Kurzbeschreibung des Projektes Stereotype Deutschland - Türkei

Laufzeit: 2014 - 2017

Das Projekt  verbindet  soziolinguistische, sprachwissenschaftliche und literaturwissenschaftliche Fragestellungen. Es werden zum einen Stereotype im Rahmen der Sprach- und Literaturwissenschaften  sowohl in zeitgenössischen Texten (Presse und Belletristik) als auch in historischen literarischen Texten untersucht, zum anderen werden die aktuell existierenden Stereotype in Deutschland und in der Türkei erhoben und analysiert.

Bekanntlich gibt es zwischen Selbstbildern und Fremdbildern bei den Völkern enorme Widersprüche. Vor allem mit Blick auf Türken und deren Wahrnehmung in den westlichen Kulturen kann auf eine lange Geschichte der Konstruktion von verzerrten Bildern (zum Teil tradiert aus den Befreiungskriegen der Balkanvölker gegen die Osmanen, in Deutschland in neuerer Zeit durch die Arbeitsmigration aus den ländlichen Gebieten der Türkei in die deutschen Industriezentren) zurück gegriffen werden (vgl. z.B. Katz & Braley 1933, Apeltauer 1991, Schroeder und Apelius 2009, Coşan 2008, Uslucan 2011, Coşan 2011).

Man könnte annehmen, dass sich in Deutschland in den letzten fünfzig Jahren, also seit der Zuwanderung der Türken zu Beginn der 60-er Jahre nach Deutschland, die wechselseitige Wahrnehmung durch alltägliche Kontakte normalisiert und zum Positiven verändert hat. Doch wie die Bilder „der Deutschen“ über „die Türken“  und die Bilder „der Türken“ über „die Deutschen“ nach 50 Jahren vielfältiger Kontakte tatsächlich sind, bzw. welche Bilder voneinander bei welchen Bevölkerungsgruppen  dominant sind, ist bisher nicht gründlich untersucht worden.

Mit dieser Frage wird sich das Projekt „Stereotype Deutschland-Türkei“ beschäftigen.

Erhoben werden soll dabei anhand einer 134 Merkmale umfassenden Merkmalliste, welche Eigenschaften die Deutschen den Türken zuschreiben und welche Eigenschaften Türken mit Deutschen verbinden. Basierend auf den ‚klassischen’ Arbeiten zu Stereotypen von Lippmann (1922), Katz & Braley (1933) und Sohdi & Bergius (1953) sowie den neueren Untersuchungen von Apeltauer (2002) und Grünewald (2005) sollen Erhebungen in Deutschland und der Türkei durchgeführt werden. Ziel ist es dabei, in beiden Ländern die Stereotype zu erheben, um dadurch statistisch auswertbare und aussagekräftige Aussagen zu Einstellungen und „Völkerbildern“ zu erhalten, die im deutsch-türkischen Kontakt existieren und im interkulturellen Kontakt ein Rolle spielen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Prof. Dr. Dr. h.c. Rupprecht S. Baur

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