Technik ist in den letzten 100 Jahren ein zentraler Bereich unserer Gesellschaft geworden. Sie hat ihre Lebensbedingungen maßgeblich verändert. Durch Globalisierung, demographische Veränderungen und technologische Entwicklungen wandelt sich die Industriegesellschaft zunehmend zu einer Informations- bzw. Wissensgesellschaft. Forschung und Entwicklung, insbesondere von neuen Technologien auf den Gebieten der Technik- und Naturwissenschaften, stehen im Fokus des politischen Interesses. Sie gelten als wichtige Felder für die Schaffung von Arbeitsplätzen, Wohlstand und Nachhaltigkeit.
In den letzten Jahrzehnten wird zunehmend in diesem Kontext auch die Frage der Teilhabe an diesen Entwicklungen diskutiert, denn: Technologien gestalten heißt wesentliche Bereiche der Gesellschaft heute und morgen mitzugestalten. Ein Studium in den Natur- und Ingenieurwissenschaften bietet zum einen hierfür die Chance. Zum anderen vermitteln Berufe wie Informatikerin, Maschinenbauingenieur etc. gute Berufsperspektiven.
Die "klassischen" natur- und ingenieurwissenschaftlichen Berufe können noch immer als eine Männerdomäne angesehen werden. Die Teilhabe von Frauen ist hier nach wie vor gering, auch wenn die Zahl der Studentinnen und Absolventinnen in den letzten 30 Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Siehe auch der Kurzbericht der Bundesagentur für Arbeit "Frauen und MINT-Berufe" für die Jahre 2010 und 2011.
Was sind die Gründe dafür? Die Diskussionen in der Wissenschaft und Politik der vergangenen Jahren zeigen, dass das geläufige Argument, 'Damen haben nun mal andere Interessen', die Komplexität gesellschaftlicher Strukturen bei weitem nicht erfasst.
