Personen im Historischen Institut: Nina Szidat

GeiWi/Hist. Inst.
Anschrift
Universitätsstr. 12
45141 Essen
Raum
R12 S05 H08
Sprechzeiten
s. homepage

Funktionen

  • Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in, Geschichte

Wissenschaftlicher Werdegang

  • seit August 2020: Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt "'Active Promotion of the European Ideal?' - Europabezüge in deutsch-britischen Städtepartnerschaften"
  • Mai 2019 - Februar 2020: Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Neuere und Neueste Geschichte
  • 2019: Stipendiatin des Deutschen Historischen Instituts London
  • März - September 2018: Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Duisburg-Essen
  • seit 2017: Promotionsstudium an der Universität Duisburg-Essen
  • Dezember 2016: Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen mit der Abschlussarbeit: Von der Reeducation- zu einer Europapolitik. Die Städtepartnerschaft Essen - Sunderland
  • 2011 - 2017: Studentische Hilfskraft im Universitätsarchiv Duisburg-Essen
  • 2009 - 2016: Lehramtsstudium für Gymnasium und Gesamtschule der Fächern Geschichte und Englisch an der Universität Duisburg-Essen

Forschungsprojekt

Eine "active promotion of the European ideal"? Europabezüge in deutsch-britischen Städtepartnerschaften

Das Projekt untersucht anhand ausgewählter deutsch-britischer Städtepartnerschaften den Stellenwert, der europäischen Bezügen im Spannungsfeld politischer, ökonomischer und diplomatischer Interessen und Motive innerhalb dieser Verbindungen zukam, und leistet somit einen Beitrag zur historiographischen Erforschung des ‚gelebten Europas‘. Das Projekt widmet sich damit einem Desiderat der europäischen Zeitgeschichtsforschung, die sich bisher mehrheitlich auf das ‚Europa der Institutionen‘ konzentrierte und die breitere gesellschaftliche Wahrnehmung, Verhandlung und Performanz Europas überwiegend aussparte.

Anhand der Verbindungen Kiel-Coventry und Frankfurt-Birmingham geht das Projekt dabei der Frage nach, wann Städtepartnerschaften in einen europäischen Zusammenhang gebracht wurden, wie „Europa“ dabei jeweils definiert wurde und wie sich Städte und städtische Akteure an diesem Definitionsprozess beteiligten. Um die Zusammenhänge zwischen europäischen Institutionen und städtischen Interessen zu beleuchten, wird dabei der Europapreis, mit dem der Europarat seit 1955 Städte für ihren Einsatz um die europäische Idee auszeichnet, als Sonde hinzugezogen. Ein maßgeblicher Aspekt, um als Preisträgerin in Betracht zu kommen, stellte von Anfang an der Aufbau und die Pflege von Städtepartnerschaften dar. Ausgehend von der Beobachtung, dass städtische Eigenlogiken bei der Partnerwahl und Ausgestaltung der Städtepartnerschaften deutlich zu Tage treten, fragt das Projekt nach den Aushandlungsprozessen zwischen lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Um die potenziell außenpolitische Dimension von Städtepartnerschaften zu beleuchten, werden die britischen DDR-Partnerstädte, sowie die rein ostdeutsch-britische Städtepartnerschaft Manchester-Chemnitz als problembezogene Vergleichsebene hinzugezogen. Dieses Vorgehen ermöglicht es einerseits, Städtepartnerschaften als Störfaktor nachzuspüren, rückt gleichzeitig aber auch die Herausforderungen in den Fokus, die Städtepartnerschaften und die mit ihnen verbundenen Erwartungen für das DDR-Regime bedeuteten.

Das diskursiv-praxeologische methodische Vorgehen wird durch die Materialitätsforschung ergänzt, da der materiellen Dimension von Städtepartnerschaften eine besondere Bedeutung zuzukommen scheint, verwiesen doch eine Reihe von Objekten im städtischen Raum auf die einzelnen Partnerstädte sowie, in Form von Ensembles, auf die Bedeutungszusammenhänge, in die diese Konstellationen eingebettet waren.

Veröffentlichungen

  • Tagungsbericht: Zwischen historischer Aufarbeitung und politischer Verantwortung - Symposium zur Geschichte von Emschergenossenschaft und Lippeverband im Nationalsozialismus, 10.05.2019 Essen, in: H-Soz-Kult, 13.09.2019, URL: https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8437.
  • Die Inszenierung des Vertragsschlusses im Kontext von Städtepartnerschaften, in: Jan-Hendryk De Boer (Hg.): Praxisformen. Zur kulturellen Logik von Zukunftshandeln (Kontingenzgeschichten 6), Frankfurt a. M. / New York: Campus 2019, S. 472-479.
  • Tagungsbericht: Wahrnehmungen im Widerstreit. Umstrittene Organisationen in der Geschichte des 20. Jahrhunderts, 17.11.2017 – 18.11.2017 Bochum, in: H-Soz-Kult, 23.01.2018, URL: https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7511 [Zusammen mit Marie-Christin Schönstädt].