Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Wärmepulse auf dem Weg stromabwärts
Wärmepulse auf dem Weg stromabwärts
Elektroingenieure auf der Fachmesse Sensor+Test

Energie- und Wassermengen korrekt abrechnen

[31.05.2011] Wer kennt sie nicht: die Gas- und Wasseruhren. Sie sorgen dafür, dass wir nur so viel Energie- und Wassermengen von den Versorgern in Rechnung gestellt bekommen, wie wir auch wirklich verbrauchen. In Punkto Abwasser funktioniert das nicht – nach wie vor werden dabei die teuer zu bezahlenden Mengen geschätzt. Abwasserzähler sucht man vergebens, da solche Flüssigkeiten mit heutigen Durchflusssensoren noch nicht gemessen werden können. Ein neues Verfahren, entwickelt am Lehrstuhl für Elektronische Bauelemente und Schaltungen der Universität Duisburg-Essen, könnte dies ändern. Dafür erhalten die Ingenieure um Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Anton Grabmaier über vier Jahre eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Höhe von rund 510.000 Euro.

Auf der Fachmesse Sensor+Test, die am 7. Juni in Nürnberg startet, stellt das Forscherteam das Verfahren vor. „Seitdem Flüssigkeiten und Gase gehandelt werden, gibt es für die verschiedensten Anwendungen Sensoren und Zähler, die die fließende Menge kontrollieren, um für die ,Handelspartner’ Transparenz zu schaffen“, sagt Professor Grabmaier. „Für bekannte zu messende Flüssigkeiten und Gase wie etwa Trinkwasser oder Heizöl stehen eine große Zahl an Sensoren und Zählern zur Verfügung.“ Diese müssen jedoch für ihren Einsatz auf das zu messende Fluid (ein Gas oder eine Flüssigkeit) kalibriert, also eingemessen werden, mit der Bedingung, dass das fließende Medium bekannt ist und sich in seiner Zusammensetzung auch zeitlich nicht ändert.

„Genau das gilt aber für Abwasser und Klärschlamm nicht“, erläutert Anton Grabmaier das Problem. Dort setzt die Idee der Duisburger Forscher an. Mit Hilfe eines Heizelementes wird das fließende Medium in einer Leitung lokal kurz erwärmt. „Es wird so quasi mit einer Wärmemarkierung versehen, die über die Leitung mittransportiert wird.“ Stromabwärts der Leitung wird mit Hilfe eines Temperatursensors gezielt nach dieser Wärmemarkierung gesucht. Aus der Zeitdauer zwischen dem Versenden und dem Empfangen der Wärmemarkierung kann bei bekannter Leitungslänge und -querschnitt auf die geflossene Menge geschlossen werden. Und das auch, ohne die Zusammensetzung des Mediums genau zu kennen.

Mit den aktuellen Forschungsarbeiten stehen erste Versuchsmuster zur Verfügung. Im kommenden Jahr wollen die Duisburger Ingenieure ihre Ergebnisse gemeinsam mit interessierten Partnern aus der Wirtschaft in die Praxis überführen. Auf der Messe wollen sie daher weitere Kontakte knüpfen.

Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de/ssc/ssc_aktuelles.php
Prof. Dr. Anton Grabmaier, Tel. 0203/379-3247, anton.grabmaier@uni-due.de

Redaktion: Isabelle De Bortoli, Tel. 0203/379-2430


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