Schule macht stark - SchuMaS

Bund-Länder-Initiative Schule macht starkForschungsverbund SchuMaS

Die Universitäten Duisburg-Essen (UDE), Bochum und Dortmund arbeiten in der neuen Initiative „Schule macht stark“ (SchumaS) von Bund und Ländern mit. Ziel ist es, die Bildungschancen von Kindern an Schulen in sozial benachteiligten Lagen systematisch zu verbessern.

Dafür stehen ab 2021 125 Millionen Euro zur Verfügung. Das Besondere an dem Vorhaben: Insgesamt 200 Schulen aus der Primar- und der Sekundarstufe arbeiten deutschlandweit gemeinsam mit Bildungswissenschaftlern an forschungsbasierten praxistauglichen Maßnahmen, um sie anschließend auch anderen Schulen in sozial herausfordernder Lage zur Verfügung zu stellen. An dem begleitenden Forschungsverbund sind 13 Einrichtungen und Universitäten beteiligt. Eines der vier deutschlandweiten regionalen Cluster wird an der UDE am Interdisziplinären Zentrum für Bildungsforschung (IZfB) angesiedelt. Die Aktivitäten werden hier zunächst für fünf Jahre mit mehr als 3,5 Millionen Euro gefördert. Insgesamt ist das Projekt auf 10 Jahre angelegt.

Das IZfB wird die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Praxis, Bildungsadministration und Forschung koordinieren. Themen sind die Schulentwicklung und Führung sowie das außerschulische Lernen und die Vernetzung von Schule im sozialen Umfeld. Außerdem geht es um die Förderung von Kompetenzen in Mathematik und in der Sprachbildung sowie um die Qualifizierung der Lehrkräfte im Umgang mit besonderen Bedingungen an Schulen in sozial herausfordernden Lagen.* Hierzu liegen in der Metropole Ruhr vielfältige Erfahrungen vor, die nun in das bundesweite Projekt einfließen. Dabei kooperieren die Bildungsforschenden aus Duisburg und Essen im Rahmen der Universitätsallianz Ruhr auch mit Teams in Bochum und Dortmund.

„Uns ist es ein besonderes Anliegen, Bildung ganzheitlich zu denken. Wir möchten Schulen darin unterstützen, ihre spezifische Situation am Schulstandort datengestützt genauer analysieren zu können. Davon ausgehend wollen wir Maßnahmen für erfolgreiches Lernen, auch in Kooperation mit der Schulsozialarbeit und mit Partnern im Umfeld der Schule, systematisch entwickeln“, sagt Sybille Stöbe-Blossey vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ), das im Projekt mitwirkt.

„Konkret möchten wir im Gesamtverbund umfassende Lehr- und Lernmaterialien, Handreichungen und Leitfäden für die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie Fortbildungsmaterialien, auch in digitalen Formaten, erarbeiten“ so Isabell van Ackeren, Leiterin der AG Bildungsforschung in der Fakultät für Bildungswissenschaften. „Wir freuen uns auf eine neue Qualität der Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den beteiligten Schulen.“

* Beteiligt sind die Fakultäten für Bildungswissenschaften (Prof. Dr. Isabell van Ackeren, Prof. Dr. Kerstin Göbel), Gesellschaftswissenschaften (Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey), Geisteswissenschaften (Prof. Dr. Heike Roll) und Mathematik (Prof. Dr. Bärbel Barzel).

Forschungsverbund SchuMaS

SchuMaS an der UDE

Regionales SchuMaS-Zentrum Duisburg-Essen

Um eine kontinuierliche und kohärente Zusammenarbeit mit den bundesweit beteiligten 200 Schulen zu ermöglichen, sieht der Forschungsverbund als zentrales Ausgestaltungsmerkmal vier regionale SchuMaS-Zentren vor, die die Schulen in Abstimmung mit den Ländern in regionalen Schulnetzwerken begleiten, beraten und unterstützen. An das regionale SchuMaS-Zentrum Duisburg-Essen sind rund  60 Schulen angeschlossen.
Über die regionalen SchuMaS-Zentren soll gewährleistet werden, dass die unmittelbare Zusammenarbeit des Forschungsverbundes mit den Schulen über eine zentrale Schnittstelle und nicht über vielfältige, isolierte und wenig aufeinander abgestimmte Kontakte zu den verschiedenen Projektbeteiligten des Verbundes erfolgt.

Inhaltscluster Schulentwicklung und Führung

Der Fokus im Cluster „Schulentwicklung und Führung“ liegt auf der Stärkung der Schulentwicklungskapazität  der teilnehmenden Schulen, also der systematischen und nachhaltigen Entwicklung ihrer Visionen und Ziele (Leitbildentwicklung), ihrer Strukturen und Prozesse sowie der Reflexion der eigenen Organisationskultur (einschließlich Normen, Werte und Haltungen). Die Kapazität von Schule, als Organisation zu lernen und Innovationen zu adaptieren, ist für den gesamten Projektkontext relevant, um die verschiedenen Maßnahmen, etwa auf der Unterrichtsebene und zur Kooperation im Sozialraum, strategisch zu einem Gesamtkonzept zu integrieren, das auf klar definierte, geteilte schulische Ziele ausgerichtet ist.

Inhaltscluster Außerunterrichtliches Lernen und Sozialraumorientierung

Um bestmögliche Lern- und Bildungschancen für alle Lernenden – unabhängig von Herkunft, Geschlecht und sozialem Status – sicherzustellen, müssen Schulen ihre Quartiersorientierung stärken, Integrationsaufgaben übernehmen und das Lernen in formalen und non-formalen Bildungssettings verknüpfen. Dabei kommt es darauf an, Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien zu bündeln und ihnen niederschwellig zugänglich zu machen. In diesem Sinne versteht das Inhaltscluster Außerunterrichtliches Lernen und Sozialraumorientierung die Schulen als Vernetzungszentren. Schulen sind im Sozialraum niemals isoliert. Vielmehr sind die schulischen und außerschulischen Aktivitäten und Strukturen verknüpft. Daher können Schulen in sozial schwierigen Lagen dann besonders nachhaltig in ihren Entwicklungen unterstützt werden, wenn sie als „vernetzte“ Schulen verstanden werden und außerunterrichtliche und -schulische Ebenen – sprich: der Sozialraum – in die Entwicklungsbemühungen einbezogen werden.