Fellow: Prof. Dr. Anja Weiß

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Kontakt: Anja Weiß

Projekt am Centre:

Wie kann die Soziologie globale Ungleichheiten aus einer transnationalen Perspektive untersuchen?

Die Lebenschancen, die Menschen entwickeln können, hängen von Ressourcen wie ökonomischem und kulturellem Kapital ab. Sie hängen aber auch von den sozialmateriellen Kontexten ab, in denen sie leben, arbeiten und diese Ressourcen einsetzen. Aus transnationaler Perspektive sind Menschen nicht allein im Nationalstaat positioniert. Ihre soziale Lage ist vielmehr auch durch sozialräumliche Autonomie bestimmt, also Ungleichheiten im Zugang zu vorteilhaften Kontexten. Diese Kontexte können staatlich sein oder auch transnational. Die Kontextrelationen sind politisch umkämpft (z. B. Grenzregime, Rassismus oder Staatsbürgerschaften), haben aber auch eine sozial differenzierte (z. B. kompetenz- oder sprachbezogene) und geografische Komponente.

Bis vor Kurzem war eine Untersuchung globaler Ungleichheiten aus einer transnationalen Perspektive aufgrund von Daten- und methodischen Beschränkungen nicht möglich. Mit dem Aufkommen von KI in qualitativer rekonstruktiver Sozialforschung und Mixed Methods besteht erstmals die Chance auf eine globale Sozialstrukturanalyse, die nicht allein das Einkommen vergleicht. Während meines Fellowships arbeite ich an einem Proof-of-Concept für diesen innovativen Ansatz und ich werde diesen versuchsweise auf die mehreren Milliarden Menschen anwenden, die zur globalen „Mittelschicht” gehören.

Forschungsinteressen:

- Globale Ungleichheiten
- Soziologische Theorie
- Hochqualifizierte Migration und professionelles Wissen
- Transnational vergleichendes Forschungsdesign in den qualitativen Methoden
- Diskriminierung und Antirassismus

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