Forschungsprojekt

Diagnostik fetaler Alkoholspektrum-Störungen (FASD) bei Erwachsenen

Unter dem Begriff fetale Alkoholspektrum-Störungen (FASD) werden eine Reihe komplexer neurologischer und psychiatrischer Krankheitsbilder zusammen gefasst, die durch den Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft entstanden sind. Das Vollbild der Erkrankung wird fetales Alkoholsyndrom (FAS) genannt und weist eine geschätzte Prävalenz von circa 8 pro 1.000 Geburten auf. Obwohl fetale Alkoholspektrum-Störungen zu den häufigsten angeborenen Erkrankungen zählen, werden sie nicht selten gar nicht oder erst im Laufe des frühen Erwachsenenalters diagnostiziert.

Die Diagnostik orientiert sich an den vier Säulen

  • Alkoholkonsum der Mutter,
  • faciale Auffälligkeiten,
  • Wachstumsauffälligkeiten sowie
  • funktionelle und strukturelle Auffälligkeiten des zentralen Nervensystems.

Wenn der mütterliche Alkoholkonsum nicht belegt werden kann und Informationen zu den Wachstums- und facialen Auffälligkeiten in der Kindheit nicht (mehr) vorhanden, gestaltet sich die Diagnosestellung im Erwachsenenalter als Herausforderung. Doch auch wenn für eine einheitliche evidenzbasierte Diagnostik weitere Forschung notwendig ist, konnten bereits praktisch anwendbare diagnostische Kriterien festgelegt werden.

Im LVR-Klinikum Essen beschäftigen wir uns im Rahmen eines Forschungsprojekts seit Januar 2017 mit der FASD-Diagnostik. Wir wollen helfen, die Diagnose des fetalen Alkoholsyndroms in Zukunft leichter stellen und die Krankheit besser erkennen zu können. Im Rahmen unserer FASD-Sprechstunde bieten wir die Diagnostik bei Erwachsenen an. Termine erfragen Sie bitte unter der Rufnummer 0201 / 7227-265.