GABO: Grundbildung im Kontext von Arbeit und Berufsorientierung

Grundbildung im Kontext von Arbeit und Berufsorientierung: Zugänge schaffen und Übergänge gestalten (GABO)

Leitung:
Prof. Dr. Helmut Bremer (Universität Duisburg-Essen)
Dr. Natalie Pape (Leibniz Universität Hannover) - Verbundleitung
Prof. Dr. Wibke Riekmann (Medical School Hamburg)

Projektbearbeitung:
M.A. Songül Cora (Universität Duisburg-Essen)
M.A. Paula Emily Matthies (Leibniz Universität Hannover)
M.A. Rabea Geraldine Schemann (Medical School Hamburg)

Zeitraum: 01.04.2021 – 31.03.2024

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Vorhaben GABO ist ein Verbundprojekt mit qualitativer Forschungsstrategie, dessen Untersuchungsgegenstand die Grundbildung im Kontext von Arbeit und Berufsorientierung ist. Über verschiedene empirische Zugänge werden arbeitsteilig sowohl Teilnehmende und Adressat:innen als auch Professionelle in der Jugendberufshilfe sowie der arbeitsorientierten Grundbildung in den Blick genommen.

Hintergrund der Studie

Nur wenige Erwachsene und Jugendliche mit geringen Lese- und Schreibkenntnissen nehmen an Angeboten der Alphabetisierung und Grundbildung teil. Einen Ansatz, um mehr Menschen einen Zugang zu Grundbildung zu eröffnen, stellt die aufsuchende Bildungsarbeit dar. Auch Konzepte arbeitsorientierter Grundbildung nutzen teilweise solche Strategien, indem sie Lernanlässe in der Arbeitswelt der Menschen suchen und auch den Lernort dahin verlagern. Sie sind vielversprechend, da die nach wie vor dominanten „Komm-Strukturen“ in der Erwachsenen- und Weiterbildung insbesondere für „gering literalisierte“ Zielgruppen eine hohe Hürde darstellen können. Wenig im Blick sind dabei bisher Jugendliche mit geringen Lese- und Schreibkenntnissen. Sie vollziehen häufig keinen direkten Berufseinstieg und finden sich dann zunächst im „Übergangssystem“ zwischen Schule und Beruf wieder, wobei ihre Grundbildungsbedarfe nicht immer hinreichend wahrgenommen werden.
Arbeitsorientierte Grundbildungsangebote können ausgehend von einem erweiterten, emanzipatorischen Verständnis von Arbeit Lern- und Bildungsprozesse unterstützen, die über die Arbeitssituation hinausgehen. Was Adressat:innen und Teilnehmende der arbeitsorientierten Grundbildung mit Arbeit verbinden und wie Bildungsangebote hier an ihre Bedarfe anschließen, ist jedoch kaum systematisch untersucht. Ebenfalls ist wenig bekannt, inwiefern die Teilnahme an Alphabetisierungs- und Grundbildungskursen Auswirkungen auf die Lebensführung insgesamt hat und weitere Bildungsprozesse anstößt.

Zielsetzung und Anlage des Teilprojekts Essen

Im Rahmen des Teilprojekts in Essen werden leitfadengestützte, biografisch orientierte Interviews mit Adressat:innen und Teilnehmenden an Maßnahmen der Jugendberufshilfe des Internationalen Bundes und Teilnehmenden der arbeitsorientierten Grundbildungsangebote von Arbeit und Leben durchgeführt. Zentral ist hier, welche Bedeutung Schriftsprache und Grundbildung im (Arbeits-) Alltag hat, welche Lernanlässe und -motive sich vor diesem Hintergrund ergeben und inwiefern die (Grund-) Bildungsangebote als daran anschlussfähig wahrgenommen werden. Zugrunde gelegt wird, dass solche Aneignungs- und Verwendungsweisen von Schriftsprache und Grundbildung biographisch erworben sind und habitus- und milieuspezifischen Logiken folgen. Die Datenauswertung erfolgt mithilfe des Verfahrens der Habitushermeneutik.
Mit der Verschränkung des Erhebungsmaterials der drei Teilprojekte lassen sich schließlich „Passungsverhältnisse“ zwischen Teilnehmenden und professionell Tätigen analysieren mit dem Ziel, Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung von Angeboten und Professionalisierungsstrategien abzuleiten. Dabei soll mit GABO auch die interdisziplinäre Vernetzung von Sozialer Arbeit/Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung und Grundbildung weiter vorangetrieben werden. Ebenso wird durch die enge Kooperation mit den Praxispartner:innen praxisnahe und partizipative Forschung realisiert.

 

Förderung

Bmbf

Verbundpartner

Luh

Msh

Kontakt

Teilprojekt Universität Duisburg-Essen:
Prof. Dr. Helmut Bremer
Songül Cora, M.A
Sarah Klotz

 

Teilprojekt Leibniz Universität Hannover:
Dr. Natalie Pape
Paula Emily Matthies, M.A.
Lisa Graw

 

Teilprojekt Medical School Hamburg:
Prof. Dr. Wibke Riekmann
Rabea Geraldine Schemann, M.A.
Joselle-Marie Rajab




Praxispartner

IbAul