Subjektives / objektives politisches Wissen und politische Partizipation

Politische Partizipation von Bürger:innen ist ein wichtiger Bestandteil einer Demokratie. Viele Studien beschäftigen sich daher mit den Voraussetzungen, die dazu führen, dass Menschen sich politisch engagieren. Lange Zeit stand dabei politisches Wissen im Vordergrund und Befunde zeigen, dass dieses in einem positiven Zusammenhang zu politischer Partizipation stehen kann. Neuere Ergebnisse hingegen sprechen dafür, dass die Selbsteinschätzung des politischen Wissens (= subjektives Wissen) genauso wichtig oder sogar wichtiger für politische Partizipationsabsichten sein kann als das tatsächliche politische Wissen (z.B. Lee et al., 2022). Hierzu gibt es jedoch noch kaum experimentelle Befunde. Diese Fragestellung ist insbesondere im Kontext von sozialen Medien relevant, da einige Studien zeigen, dass diese zwar das subjektive, nicht aber das objektive politische Wissen zu erhöhen scheinen (Lee et al., 2022; Schäfer, 2020).

Im Rahmen einer Abschlussarbeit kann gezielt der Einfluss von subjektivem und objektivem politischen Wissen auf politische Partizipationsabsichten untersucht werden. Als Methode bietet sich ein Experiment an, in dem das subjektive und objektive Wissen unabhängig voneinander manipuliert werden (z.B. durch Vorgabe von unterschiedlichem Lernmaterial sowie Fake-Feedback bei einem Wissenstest) und die Absicht, politisch zu partizipieren als abhängige Variable erhoben wird.

Literatur:

Lee, S., Diehl, T., & Valenzuela, S. (2022). Rethinking the virtuous circle hypothesis on social media: Subjective versus objective knowledge and political participation. Human Communication Research, 48(1), 57-87.

Schäfer, S. (2020). Illusion of knowledge through Facebook news? Effects of snack news in a news feed on perceived knowledge, attitude strength, and willingness for discussions. Computers in human behavior, 103, 1-12.