazin 14 (2012), S. 53f.
  • Zusammen mit Renan Cengiz: Hermes, in: Wesche, Jörg (Hg.): Antike Mythen der Kunst, Duisburg 2013.
  • Rezension zu: Kathrin Pajcic: Frauenstimmen in der mittelalterlichen Stadt. Testamente von Frauen aus Lüneburg, Hamburg und Wien als soziale Kommunikation, Würzburg 2013, in: Perspicuitas. Internet-Periodicum für mediävistische Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft. Online unter: https://www.uni-due.de/imperia/md/content/perspicuitas/rez_zawadzki.pdf (Eingestellt am 29.09.2014).
  • Vornehm, reich und würdevoll. Wozu Adel verpflichtet, in: Gaby Herchert/ Hermann Cölfen/ Sevgi Filiz/ Karl Helmer: Adel, Hof und Höflichkeit („Aller Ehre wert und nicht leicht zu ersetzen…“ AEET. Arbeitsstelle Edition und Editionstechnik Band 4), S.69-91.

Auszeichnungen

  • B.A.-Arbeit prämiert als beste Bachelorarbeit des Abschlussjahrganges 2011/12 der Fakultät für Geisteswissenschaften. Titel der Abschlussarbeit: "Zu Kontext, Funktion und Bedeutung männlicher Funktionstitel ottonischer Herzoginnen".

Teilnahme an Konferenzen, Tagungen, Kolloquien etc. im In- und Ausland

  • 26. 06. 2015     Workshop für Dissertantinnen und Dissertanten des Fachbereichs Mittelalter, Universität Graz; Vortrag: Vorsorge- und Zukunfsthandeln in spätmittelalterlichen Testamenten. Ein Werkstattbericht.
  • 07. 07. 2015     Mediävistisches Kolloquium, Universität Duisburg-Essen; Vortrag: Bis zum Tod und darüber hinaus. Vorsorge- und Zukunfsthandeln in spätmittelalterlichen Testamenten. Ein Werkstattbericht.
  • 21. 06. 2016     Mediävistisches Kolloquium, Universität Duisburg-Essen; Vortrag: Renten für die Rente. Altersversorgung im spätmittelalterlichen Lüneburg
  • 04. – 07- 07. 2016         Internation Medieval Congress. University of Leeds; Vortrag: Planning for one’s old age – Annuities in the medieval town of Lüneburg. 1400-1450
  • 12. 05. 2017   Arbeitskreis Mediävistik in Nordrheinwestfalen; Vortrag: He schal myner plegen myn levedage wor des nod is. Weibliche Versorgungsstrategien im spätmittelaltelrichen Lüneburg.

Betreuende Forscher

1. Betreuerin:

Prof. Dr. Amalie Fößel

2. Betreuer:

Prof. Dr. Benjamin Scheller

 

Neue Stelle

Frau Anja Hoppe ist - nach ihrem Ausscheiden aus dem Graduiertenkolleg - zur Zeit am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte im Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen beschäftigt.