Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Fakultät für Biologie
Aquatische Ökologie
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Promotionsthema: Parasiteninduzierte Verhaltensveränderung in Fischen

Das Thema der parasiteninduzierten Verhaltensveränderung ist ein etabliertes Forschungssubjekt der Parasitologie. Die zugrundeliegenden Mechanismen sind jedoch größtenteils unbekannt. Parasiten können das Verhalten ihrer Wirte so verändern, dass die Übertragung auf den nächsten Wirt wahrscheinlicher wird – oft, in dem sie Verhalten der Zwischenwirte induzieren, welches das Prädationsrisiko durch den finalen Wirt erhöht. Ein Beispiel hierfür ist die digenetische Trematodenart Diplostomum phoxini. Sie nutzt die Elritzen (Phoxinus phoxinus) als zweiten Zwischenwirt und bewirkt, dass diese sich vermehrt nahe an der Wasseroberfläche aufhalten. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fische vom Gänsesäger (Mergus merganser), dem Endwirt des Parasiten, gefressen werden.

Ziel dieses Dissertationsprojektes ist es, zu untersuchen wie diese Verhaltensveränderungen entstehen und wo sich die Parasiten im Gehirn der Fische befinden. Mit Hilfe histologischer Analysen sollen sowohl die genaue Lokalisation als auch die Anzahl der Parasitenstadien bestimm werde. Zusätzlich werden mittels Videotracking und der Software DeepLabCut Unterschiede im Schwimmverhalten zwischen infizierten und nicht infizierten Fischen analysiert. In Kooperation mit Prof. Dr. Onur Güntürkün, Biopsychologie, Ruhr-Universität Bochum, verbindet das Projekt parasitologische und neuropsychologische Ansätze, um die Mechanismen hinter parasiteninduzierten Verhaltensveränderungen besser zu verstehen.