DFG-Projekt „Arbeit und Erschöpfung. Umgangsweisen und Lösungsstrategien in Bundesrepublik und DDR von der Nachkriegszeit bis in die 1970er Jahre“

 

Der Burnout, eine anhaltende Form der Erschöpfung, ist heute eine weit verbreitete Krankheit. Doch auch in der Vergangenheit stellte er die Arbeitswelt schon vor Herausforderungen, wie Forschungen zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts belegen. Das Projekt hingegen untersucht die Phase von 1945/49 bis in die 1970er-Jahre, insbesondere für Bundesrepublik und DDR. Es setzt dabei Methoden der Diskurs- und Wissensgeschichte, der Praxeologie, der Körpergeschichte und der Geschlechtergeschichte ein und erweitert den Blick über die traditionelle Erwerbstätigkeit hinaus, indem Gruppen wie Führungskräfte („Managerkrankheit“), Frauen, die Hausarbeit und Kindererziehung bewältigten („Müttergenesung“) und Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft einbezogen werden. Die deutsch-deutsch vergleichende Untersuchung bezieht auch Austauschprozesse mit Drittländern ein.

Auf dem Weg zur Entwicklung und Konzeptualisierung des Projekts waren mehrere Schritte wichtig. Ausgangspunkt waren Forschungen von Frank Becker zur Arbeitsgestaltung in Weimarer Republik und NS-Zeit. Sie flossen ein in die Monografie: Frank Becker, „Menschenökonomie“. Arbeitswissen und Arbeitspraktiken in Deutschland 1925-1945, Frankfurt a.M.: Campus 2021. Auf dieser Basis wurde eine Fortführung und Modifizierung des Themas für die Zeit zwischen Kriegsende und den 1970er Jahren geplant. Dies unterstützte ein vom UDE-Profilschwerpunkt „Wandel von Gegenwartsgesellschaften“ geförderter Themen-Entwicklungs-Workshop, der am 15. März 2023 unter Leitung von Frank Becker, Anna Michaelis und Rolf Parr durchgeführt wurde und zahlreiche Expert:innen versammelte. Der im Juni 2025 bei der DFG gestellte Projektantrag wurde im Januar 2026 positiv beschieden. Zum 1. August 2026 soll das Projekt (2 Doc-Stellen für 36 Monate) starten.

 

- Mitwirkende -

Frank Becker

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