Inhalt und Einzelaufsätze
Bilder „betreffen“ mittels ihrer Visibilität ihre Betrachter. Sie sind dazu imstande, Gewaltakte zu konstruieren und sichtbar zu machen. Dies zeigt sich nicht nur in der abgebildeten Darstellung von Folter, wie sie in diesem Aufsatz exemplarisch an den Bildern von Abu Ghraib dargestellt wird, sondern auch in den Subjekt-Objekt Strukturen von Schauendem und Beschautem. Der Aufsatz diskutiert diese Strukturen und setzt die Bildvermittlung in ein Spannungsfeld der Konstruktion von Macht und Gewalt.
Anhand der zwei großen Literaturskandale der letzten Jahre – die Heine-Preis Verleihung an Peter Handke und das SS-Geständnis von Günter Grass – vollzieht dieser Aufsatz die Prozesse von Werkbetrachtung innerhalb „eines Skandalblicks“ nach. Es wird die Frage nach Text- und Autorendiskursen aufgeworfen und in wieweit eine literaturkritische Betrachtung von Texten einer „Skandalbetrachtung“ weichen muss.
Der Dichter Ossip Mandelstam ist ein aufmerksamer Beobachter der Umwälzungen seiner Zeit. Seine Dichtung ist Zeugnis eines Autors, der stets im Widerstand zu den herrschenden Bedingungen des aufkommenden Stalinismus stand und diesen Widerstand mit alles Konsequenzen für sein eigenes Leben vertritt. Nicht die Heroisierung eines nonkonformen Autors steht im Zentrum dieser Arbeit, sondern die literarische Darstellung von Widerstand in Lyrik und Prosa, die zugleich Angriff auf den sich etablierenden Stalinismus ist.
Das Phänomen der RAF besitzt noch heute, dreißig Jahre nach dem „deutschen Herbst“ eine hohe Brisanz. Diese Brisanz und auch das Interesse für die RAF ist unter dem Aspekt der „Sprachauslöschung“ mehrfach greifbar. Zum einen durch die Aufkündigung des Dialogs sowohl auf Seiten der Terroristen als auch auf Staatsseite, zum anderen durch die Problematik noch heute keine adäquate Möglichkeit gefunden zu haben, über den damaligen Terror zu sprechen. Anhand der frühen Dokumente der RAF werden ihr Prinzip der Sprachauslöschung nachvollzogen und die Mechanismen ihrer Anziehung diskutiert.
Dieser Essay zeigt die Diskursanbindungen der frühen Nina Hagen Texte an Geschlechter- und Sexualitätsdiskursen in der BRD der 70er Jahre. Darüber hinaus versucht er die Problematiken anzusprechen, die bei der Analyse von Liedtexten entstehen können.
