Personen im Historischen Institut: Prof. Dr. Uwe Ludwig

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Forschungsschwerpunkte

Memoria und Gedenküberlieferung des frühen Mittelalters
Personenforschung
Religiöse Gemeinschaften im frühen Mittelalter
Markusverehrung in Venedig und Aquileja
Italien und das Reich im Mittelalter
Italienpolitik der Luxemburger
Chlodwigrezeption im späten Mittelalter und in der Neuzeit

Wissenschaftlicher Werdegang

April 2004- März 2005
Vertretung der Professur für Landesgeschichte des Rhein-Maas-Raumes an der Universität Duisburg-Essen

seit 2003
apl. Professor an der Universität Duisburg-Essen

1997-2003
Oberassistent und Hochschuldozent an der Universität Duisburg

1997/98
Gastprofessur am Historischen Seminar der Universität Wien

1997
Habilitation für das Lehrgebiet Mittelalterliche Geschichte an der Universität Duisburg

1988-1997
Wissenschaftlicher Angestellter und Hochschulassistent an der Universität Duisburg

1990
Promotion an der Universität Freiburg zum Dr. phil.

Studium der Geschichte und der Romanistik an den Universitäten Freiburg i. Br. und Aix-en-Provence

Forschungsprojekt

Die St. Galler Verbrüderungsbücher

Ziel des seit 2007 laufenden Projektes ist die Erstellung einer kommentierten Faksimile-Ausgabe (mit einleitenden Beiträgen, Edition der Eintragsgruppen, Registern und Faksimile) der beiden St. Galler Verbrüderungsbücher (Codex C 3B55 des Stiftsarchivs St. Gallen/Schweiz) aus dem 9. Jahrhundert. Diese beiden Verbrüderungs- oder Gedenkbücher dienten der Mönchsgemeinschaft der Abtei St. Gallen zur Aufzeichnung der Namen von Personen, die in das liturgische Gebetsgedenke aufgenommen worden waren. Trotz zahlreicher Seitenverluste sind rund 15.000 Nameneinträge von bekannten Persönlichkeiten (z. B. Karl der Große, Benedikt von Aniane, Einhard von Seligenstadt), von Äbten, Äbtissinnen, Mönchen und Nonnen verbrüderter Klöster (aus Tours, Weißenburg, Prüm, Essen, Nonantola usw.) sowie von Bischöfen, Grafen und Familienangehörigen der Wohltäter des Konventes erhalten geblieben. Damit, aber auch mit den Namen, die nur sprachgeographisch zugeordnet werden können, lassen sich der Einzugsbereich und das Beziehungsgeflecht des Gallusklosters im Frühmittelalter erschließen und wichtige Einblicke in die sozialen Strukturen der Karolingerzeit gewinnen. Die Forschungen erstrecken sich jedoch nicht allein auf die sozialgeschichtliche, prosopographische und philologische Untersuchung des Namenmaterials, sondern auch auf die codicologischen Befunde, die paläographische Scheidung und Ermittlung der in den Codices tätigen Hände und auf die kunsthistorische Einordnung der Buchornamentik.

Die Forschungsarbeiten, die in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Dieter Geuenich (Denzlingen), Prof. Dr. Alfons Zettler (Universität Dortmund) und Dr. Peter Erhart (Stiftsarchiv St. Gallen) durchgeführt werden, münden in folgende Edition ein: Die Verbrüderungsbücher der Abtei Reichenau, unter Mitwirkung von Peter Erhart und Alfons Zettler hg. von Dieter Geuenich und Uwe Ludwig (Monumenta Germaniae Historica, Libri memoriales et Necrologia, Nova Series 8) (in Druckvorbereitung).

Das Projekt wurde von 2007 bis 2010 durch eine Sachmittelbeihilfe der DFG gefördert.

Aktuelle Publikation

Monumenta Germaniae Historica

Die St. Galler Verbrüderungsbücher

Libri vitae

Dieter Geuenich / Uwe Ludwig (Hg.): Libri vitae. Gebetsgedenken in der Gesellschaft des Frühen Mittelalters, Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2015,

Abstract / Inhalt