Personen im Historischen Institut: Dr. Erika Münster-Schröer


Adresse
Anschrift
 
Universitätsstr. 12
45117 Essen
 
Geisteswissenschaften/Geschichte
Sprechzeit
nach telef. Vereinbarung (02102/ 550 - 4120)
Telefon
+49 2102 550 4120 (D: 0203/379-*, E: 0201/183-*)
  • Lehrbeauftragte/r Historisches Institut - zuständiges Sekretariat: Frau Köffer

Forschungsschwerpunkte

Historische Kriminalitätsforschung
Hexenverfolgung
Stadt- und Landesgeschichte
Historische Hilfswissenschaften
Nationalsozialismus und Erinnerungskultur
Historische Bildungsarbeit in Archiven und Museen

Wissenschaftlicher Werdegang

Erika Münster-Schröer, Dr. phil., geb. 1955
Leiterin der Stadtbibliothek und des Stadtarchivs Ratingen.

Studium der Germanistik und Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Referendariat für das Lehramt am Gymnasium; Promotion im Fach Geschichte an der Universität Dortmund. Seit 1989 Stadtarchiv Ratingen, seit 2007 auch Direktorin der Stadtbibliothek.

1995 – 2002
Lehrbeauftragte „Archivkunde für Historiker“ an den Universität Dortmund und Düsseldorf
 

2002 – 2004
Lehrauftrag im Bereich „Historische Bildungsarbeit und Archivpädagogik an der FH Potsdam, Fernweiterbildung; seit 2004 Lehrbeauftragte im Fachbereich Frühe Neuzeit der Universität Duisburg-Essen, Quellenkunde für Historiker.

Forschungsprojekt

Dr. Erika Münster-Schröer

Die Ratinger Tierarzneihandschrift von 1775

Leiter: Dr. Erika Münster-Schröer
Laufzeit: ab 01.10.2017, Dauer 2 Jahre

Ziel des Projektes  ist die Transkription und Edition des Tierarzneibuches, das auf einem Bauernhof in der Nähe Ratingens entstand, verbunden mit einer Tiefenerschließung und der wissenschaftlichen Aufarbeitung. Die Handschrift ermöglicht Erkenntnisse über die Verwissenschaftlichung der Tiermedizin im Spiegel alltagspraktischer Anwendungen. Den größten Raum nimmt dabei die Behandlung von Pferden ein, die zum einen auf lange Zeit erprobte, rationelle und empirisch fassbare Therapien zurückgreifen konnte, welche im 18. Jahrhundert mit der Entstehung der Veterinärmedizin weiterentwickelt wurden. Zum anderen finden sich aber auch Rezepte, die noch auf Zauberei- und Hexereivorstellungen fußen und magische Abwehrmittel vorschlagen. Daneben kommen Rezepte aus der sog. „Drecksapotheke“ zur Anwendung. Präventive Maßnahmen, um Tiererkrankungen zu verhindern, liefern ergänzend Schriften der Volksaufklärung wie Carl Wilhelm Fröhlichs „Thierarzneibuch für den Landmann und Oekonomen“ von 1801, die zur vertiefenden Analyse herangezogen werden sollen. Fröhlich reflektiert darüber hinaus das Verhältnis von Tieren und Menschen, wie sich im zweiten Teil seines Werkes zeigt, das sich hauptsächlich mit den Krankheiten der Haustiere beschäftigte. Dort heißt es im Untertitel: „Der Gerechte erbarmet sich seines Viehs“ und verweist somit auf eine konträre Position zu Descartes‘ Vorstellung, dass Tiere eher Automaten seien.