Symposium Familiensprachen

Im Rahmen des DFG-geförderten Forschungsnetzwerks Familiensprachenpolitiken - Sprachliche Repertoires, Praktiken und Ideologien (FLPde) findet am 25. Februar 2026 an der Universität Paderborn ein Symposium statt, in dessen Rahmen Netzwerkmitglieder aus 16 verschiedenen Universitäten und Zentren und internationale Gäste zusammen an Themen wie mehrsprachiges Aufwachsen, gesellschaftliche Haltungen und Einstellungen, Übergänge zwischen Familien und Bildungsinstitutionen, Krisen und Konflikte und Sprachen in verschiedenen Familienkonstellationen arbeiten. 

Bei diesem Symposium möchten wir den Austausch intensivieren und laden ausgewählte Wissenschaftler:innen in den Qualifikationsphasen (MA, Prä- oder Post-Doc) dazu ein, ihre empirisch basierte Forschung in diesem Themenbereich im Rahmen einer Postersession vorzustellen. 

Programm
9:00 Uhr:  Begrüßung und Vorstellung des DFG-Netzwerks Familiensprachenpolitiken - Sprachliche Repertoires, Praktiken und
Ideologien (Judith Purkarthofer, Sandra Ballweg)
9:30 Uhr: Verena Platzgummer, University of Galway, Irland
10:45 Uhr: Pause
11:15 Uhr: Claudine Kirsch, Université de Luxemburg
12:30 Uhr Mittagspause
15:00 Uhr Abschluss

Die Anmeldungen zur Teilnahme als Gast sind jetzt geschlossen.

Poster-Session

„Es ist ein Teil, der immer wieder aufploppt“ Die Rolle von Mehrsprachigkeit in der Erziehungsberatung

von Tina Czada, Fachstelle InMigra-KiD, Jugend- und Familientherapeutische Beratungsstelle Stadt Regensburg

Das Thema mehrsprachige Erziehung ist in Medien und Ratgeberliteratur durchaus präsent, konkrete Beratungsangebote sind jedoch nur schwer aufzufinden. Der Posterbeitrag stellt vor diesem Hintergrund die Frage, welche Rolle Mehrsprachigkeit in der Praxis der Erziehungsberatung spielt: Wie erleben beratende Fachkräfte Mehrsprachigkeit in ihrer Berufspraxis? Mit welchen Themen der Klient:innen werden die Beratenden konfrontiert und wie begegnen sie diesen? Der Posterbeitrag möchte diesen Fragen nachgehen. Er stützt sich auf sieben qualitative Interviews mit Beratenden verschiedener Erziehungsberatungsstellen in Bayern aus dem Jahr 2025. Diese wurden mit einer fokussierten Interviewanalyse nach Kuckartz/ Rädiker ausgewertet.
Es zeigt sich, dass Mehrsprachigkeit von den Beratenden in erster Linie als Phänomen der Verständigung betrachtet wird. Dennoch wird anhand diverser Fallbeispiele deutlich, inwiefern Mehrsprachigkeit für die Familien relevant (gesetzt) wird und wie interne und externe Faktoren die Familiensprachpolitik (vgl. Curdt-Christiansen/Huang 2020) beeinflussen. So spielen Unsicherheiten in der Sprachenwahl, die emotionale Bedeutung von Herkunfts- und Mehrheitssprache(n), Sprachbarrieren innerhalb der Familie, Sprachenentwicklung sowie das Ankommen im Bildungssystem eine zentrale Rolle (vgl. Schwartz 2020, Uçan 2022). Auf Basis der Ergebnisse soll zukünftig ein Beratungsleitfaden zum Thema in der Erziehungsberatung entwickelt werden.
Literatur:
Curdt-Christiansen, Xiao Lan/ Huang, Jing (2020): Factors influencing familiy language policy.
In: Schalley, Andrea C. / Eisenchlas, Susana A. (Hrsg.): Handbook of home language
maintenance and development: social and affective factors. Berlin: de Gruyter. S.174 – 193.
Kuckartz, Udo/ Rädiker, Stefan (2020): Fokussierte Interviewanalyse mit MAXQDA. Schritt für
Schritt. Wiesbaden: Springer VS.
Schwartz, Mila (2020): Strategies and practices of home language maintenance. In: Schalley,
Andrea C. / Eisenchlas, Susana A. (Hrsg.): Handbook of home language maintenance and
development: social and affective factors. Berlin: de Gruyter. S. 194 -217.
Uçan, Yasemin (2022): Erziehungsziel Mehrsprachigkeit. Eine qualitative Studie zu Erziehung
und Elternschaft im Kontext von Migration. Wiesbaden: Springer VS.

„LORO DICONO, VABBÈ, CHI SE NE FREGA, PARLIAMO TEDESCO. PERÒ COMUNQUE A CASA SE SI PARLA ITALIANO SI PARLA ITALIANO .“ Vom Kind zur/zum Jugendlichen: eine Längsschnittanalyse der Familiensprachenpolitiken zweier Familien mit der heritage-Sprache Italienisch

von Marco Triulzi, LMU München

Die Datengrundlage bilden acht leitfadengestützte Kinder- und Elterninterviews, die zu zwei Zeitpunkten (2019 u. 2025) mit zwei Familien in NRW durchgeführt wurden. Die qualitative Inhaltsanalyse (Kuckartz/Rädiker, 2024) zeigt, dass FLP weder stabil von innen gesetzt noch linear von außen determiniert ist. Veränderungen entstehen im Zusammenspiel äußerer und innerer Impulse, die bestehende Praktiken modifizieren, ohne sie vollständig aufzuheben.
Zwei Fallrekonstruktionen illustrieren dies: Arturo (Generation 2.5) übernimmt die elterliche Italienisch-Only-Policy, verstärkt sie gegenüber geschwisterlichen Lockerungstendenzen und erweitert den Funktionsbereich des Italienischen durch Medien. Bei Rosella (Generation 1.5) führt eine Empfehlung der Erzieherin zu einer deutlichen Verschiebung des  geschwisterinternen Modus zu Deutsch, welche von den Eltern mitgetragen wird, während Italienisch als gemeinsame Kommunikationssprache erhalten bleibt.
Die Befunde legen nahe, FLP als einen dynamischen, rekursiv ausgehandelten Prozess zu verstehen. Insbesondere im Übergang von der Kindheit ins Jugendalter reagieren Kinder nicht nur auf Impulse, sondern interpretieren diese aktiv neu und setzen sie in eigene Praktiken um (vgl. Smith-Christmas 2022; Panagiotopoulou et al. 2023). Die Studie erweitert die FLP-Forschung um eine prozessuale Perspektive und zeigt, dass sich familiäre Spracharrangements durch Veränderungen auf der Mikro- und Mesoebene kontinuierlich rekonfigurieren.
LITERATUR
Kuckartz, Udo; Rädiker, Stefan (2024): Qualitative Inhaltsanalyse: Methoden, Praxis, Umsetzung mit Software und künstlicher Intelligenz (6., überarbeitete und erweiterte Auflage). Weinheim, Basel: Beltz Juventa.
Panagiotopoulou, J. A., Uçan, Y., & Samani, D. (2023). Familiensprachenpolitik zwischen Spracherwerb und Spracherhalt: Ergebnisse zu den Perspektiven von Kindern aus dem Lehrforschungsprojekt „Language Policy in (neu) zugewanderten Familien in Deutschland (FaMiLanG)“.Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht, 28(2), 111–133.

Language Ideologies on the Move: Intergenerational Transmission among Turkey-Originated Kurdish- and Arabic-Speaking Migrants in Germany

von Irem Karacay, Universität Mannheim

This study examines how Turkey-originated Kurdish- and Arabic-speaking migrants and their descendants in Germany (re)produce and (re)interpret language ideologies across generations and borders. Drawing on 22 in-depth narrative interviews conducted between 2021 and 2022, the analysis brings together the pride–prejudice–pragmatism framework with insights from Family Language Policy (FLP), Bourdieu’s habitus, and scholarship on ethnic boundary work. Findings show that pride- and prejudice-based ideologies often reinforce one another, while pragmatic ideologies mediate these tensions by balancing symbolic attachments with instrumental concerns, shaping intergenerational transmission. These ideologies are continuously adapted within families and across generations in transnational contexts and shifting sociopolitical landscapes. Kurdish participants frequently expressed linguistic pride as resistance to the historical marginalization of Kurdish communities, whereas many Arabic speakers—often of Alevi background—voiced emotional attachment to Arabic but stronger pride in Turkishness, reflecting internalized hierarchies linking Turkish to modernity. Geopolitical developments, notably the 2015–16 Syrian refugee influx to Germany and the perceived rise in Islamophobia that accompanied it, reshaped language ideologies and ethnic boundaries, particularly among Arabic-speaking migrants. The study demonstrates how habitus formed under minoritization is reconfigured through migration, calling for transnational and transcommunal approaches to understanding language ideologies, boundary-making, and identity among multilingual migrants.

Ecologies of Exile, Grammars of Care: Gendered Affects and the Transmission of Arabic within Syro-Palestinian Families in Berlin

von Rand Raslan, INALCO – CIERA / Centre Marc Bloch

This poster presents an ethnographic study of Arabic transmission within Syro-Palestinian families in Berlin, based on fieldwork conducted in 2025. Positioned within linguistic anthropology and sociolinguistics, the project examines how family language practices emerge through gendered care work, circulating language ideologies, and the sociolinguistic conditions of urban exile. Methodologically, it brings together linguistic analysis and feminist ethnography, treating emotion, bodily presence, and silence as forms of linguistic evidence.
The study focuses on Neukölln, where Arabic resonates alongside German, English, and a multiplicity of migrant languages, forming a dense sonic and social landscape. Within this multilingual ecology, families navigate several Arabic varieties—dialects, Modern Standard Arabic, and Classical Arabic—each carrying distinct indexical values such as intimacy, correctness, piety, or cosmopolitan competence. These values intersect with the symbolic weight of German as the language of schooling and institutional legitimacy, and with English as a language of aspiration and transnational mobility. Together, these orientations illuminate the language ideologies that shape parents’ decisions: what counts as “proper” or desirable Arabic, how linguistic authority is distributed within families, and how different repertoires are imagined to carry their children into the futures they envision in Germany and beyond.
Transmission is understood not as the technical upkeep of a heritage language but as an
affective and relational practice. In the families I have come to know—mostly nuclear ones so far—Arabic circulates through the ordinary textures of daily life: the rhythm of a bedtime story, a softly corrected vowel, a phrase repeated until it becomes part of a child’s voice. Small scenes—such as a whispered correction on the U-Bahn or a child slipping into German on a Neukölln playground—show how linguistic value is felt, embodied, and negotiated long before it is spoken about. Women often stand at the center of this labor, weaving care, memory, and instruction in a context where institutional support for Arabic remains minimal. Fathers participate more intermittently, shaping the moral terrain of transmission through presence, silence, or delegation. These intimate configurations constitute an entry point; the doctoral project will expand the frame to include extended kin and community networks, asking how Arabic travels, transforms, or falters across diverse forms of family life.
The study also examines how public space shapes linguistic behavior. In Neukölln, speaking Arabic may index familiarity and belonging; elsewhere in Berlin, it may invite hesitation, adjustment, or retreat. Embodied shifts—lowering the voice, turning to German, adjusting registers—reflect local language ideologies and the politics of visibility that structure multilingual life in the city. Drawing on enregisterment, indexical orders, and translanguaging, the analysis shows how micro-level interactional practices are shaped by broader discourses on multilingualism, integration, and minority languages.
The project ultimately proposes the notion of languages of care, conceptualizing transmission as an ethical, affective, and ideological practice. Through this lens, Arabic becomes not simply a linguistic resource but a medium through which families sustain continuity, negotiate belonging, and reimagine the possibilities of life in exile.

Gelebte Mehrsprachigkeit trifft auf monolinguale Sprachenpolitik deutscher Bildungseinrichtungen: Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen aus geflüchteten Familien.

von Diana Samani, Universität zu Köln

Das Forschungsfeld der Family Language Policy blickt im internationalen Kontext auf eine lange Tradition zurück (vgl. z.B. King et al. 2008; Smith-Christmas 2022). Bisher standen vor allem elterliche Entscheidungen und die Vermittlung translingualer Praktiken im Fokus (vgl. Lanza 2021). Eine machtkritische Perspektive ermöglicht es, dass auch „transnational
families“ (Lomeu Gomes 2018, S.52) in den Blick genommen werden. Gerade Kinder und Jugendliche nehmen als Bindeglied in der Aushandlung eine zentrale Rolle ein, da sie „nicht nur als Empfänger:innen elterlicher oder schulischer Strategien [...] anzusehen“ sind (vgl. Panagiotopoulou et al. 2023, S.114), sondern als aktive Gestalter*innen ihrer mehrsprachigen Lebenswelt auftreten (ebd.). Aktuelle Forschungsbefunde zeigen, dass Diskriminierungs- und Nicht-Zugehörigkeitserfahrungen von Kindern und Jugendlichen eng mit der monolingualen Sprachpolitik von Bildungsinstitutionen zusammenhängen (Ballweg 2022). Infolgedessen werden mehrsprachige Schüler*innen bereits in der Grundschule als „Anderssprachige“ adressiert und marginalisiert (vgl. Panagiotopoulou & Samani 2024). Vor diesem Hintergrund untersucht das geplante Promotionsprojekt, wie (neu)  zugewanderte  Kinder und Jugendliche mit Fluchtgeschichte ihre Mehrsprachigkeit wahrnehmen und  welche translingualen Literacy-Erfahrungen sie in ihren Familien machen. Hierzu wird ein partizipatorischer, ethnographischer Ansatz in geflüchteten Familien aus Afghanistan gewählt. Im Fokus steht die Perspektive von Kindern und Jugendlichen: wie sie ihren mehrsprachigen Familienalltag mitgestalten, welche (translingualen) Strategien sie beim Mehrspracherwerb einsetzen und welche „Ermächtigungsstrategien“ im Umgang mit Differenzerfahrungen im Bildungskontext sichtbar werden.
Literatur
Ballweg, S. (2022): Anticipating expectations. family language policy and its orientation to the school system. In:
International Journal of Multilingualism, S.1-18.
King, K. et al. (2008): Family Language Policy.In: Language and Linguistics Compass, 2(5), S. 907–22.
Lanza, E. (2021): The family as a space: multilingual repertoires, language practices and lived experiences. In: Journal of Multilingual and Multicultural Development (42), S.763-771.
Lomeu Gomes, R.(2018): Family Language Policy ten years on. A critical approach to family multilingualism. In:
Multilingual Margins, 5 (2), S. 51-72.
Panagiotopoulou, J. A. & Samani, D. (2024): „Die fragen so ‚warum musst du diese Sprache lernen, warum ist diese Sprache so blöd‘ und so ...“: Differenz- und Diskriminierungserfahrungen mehrsprachiger Eltern und Kinder aus geflüchteten Familien im Kontext deutscher Bildungseinrichtungen. In: Bostancı, S. & Ilgün-Birhimeoğlu, E. (Hrsg.). Elementarpädagogik in der postmigrantischen Gesellschaft. Theoretische und empirische Zugänge zu einer rassismuskritischen Pädagogik. Weinheim: Beltz Juventa, S.98-112
Panagiotopoulou, J. A., Uçan, Y. & Samani, D. (2023): Familiensprachpolitik zwischen Spracherwerb und Spracherhalt: Ergebnisse zu den Perspektiven von Kindern aus dem Lehrforschungsprojekt „FaMiLang“. Zeitschrift für interkulturelle Fremdsprachenforschung, 28(2), S.111–133.
Smith-Christmas, C. (2022): Using a ‘Family Language Policy’ lens to explore the dynamic and relational nature of child agency. In: Special Issue: Children, childhoods and bilingualism: exploring experiences, perspectives and policies. Vol. 36(3), S.354-368.

 

(Mehr-)Sprachigkeit und Familien in der Migrationsgesellschaft – Rekonstruktion sprachlicher Praktiken zwischen Alltag, Bildung und Gemeinschaft

von Clara Dettki, Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur sowie des Deutschen als Zweitsprache an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Obwohl das Aufwachsen mit mehreren Sprachen in der Mehrsprachigkeitsforschung inzwischen als ‚Normalfall‘ gilt (vgl. z.B. Panagiotopoulou 2016), dominieren in Bildungsinstitutionen in amtlich deutschsprachigen Regionen weiterhin monolinguale Logiken (Dirim 2015). Vor diesem Hintergrund sind migrationsbedingt mehrsprachige Familien spätestens seit den PISA-Studien in den Fokus bildungs- und integrationspolitischer Debatten gerückt. Unter dem Stichwort der ‚Bildungsferne‘ sind sie u.a. mit defizitären Sichtweisen auf ihre sprachlichen Fähigkeiten sowie ihre Leistungsfähigkeit für die schulische Bildung ihrer Kinder konfrontiert (Gomolla/Kollender 2019; Stošić 2017). Damit einher geht eine Engführung, da mehrsprachige Familien vor allem dahingehend beurteilt werden, ob und wie sie dem Bildungssystem zuarbeiten. Als komplexe und eigenständige Beziehungszusammenhänge, in denen Mehrsprachigkeit initiiert und gelebt wird, geraten sie hingegen aus dem Blick.
Während Praktiken der familialen Mehrsprachigkeit im internationalen Forschungsfeld zu Family Language Policy bereits seit längerem anhand unterschiedlicher Fragestellungen untersucht werden (vgl. z.B. Curdt-Christiansen 2016; Hiratsuka/Pennycook 2019), sind die sprachlichen Praktiken im Alltag von mehrsprachigen Familien im deutschsprachigen Kontext bislang noch wenig erforscht.
Vor diesem Hintergrund gehe ich im Rahmen meiner Dissertation der Frage nach, wie sprachliche Praktiken in mehrsprachigen Familien situativ hervorgebracht und vor dem Hintergrund migrationsgesellschaftlicher Verhältnisse gestaltet werden. Sprache(n) und (Mehr-)Sprachigkeit verstehe ich dabei als eine sozial und lokal situierte Praktik, die zwischen und jenseits von Einzelsprachen im Sinne eines ‚languaging‘ hervorgebracht wird (Pennycook 2010). Im Rahmen einer ethnografischen Studie (Breidenstein et al. 2020; Heller 2008) habe ich zwei migrationsbedingt mehrsprachige Familien in Deutschland über den Zeitraum eines Jahres in ihrem Alltag begleitet. Das Datenmaterial umfasst Beobachtungsprotokolle, Interaktionstranskripte sowie Fotos, die mit der konstruktivistischen Grounded Theory (Charmaz 2014) analysiert wurden.
In der Posterpräsentation möchte ich ausgewählte Ergebnisse meiner Studie vorstellen. Die Analysen zeigen, dass sprachliche Praktiken vielfältige Funktionen innerhalb der  ntersuchten Familien übernehmen und für die Bewältigung des Familienalltags, die Gestaltung von familialen Bildungsprozessen sowie die Herstellung von Gemeinschaft im Sinne von doing family (Jurczyk/Lange/Thiessen 2014) konstitutiv sind.
Literatur
Breidenstein, Georg; Hirschauer, Stefan; Kalthoff, Herbert & Nieswand, Boris (2020). Ethnografie. Die Praxis der Feldforschung. (3. Auflage). München, Konstanz: utb.
Dirim, İnci (2015). Umgang mit migrationsbedingter Mehrsprachigkeit in der schulischen Bildung. In Leiprecht, Rudolf & Steinbach, Anja (Hrsg.). Schule in der Migrationsgesellschaft. Ein Handbuch. (Band 2: Sprache – Rassismus – Professionalität). Schwalbach: Debus, 25–48.
Charmaz, Kathy (2014). Constructing Grounded Theory. (2. Auflage). London: SAGE.
Curdt-Christiansen, Xiao Lan (2016). Conflicting ideologies and contradictory language practices in Singaporean multilingual families. Journal of Multilingual and Multicultural Development, 37(7), 694–709.
Gomolla, Mechthild & Kollender, Ellen (2019). Schulischer Wandel durch Elternbeteiligung? Kontinuitäten und Neuverhandlungen der Bilder von ‚Eltern mit Migrationshintergrund‘ im politischen Diskurs der BRD. Zeitschrift für Diversitätsforschung und –management, 4(1/2), 28–41.
Heller, Monica (2008). Doing ethnography. In Li Wei & Moyer, Melissa G. (Hrsg.). The Blackwell Guide to Research Methods in Bilingualism and Multilingualism. Maiden: Blackwell, 249–262.
Hiratsuka, Akiko & Pennycook, Alastair (2019). Translingual family repertoires: ‘no, Morci is ittaiitai panzita, amor’. Journal of Multilingual and Multicultural Development, 41(9), 749–763.
Jurczyk, Karin; Lange, Andreas & Thiessen, Barbara (2014). (Hrsg.). Doing Family. Warum Familienleben heute nicht mehr selbstverständlich ist. Weinheim, München: Beltz Juventa.
Panagiotopoulou, Julie A. (2016). Mehrsprachigkeit in der Kindheit. Perspektiven für die frühpädagogische Praxis. WiFF-Expertise. München: Deutsches Jugendinstitut.
Pennycook, Alastair (2010). Language as a Local Practice. London, New York: Routledge.
Stošić, Patricia (2017). Kinder mit Migrationshintergrund. Zur Medialisierung eines Bildungsproblems. Wiesbaden: Springer VS.