Personen im Historischen Institut: Prof. Dr. Tim Neu
Historisches Institut
45141 Essen
Funktionen
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Professor/in, Geschichte
Aktuelle Veranstaltungen
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WiSe 2026
- E3 - Geiwi_Geschi - Geschichte der europäischen Expansion in der Frühen Neuzeit - Cr. 3-3
- Kolloquium Frühe Neuzeit, Europäische Regionalgeschichte und außereuropäische Geschichte
- Einführungsmodul (1. Fachsemester) (6 Gruppen)
- Vorlesung Frühe Neuzeit: Geschichte der europäischen Expansion in der Frühen Neuzeit
- Methodikübung Hausarbeit (ab 3. Fachsemester) (2 Gruppen) Frühe Neuzeit
- Hauptseminar Frühe Neuzeit (2 Gruppen)
Vergangene Veranstaltungen (max. 10)
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SoSe 2026
- Klausur E 2/E 3
- E3 - GeiWi_Geschi - Zelebrieren und Verhandeln. Die politische Kultur des Alten Reiches - Cr. 3-3 - NEU
- Textkompetenzmodul 2B , 2. Fachsemester (8 Gruppen)
- Vorlesung Frühe Neuzeit: Zelebrieren und Verhandeln. Die politische Kultur des Alten Reiches
- Kolloquium Frühe Neuzeit/Europäische Regionalgeschichte
- Textkompetenzmodul 2A , 2. Fachsemester ( 8 Gruppen)
Die folgenden Publikationen sind in der Online-Universitätsbibliographie der Universität Duisburg-Essen verzeichnet. Weitere Informationen finden Sie gegebenenfalls auch auf den persönlichen Webseiten der Person.
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In Form(en) bringen : Organisation alsForminvestition und das konzeptionelle Potential der FrühneuzeitforschungIn: Vormoderne Organisationen: Anfänge, Funktionen, Folgen / Neumann, Franziska; Pohlig, Matthias; Ziegler, Hannes (Hrsg.). Berlin: Duncker & Humblot, 2026, S. 97 – 125DOI (Open Access)
Beiträge in Sammelwerken und Tagungsbänden
Forschungsschwerpunkte
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Europäische Geschichte in ihren globalen Bezügen
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Verfassungsgeschichte der Vormoderne
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Stände-, Parlamentarismus- und Demokratiegeschichte
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Geld-, Finanz- und Kreditgeschichte
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Geschichte des frühmodernen Staatskredits
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Geschichte des British Empire
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Geschichte des Alten Reiches und seiner Territorien
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Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaften
Wissenschaftlicher Werdegang
2020 Bewährung als Hochschullehrer
2011/2013 Promotion im Hauptfach Neuere und Neueste Geschichte und dem Nebenfach Mittelalterliche Geschichte, Universität Münster
2005 Magister Artium im Hauptfach Neuere und Neueste Geschichte sowie den Nebenfächern Philosophie und Erziehungswissenschaft, Universität Münster
2005 Erste Staatsprüfung für die Lehrämter für die Sekundarstufe II und für die Sekundarstufe I in den Fächern Geschichte und Philosophie, Universität Münster
Beruflicher Werdegang
Seit 2026 Universitätsprofessor für Geschichte der Frühen Neuzeit am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen
2020–2026 Assistenzprofessor für Geschichte der Demokratie und der Menschenrechte (16.–21. Jahrhundert) am Institut für Geschichte der Universität Wien
2017–2020 Juniorprofessor für Europäische Expansion von 1700 bis 1850 am Historischen Institut der Universität Bochum
2012–2017 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen, Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung der Wissenschaftsgeschichte
2008–2012 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Münster, Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit
2005–2008 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich 496 „Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution“ an der Universität Münster
Auszeichnungen
2015 Deutscher Bundestag, Wissenschaftspreis
2014 Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine, Forschungspreis
Stipendien und Fellowships
2025/26 Käte Hamburger Kolleg „Einheit und Vielfalt im Recht“, Münster (6 Monate)
2017/18 Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Mainz (6 Monate)
2017 Deutsches Historisches Institut Washington (6 Wochen)
2015 Deutsches Historisches Institut London (6 Monate)
2014 DAAD U4 Mobility Grant
1999–2004 Studienstiftung des deutschen Volkes, Studienstipendium
Ämter
2025– Schriftführer der Österreichischen Gesellschaft für Geschichtswissenschaften
2023– Mitglied des geschäftsführenden Herausgebergremiums der Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften
2023– Mitherausgeber der Digitalressource „Einführung in die Frühe Neuzeit“
2022– Beiratsmitglied der Gesellschaft für Globalgeschichte
2021– Mitherausgeber der Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften
2016–2025 Mitherausgeber des Fachgebiets „Staat, politische Herrschaft und internationales Staatensystem“ der Enzyklopädie der Neuzeit Online (EDNO)
2019–2024 Vorstandsmitglied der AG Frühe Neuzeit im Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands
Mitgliedschaften
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Vereinigung für Verfassungsgeschichte
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Arbeitskreis Geschichte+Theorie
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Arbeitskreis Großbritannien-Forschung
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Gesellschaft für Globalgeschichte
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Interdisziplinärer Arbeitskreis „Materielle Kultur und Konsum in der Vormoderne“
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International Commission for the History of Representative and Parliamentary Institutions
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Österreichische Gesellschaft zur Erforschung des 18. Jahrhunderts
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Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands
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Wissenschaftliches Netzwerk „Das Versprechen der Märkte“
Public Outreach
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2025 Alexia Weiss, Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Die Erfindung neuer Medien führte in der Menschheitsgeschichte immer schon zu Ängsten und Abwehrverhalten. Einmal angestoßen, lassen sich Medienrevolutionen aber nicht mehr zurückdrängen, in: Arbeit&Wirtschaft 02/2025, S. 28f. (Interviewauszüge) Open Access
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2024 Thomas Zauner, Möglicher Einfluss des Buchdrucks auf die Hexenverfolgung, in: Der Standard, 14. Oktober 2024 (Interviewauszüge) Open Access
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2024 Gastbeitrag: Voraussetzungen der Demokratie: Vertagen wir uns zurück, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. März 2024, Nr. 56, S. N3 Link
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2023 Zusammenarbeit mit dem ORF
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Hans Wu, Aufstieg und Fall des British Empire (Zitierung) Open Access
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Hans Wu, Lisa Lind, King Charles und das Ende des Empire, in: ECO 4. Mai 2023 (Interviewausschnitte, 354.000 Zuschauer:innen)
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2021 Gastkommentar: Das Kapitol schlagen, den Kongress meinen. Warum Parlamentserstürmungen schockieren und was aus der Verletzlichkeit politischer Körper gelernt werden kann, in: Wiener Zeitung, Nr. 010, 16./17. Januar 2021, S. 15 Open Access
Laufende Forschungsprojekte
Kreditmaschinen. Frühmoderne Fiskalmacht im britischen Imperium (1692–1783)
Die Kriege und Konflikte der Frühen Neuzeit gewannen seit dem späten 17. Jahrhundert zunehmend an räumlicher Ausdehnung und Intensität. Europäische Imperien sahen sich gezwungen, an weit voneinander entfernten Orten gleichzeitig militärisch, diplomatisch und administrativ handlungs-fähig zu sein. Diese Form imperialer Distanzherrschaft war vor allem eines: kostspielig – und fungierte damit als zentraler Katalysator tiefgreifender politisch-ökonomischer Transformationsprozesse innerhalb der global verflochtenen Gemeinwesen Europas. Der Aufbau imperialer agency hing dabei nicht allein von der Steigerung verfügbarer Ressourcen ab, sondern vor allem von der Fähigkeit, Kaufkraft über große Distanzen hinweg einsetzbar zu machen. Hier setzt mein aktuelles Forschungsprojekt Kreditmaschinen. Frühmoderne Fiskalmacht im britischen Imperium (1692–1783) an. Unter frühneuzeitlichen Bedingungen war Kaufkraft primär lokal gebunden – materiell an Münzen und Edelmetalle, sozial an persönliche Kreditbeziehungen. Das Projekt fragt danach, wie dennoch „imperiale Geldströme“ etabliert werden konnten und wie sie als Effekte verschränkter lokaler Verwaltungs-, Kredit- und Geldgebrauchspraktiken zur Stabilisierung des British Empire im langen 18. Jahrhundert beitrugen. Mit dem Begriff der „Kreditmaschinen“ bezeichne ich dabei wiederholbare Arrangements von Praktiken, Dingen und Wissens-formen, die es erlaubten, lokale Zahlungsfähigkeit in globale Handlungsfähigkeit zu übersetzen. Die Untersuchung dieser Geldströme eröffnet grundlegende Einblicke in die politisch-ökonomischen Grundlagen frühneuzeitlicher Imperien und erschließt diese praxeologisch. Auf diese Weise lassen sich Phasen beschleunigten Wandels identifizieren, in denen sich neue Zahlungsformen, Verwaltungspraktiken und politische Erwartungshorizonte verdichteten.
Abgeschlossene Forschungsprojekte
It’s complicated. Social Struggles and the Entanglement of Political Participation and Fundamental Rights (gemeinsam mit Claudia Kraft, Wien)
Das Themenheft der Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (OeZg) zielt auf eine transregionale und transepochale Ausdifferenzierung des Nachdenkens über den Zusammenhang von politischen Partizipations- und individuellen Schutz- bzw. Freiheitsrechten. Dabei stehen vor allem in einem weiteren Sinne ‚Kämpfe‘ um Teilhabe und ‚Kämpfe‘ um Rechte im Mittelpunkt. Es handelt sich um intensive Formen sozialer Praxis, die performativ wirken, insofern es gerade sie es sind, die neue Vorstellungen von Rechten und Partizipation überhaupt erst hervorbringen. Damit wird eine konsequente Historisierung der Vorstellungen von Rechten und politischen Ordnungen vorgenommen. Die Beitragenden interessiert nicht die Geschichte von Durchbrüchen oder von sektoralen Erweiterungen anscheinend universal anzutreffender Rechte, sondern die Dezentrierung dieser Geschichte: Wie wird in konkreten Situationen jeweils das Verhältnis von grundlegenden Rechten und politischer Teilhabe austariert bzw. wie umkämpft ist das Verhältnis?
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Ergebnis: Claudia Kraft, Tim Neu (Hrsg.), „It’s complicated. Social Struggles and the Entanglement of Political Participation and Fundamental Rights“, in: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, 36 (2025), H. 1. Open Access
Das Versprechen der Märkte. Neue Perspektiven auf die Wirtschaftskulturgeschichte der Frühen Neuzeit
„Der Markt“ gilt gemeinhin als zeitloser und effektiver Mechanismus zum Tausch von Gütern und zur Bildung von Preisen. Das Wissenschaftliche Netzwerk „Das Versprechen der Märkte“ problematisiert diese Annahme und zeigt, dass Märkte das Ergebnis historischer Praxis sind: Sie entstehen und existieren durch das Marktgeschehen selbst, das weit über die Markttransaktion hinausreicht und durch die jeweilige Gesellschaft geprägt ist. Das Netzwerk macht marktbezogene Praktiken von der Frühen Neuzeit bis zum beginnenden 19. Jahrhundert sichtbar und verknüpfen sie transregional vergleichend miteinander. Ausgangspunkte der Sondierungen sind so unterschiedliche Aspekte wie die Gestaltung und Bemessung von Waren, Werbung als Medium, die Begrenzung von Gewinnen oder der Zugang zu Märkten.
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Ergebnis: Netzwerk „Das Versprechen der Märkte“ (Hg.), Eva Brugger, Alexander Engel, Christof Jeggle, Tim Neu (Red.), Marktgeschehen. Fragmente einer Geschichte frühneuzeitlichen Wirtschaftens, Frankfurt a.M./New York: Campus 2023. Open Access
Akteur-Netzwerk-Theorie und Geschichtswissenschaft
Die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) zählt zu den meistdiskutierten Theorie- und Methodenansätzen der Gegenwart. In historischen Fallstudien vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert werden ihre Potentiale für die Geschichtswissenschaft ausgeleuchtet. Das über den Menschen hinaus erweiterte Akteurskonzept der ANT gilt vielen als epistemologische Provokation. Die Ansätze der ANT gehen jedoch weit darüber hinaus und lassen sich weder auf Geschichten vermeintlich zum Leben erweckter Objekte noch auf das Werk Bruno Latours reduzieren. Trotz der Analyse historischer Gegenstände durch einige Akteur-Netzwerk-Theoretiker bleibt die Historizität jedoch eine Art blinder Fleck des Ansatzes. Die Aufsätze des Bandes nehmen dies zum Anlass, um Möglichkeiten und Grenzen der ANT für die historiographische Praxis aufzuzeigen.
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Ergebnis: Marian Füssel, Tim Neu (Hg.), Akteur-Netzwerk-Theorie und Geschichtswissenschaft, Paderborn: Schöningh 2021. Link
Die Erschaffung der landständischen Verfassung
Frühneuzeitliche Gesellschaften standen politischen Veränderungen grundsätzlich kritisch gegenüber. In meinem Dissertationsprojekt untersuchte ich den Zusammenhang zwischen wahrgenommener Diskontinuität und erwünschter Kontinuität für die ‚landständische Verfassung‘, die typische politische Ordnung der Territorien des Alten Reiches. Sie wird zumeist als Ergebnis langfristiger, spätestens im Mittelalter einsetzender Entwicklungsprozesse angesehen. Am Beispiel der Landgrafschaft Hessen konnte ich jedoch zeigen, dass sich diese Verfassung keineswegs über Jahrhunderte ‚entwickelte‘, sondern in den Jahrzehnten um 1600 ‚gemacht‘ wurde. Gleichzeitig musste der Wandel jedoch invisibilisiert werden, weil er dem Grundwert der Kontinuität widersprach. Für Erschaffung wie Verschleierung waren diskursive Ressourcen von zentraler Bedeutung: Im Ergebnis zeigte sich, dass sich die Verfassungsgeschichte einzelner Territorien des Alten Reiches nur im Rahmen gesamteuropäisch-gelehrter Wissensordnungen angemessen verstehen lässt.
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Ergebnis: Tim Neu, Die Erschaffung der landständischen Verfassung. Kreativität, Heuchelei und Repräsentation in Hessen (1509–1655), Köln/Weimar/Wien: Böhlau 2013. Link





