Aktuelle Projekte am Lehrstuhl

Der Lehrstuhl beschäftigt sich schon seid Jahren mit der Entwicklung und Optimierung von anorganischen Bindemitteln zur Herstellung von Kernen und Formen für die Gusserzeugung.

Das Ergebnis dieser Forschung ist das:

AWB® zeichnet sich besonders dadurch aus, dass ein nahezu emissionsfreies Gießen möglich ist und somit die Arbeits- und Umweltbedingungen in der Produktion deutlich verbessert werden können. Außerdem können die Kosten der Kern-/Formherstellung deutlich reduziert werden, denn der Formgrundstoff ist regenierbar und der Binder teilweise reaktivierbar.

Weitere Informationen über das AWB®-Verfahren entnehmen Sie bitte den nachfolgenden Links:

  • AWB® - Video:
Lade den Film...

Im Bereich der anorganischen Bindersysteme werden außerdem noch folgende Forschungsprojekte durchgeführt:

 

  • Regenerierung anorganischer Bindersysteme: Es gibt derzeit verschiedene anorganische Kernherstellsysteme auf dem Markt, bei denen auch unterschiedliche Verfahrensansätze zur Regenerierung verfolgt werden. Um es zu ermöglichen parallel zu fertigen soll ein geeignetes Verfahren zur gemeinsamen Regenerierung von Kernaltsanden von Cordis- und AWB-gebundenen Kernen entwickelt und geprüft werden.

 

  • Entwicklung eines anorganischen No-Bake Bindersystems (inkl. Regenerierungstechnik) bei dem mehr als 90% Altsand wiederverwendet werden kann: Es gibt derzeit noch kein zuverlässig funktionierendes Regenerierungssystem auf dem Markt, dass es ermöglicht mit mehr als 90% Altsand zu arbeiten, d.h. bei wirtschaftlich vertretbaren Randbedingungen. Je größer der wiederverwendbare Anteil ist, desto weniger Kosten fallen für die Entsorgung und Deponierung des Altsandes an und die Investitionskosten für den Neusand reduzieren sich entsprechend.

 

Seid 04/2010 läuft zusätzlich ein vom BMWi gefördertes Mittelstandsprojekt, welches sich mit der Entwicklung eines neuartigen Formstoff für Titangusswerkstoffe beschäftigt, die mit bekannten Methoden nicht rückstandsfrei ausgelöst werden können.

Titanguss wird üblicherweise dort eingesetzt, wo hohe mechanische Festigkeiten bei geringem Gewicht gefordert sind (Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik). Oft sind die Anforderungen so hoch, dass sehr komplexe Konfigurationen erforderlich wären. Die Realisierung scheitert aber meistens an den Fähigkeiten und Möglichkeiten der heutigen Gusstechnologien. Die Entfernung der keramischen Form nach dem Abguss erfolgt mechanisch, bei filigranen Innenkonturen (unzugängliche Kavitäten) ist aber oft nur eine langwierige chemische Auflösung des Formstoffs (z.B. über Flusssäure) möglich.
Die Forschungsbestrebungen konzentrieren sich auf die Entwicklung eines Formstoff mit ausreichender Stabilität und Festigkeit, bei dem die Auslösung trotz filigraner Kontur über mechanische oder thermische Verfahren erfolgen kann.