Mustererkennung zur Lösung realer Probleme

Muster und Strukturen sind das Wesen der Mathematik. Sie zu entdecken, zu beschreiben und zu verstehen sind Grundlage dafür verborgene Zusammenhänge aufzudecken und daraus Vorhersagen ableiten zu können.
Mit dem "Polyederstreit" und dem "Königsberger Brückenproblem" werden hier zunächst zwei Beispiele vorgestellt, deren Analyse zu nachhaltigen Ergebnissen geführt haben, die heute in vielen Bereichen wie der Logistik, (sozialen) Netzwerken, Informatik und vielen mehr genutzt werden.
Am Nachmittag laden wir Sie dann ein, selbst auf die Suche nach Mustern zu gehen. In Workshops beschäftigen Sie sich mit den inzwischen weit verbreiteten und sehr beliebten Sudokus. Sie lernen die zugehörigen Zahlenschemata zu analysisieren, klären, wie diese erzeugt werden können und erfahren natürlich auch, wie man sie möglichst effektiv lösen kann.
Die Angebote finden am 12. März 2025 im Raum WSC-N-U-2.04 statt.
Bitte beachten Sie: Die Teilnehmerzahl in unseren Workshops ist begrenzt und wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
| Uhrzeit | Thema | Verantwortlich |
|---|---|---|
| 10:00 Uhr | Begrüßung durch den Dekan der Fakultät (Übertragung) | Prof. Dr. Martin Hutzenthaler |
| 09:20 Uhr | Vortrag: Der Polyederstreit | Dr. Wieland Wilzek |
| 10:10 Uhr | Vortrag: Über sieben Brücken kann man nicht gehen | Prof. Dr. Georg Hein |
| 11:00 Uhr | Workshop: Sudokus | Dr. Claudia Gotzes |
| 11:50 Uhr | Workshop: Sudokus | Dr. Claudia Gotzes |
Zusammenfassung der Inhalte
Der Polyederstreit — Dr. Wieland Wilzek
In der Geschichte der Mathematik hat es eine langjährige und intensive Auseinandersetzung bezüglich eines Zusammenhangs bei Polyedern gegeben. In diesem Vortrag wird diese Geschichte in Auszügen vorgestellt und dabei gezeigt, wie sich Mathematiker um die dabei verwendete Definition, den behaupteten Zusammenhang und verschiedene Beweise desselbigen gestritten haben. An diesem Beispiel soll gezeigt werden, wie Mathematik in einem Prozess entstehen kann, dass Mathematik selten „fertig“ ist und dass auch in der Mathematik oft keine absolute Sicherheit besteht.
Über sieben Brücken kann man nicht gehen — Prof. Dr. Georg Hein
Wir wollen uns in diesem Vortrag mit dem Königsberger Brückenproblem befassen. Leonhard Euler bewies mit einem sehr schönen und klaren Argument, die Unmöglichkeit eines Weges über die sieben Brücken der Stadt Königsberg. Dieser Beweis gilt als die Geburtsstunde der Graphentheorie, so dass wir auch noch lernen was Graphen sind.
Spoiler: Es hat mehr mit dem Nikolaus zu tun als mit dem Adel.
Sudokus verstehen — Dr. Claudia Gotzes
Hinter dem bekannten Zahlenrätsel Sudoku verbirgt sich eine Menge Mathematik: Wie viele Sudokus gibt es? Wie viele Einträge muss man mindestens vorgeben, damit eine eindeutige Lösug garantiert ist? Wie löst man ein Sudoku möglichst effektiv? Unter anderem mit diesen Fragen werden wir uns in diesem Workshop beschäftigen und feststellen, dass die Problemstellung beim Sudoku eng mit dem "Färben eines Graphen" verwandt ist. Damit steht uns zur weiteren Untersuchung dieser Rätsel die "Graphentheorie" zur Verfügung – ein umfangreiches und sehr fruchtbares Teilgebiet der Mathematik.