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© ISP

ISP Nahaufnahme: Lisa Schönfeld

Mein Forschungs- und Lehrgebiet in drei Sätzen:

Mich beschäftigt die Frage, wie soziale Ungleichheiten entstehen, sich verfestigen und welche Rolle kommunale Strukturen und Institutionen dabei spielen. Ein besonderer Schwerpunkt meiner Forschung liegt auf der frühkindlichen Bildung, insbesondere auf ungleichen Zugängen zu Kindertagesbetreuung, Kita-Segregation und den Möglichkeiten kommunaler Steuerung. In der Lehre beschäftige ich mich unter anderem mit kommunaler Sozialpolitik, Kinderarmut und empirischer Sozialforschung.

Darum ist meine Forschung wichtig (für die Gesellschaft & für die Soziale Arbeit):

Bildungschancen sind in Deutschland nach wie vor stark von der sozialen Herkunft abhängig – und diese Ungleichheiten beginnen nicht erst in der Schule. Bereits der Zugang zu frühkindlicher Bildung ist sozial ungleich verteilt. Hinzu kommt, dass Kinder mit unterschiedlichen sozialen Voraussetzungen häufig unterschiedliche Einrichtungen besuchen.

Mich interessiert besonders, welche Rolle die institutionellen und kommunalen Rahmenbedingungen dabei spielen. Denn soziale Ungleichheit ist nicht nur das Ergebnis individueller Entscheidungen, sondern wird auch durch die Organisation sozialstaatlicher Angebote mitgeprägt.

Für die Soziale Arbeit ist das aus meiner Sicht besonders relevant: Wenn wir soziale Ungleichheiten abbauen wollen, müssen wir nicht nur die Lebenslagen benachteiligter Menschen betrachten, sondern auch die Strukturen und Institutionen, die ihre Teilhabemöglichkeiten beeinflussen.

Arbeitest du gerade in einem Forschungsprojekt oder an einer Veröffentlichung, worum geht es dort?

Aktuell beschäftige ich mich in zwei Veröffentlichungen mit der Frage, wie soziale Ungleichheiten in der frühkindlichen Bildung entstehen und welche Rolle Kommunen dabei spielen. In einem Beitrag mit dem Titel „Wie Kommunen Ungleichheit (re-)produzieren. Diskriminierungstheoretische Perspektiven auf soziale Benachteiligung in der frühkindlichen Bildung“ gehe ich der Frage nach, inwiefern kommunale Strukturen, Entscheidungen und Verfahren soziale Benachteiligungen nicht nur abbauen, sondern auch selbst hervorbringen oder verstärken können.

In einem englischsprachigen Beitrag für ein Special Issue der Fachzeitschrift Educational Review stelle ich zentrale Ergebnisse meiner Dissertation zur Kita-Segregation vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Kinder mit unterschiedlichen sozialen und migrationsbezogenen Hintergründen auf Kindertageseinrichtungen verteilen und welche Rolle kommunale Rahmenbedingungen und Steuerungsmöglichkeiten dabei spielen.

Welche Herausforderungen siehst du für die Soziale Arbeit in der Zukunft und was wünschst du dir für die Zukunft?

Eine der größten Herausforderungen sehe ich in der zunehmenden sozialen Ungleichheit bei gleichzeitig begrenzten kommunalen Ressourcen und wachsenden finanziellen und politischen Restriktionen. Gerade dort, wo soziale Problemlagen besonders ausgeprägt sind, fehlen häufig die finanziellen und personellen Mittel, um ihnen angemessen zu begegnen. Dabei braucht es gerade unter diesen Bedingungen eine starke Soziale Arbeit vor Ort, die Menschen unterstützt, Teilhabe ermöglicht und sich für ihre Interessen einsetzt.

Gleichzeitig gibt es viele ermutigende Beispiele dafür, wie vor Ort neue Teilhabechancen entstehen können, wenn sich Menschen zusammenschließen, gemeinsam Ideen entwickeln und etwas bewegen. Ich wünsche mir, dass Soziale Arbeit solche Prozesse nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgestaltet und sich stärker in die Gestaltung der Strukturen einbringt, die soziale Ungleichheiten hervorbringen oder verstärken. Dazu gehört für mich auch eine engere Verbindung von Wissenschaft, kommunaler Planung und sozialarbeiterischer Praxis.

Blitzrunde (die wirklich wichtigen Fragen)

Kaffee oder Tee?
Tee, am liebsten Matcha und Mate

Frühaufsteher:in oder Nachteule?
Eigentlich Nachteule, aber inzwischen Frühaufsteherin

E-Mail oder kurz vorbeikommen?
E-Mail

Digitaler Kalender oder Papierkalender?
Digitaler Kalender und Papiernotizbuch

Mensa oder mitgebrachtes Essen?
Mensa mit Kolleg:innen

Berge oder Meer?
Beides

Sommer oder Winter?
Herbst    

Mehr Informationen zum Profil und zur Arbeit von Dr, Nora Jehles: https://www.uni-due.de/biwi/isp/sozialpolitik/jehles.php

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Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik

Fakultät für Bildungswissenschaften
Universität Duisburg-Essen
Universitätsstraße 2
45141 Essen

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Das Institut ist auf dem Hauptcampus am Standort Essen im Gebäude S06 angesiedelt. Das Gebäude ist auf dem Lageplan markiert.

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