Forschung

Informationen zu Forschungsprojekten

Segregierte Quartiere als Bildungsräume - Analysen zu Steuerung, Organisation und Bildungsprozessen der Hans-Böckler Stiftung

Die Nachwuchsforschergruppe untersucht in drei Promotionsprojekten die Steuerung, Organisation und das Erleben von Bildungsprozessen in segregierten Quartieren. Sie verbindet Analysen zur Entwicklung lokaler Bildungssysteme, zur Durchführung von Bildungsprozessen in Organisationen des lokalen Bildungssystems sowie zu Bildungsprozessen im Stadtteil. Mehr zur Gruppe

Schulerfolg unter Bedingungen vielfacher Bildungsrisiken

Das Projekt "Schulerfolg unter Bedingungen vielfacher Bildungsrisiken" untersucht Faktoren erfolgreichen Lernens und bildungsbezogener Integration an Schulen mit multikultureller und ökonomisch benachteiligter Schülerschaft in segregierten städtischen Quartieren. Dazu wurden Fallstudien zu zwei weiterführenden Schulen angefertigt, die in nationalen Schulwettbewerben prämiert wurden und von denen vor diesem Hintergrund ein innovatierter Umgang mit den Problemen von Brennpunkt-Schulen erwartet werden kann. Die Untersuchung arbeitet mit rekonstruktieven Forschungsmethoden erfolgreiche Strategien der Schulentwicklung, Aspekte der Schulkultur sowie pädagogische Orientierungen und Praktiken des pädagogischen Personals der Schulen vor dem Hintergrund der sozialen und wirtschaftlichen Lage ihres lokalen Kontexts heraus.  Mehr zum Projekt

Einstellungen zu Heterogenität und Unterrichtskriterien bei Lehramtsstudierenden: Eine quantitative Studie zu Stereotypen und Vorurteilen

Das Thema der Heterogenität ist aus der öffentlichen Diskussion der Bildungssituation ebenso wie in den Lehramtsstudiengängen in Deutschland mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Inzwischen besteht zumindest unter PädagogInnen und ErziehungswissenschaftlerInnen der Konsens, dass gegenüber einer zunehmend heterogenen Schülerschaft und dabei insbesondere gegenüber SchülerInnen mit Migrationshintergrund Sensibilität, neue Lehrmethoden und interkulturelles Wissen nötig sind. Allerdings ist umgekehrt nur wenig Wissen darüber vorhanden, wie stark unter LehrerInnen heute Stereotypen und Vorurteile etwa gegenüber SchülerInnen mit Migrationshintergrund bestehen und wie diese ihr professionelles Handeln beeinflussen. Diesen Forschungsfragen widmet sich eine Befragung von mehr als 600 Lehramtsstudierenden an der TU Braunschweig und der Universität Duisburg-Essen.

Merten, M./Yildirim, D./Keller, K.: Forschungsbericht - Einstellungen von Lehramtsstudierenden 2014 (PDF)

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JuBri-Teilprojekt „Inszenierungen des Politischen“

Im Anschluss an jüngere Arbeiten zu Prozessen der Entwicklung politischer Positionen und Handlungsformen im Jugendalter untersucht die Studie die Bezugnahme auf alltagskulturelle Objekte in Politisierungsprozessen jugendkultureller Szenen. Im Spannungsfeld von politischer Kultur und Jugendkultur einer Zeit sollen solche Formen der Stilisierung, der Kritik und des Protests rekonstruiert werden, in denen alltagskulturelle Objekte mit politischen Bedeutungsgehalten aufgeladen werden. Die Studie geht dabei von der Annahme aus, dass politische Positionierungen in der Alltagswelt nicht nur in Jugendkulturen sondern grundsätzlich – neben politischen Alltagsdiskursen und impliziten Handlungsroutinen – in erster Linie über die Nutzung politischer Symbole, wertbezogene Ästhetisierungen des Selbst (bspw. in Form spezifischer Kleidungsstile) sowie über alltagspraktisches Handeln (z.B. in der Bezugnahme auf räumliche Materialität) zum Ausdruck gebracht werden. Bereits im Zuge der Ausdifferenzierung der Landschaft jugendkultureller Stile bestand eine zentrale Distinktionslinie gegenüber der Erwachsenenkultur im Spiel mit politisch aufgeladenen Objekten (z.B. dem Kilt oder der NS-Uniform). Das Teilvorhaben zielt nun darauf, Formen der Genese und Zuweisung von politischen Deutungen und Zielen an alltagskulturelle Objekte zu rekonstruieren. Inzwischen sind politisierende Objektverwendungen nicht mehr nur in etablierten Protestszenen sondern darüber hinaus auch in der jugendspezifischen Medienkultur alltäglich.
 

Dazu fokussiert die Studie drei Phänomene der Politisierung in Jugendkulturen:

(1) nationale und ethnische Identität,
(2) Gesellschaftskritik sowie
(3) politische Verortung.

Über die Bezugnahme auf diese inhaltlichen Schwerpunkte soll es gelingen, Bedeutungsänderungen, -zuweisungen bzw. -zurückweisungen an alltagskulturelle und politische Objekte im Szenevergleich zu beschreiben. Die Analyse ist dabei im Kern auf aktuelle politische Deutungen gerichtet, wird aber mit Blick auf die ausgewählten Szenen historisierende Vergleiche einbeziehen, die durch die Dokumentation von Politisierungsprozessen in den zu analysierenden Fanzines möglich werden. Interessant sind dabei insbesondere Bedeutungszuschreibungen an Objekte, die in verschiedenen Jugendszenen Verwendung finden (bspw. Uniformen, Palästinensertuch, Fahnen, Abzeichen).

Folgende Forschungsfragen sollen dabei beantwortet werden: Auf welche Objekte wird im Rahmen von politischen Deutungen und Ausdrücken innerhalb von Jugendkulturen Bezug genommen? Im Zusammenhang welcher Praktiken und durch welches Verhalten wird diesen Bedeutung zugewiesen? In welcher Beziehung steht der dabei generierte politische Sinn mit anderen Bedeutungszusammenhängen der verwendeten Objekte? Wie werden politisierende Deutungen innerhalb der untersuchten Szenen und in anderen Szenen verstanden? 

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