Inhalte - Vertiefungsbausteine

Sprache durch Kunst, Leitung: Dorota Okonska

Dass die Auseinandersetzung mit Werken der bildenden Kunst eine ganzheitliche Form der sprachlichen Bildung ermöglicht, wurde bereits in der Deutsch- und Deutsch als Zweit- und Fremdsprachendidaktik vielfach nachgewiesen.
Basierend auf den Ergebnissen des Projektes Sprache durch Kunst werden den Teilnehmenden verschiedene Methoden und Techniken vermittelt, die ihnen helfen ästhetische Erfahrungsräume für ihre Adressatengruppen zu öffnen. Im Seminar setzen sich die Teilnehmenden mit den Lehr-Lernmaterialien und -szenarien für eine sprachlich-ästhetische Arbeit im Museum und in der Schule auseinander.
Nach einer theoretischen Einführung in die Thematik, werden die weiteren Inhalte in Form einer Simulation vermittelt: die Teilnehmenden erproben die unterschiedlichen methodischen Annäherungen an das Kunstwerk. Aus der Selbsterfahrung heraus und auf der Grundlage eigener Produkte reflektieren sie wie die Wahrnehmungsaktivitäten im unterrichtlichen Kontext genutzt werden können. In einem zweiten Schritt (Distanzphase) entwickeln und erstellen die Teilnehmenden weitere sprachlich-ästhetische Übungsformen und erproben diese mit den eigenen Adressatengruppen. In der letzten Sitzung werden die Erfahrungen gemeinsam reflektiert und die neu erstellten Materialien ergänzt.
Reflektiert wird ebenfalls die Frage: welche digitale Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um den zukünftigen Adressatengruppen ästhetische Erfahrungen und kulturelle sowie gesellschaftliche Teilhabeprozesse zu ermöglichen.

Sprachbildung durch Kreatives Schreiben, Leitung: Dr. Ina Lammers

In dieser Veranstaltung lernen wir Methoden des kreativen Schreibens kennen, die mehrsprachige Lernende ihren Voraussetzungen sowie Interessen entsprechend fördern.
Nach Grundlagen der Schreibdidaktik erproben wir anhand authentischer Schülertexte, inwiefern das kreative Schreiben eine Möglichkeit darstellt, Vertrauen in die eigenen Ausdrucksmöglichkeiten zu gewinnen und Verantwortung für die eigenen Texte zu übernehmen. Als besonders schreibförderlich erweist sich das kollaborative Überarbeiten von Texten, weswegen wir uns mit Methoden wie der Schreibkonferenz auseinandersetzen. Beispielhaft werden sodann kreative Schreibprojekte vorgestellt, in denen Texte geschrieben und vorgelesen werden: Poetry Slams und Poetry Clips. 
In der Distanzphase werden die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer eigene kreative Schreibprojekte entwickeln und durchführen, die aufgearbeitet und reflektiert werden sollen. Hierbei werden sie individuell begleitet.Die Ergebnisse werden in der 2. Präsenzphase vorgestellt.
Im Anschluss werden als Ausblick weitere Projektideen präsentiert und diskutiert, z.B. assoziative Schreibspiele, das kollaborative Verfassen eines Romans oder das Verfilmen selbstverfasster Gedichte. Außerdem werden Möglichkeiten aufgezeigt, kreative Schreibwerkstätten an Schulen einzurichten.
Die Veranstaltung richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer aller Schulstufen, die mit mehrsprachigen, gern auch mit neuzugewanderten Schülerinnen und Schülern arbeiten und sich für das kreative Schreiben begeistern (lassen möchten).

Sprachbildung durch Märchen, Leitung: Dr. Andrea Schäfer-Jung

Kinder mit Migrationshintergrund verstehen und gebrauchen die deutsche Hochsprache sicherer, differenzierter, mutiger und kreativer, wenn ausgebildete Erzähler/innen ihnen regelmäßig Märchen erzählen. (Untersuchung Wardetzky/Weigel)
Auf diesem Hintergrund erarbeiten wir gemeinsam praxisorientiert Kriterien und Werkzeuge zur Auswahl und Interpretation geeigneter Märchen aus aller Welt. Daneben werden wir auch methodische Ansätze zum Vorlesen und Erzählen entwickeln und ausprobieren.

Sprachbildung durch Rap, Leitung: Jan Strobl, Dipl. Musiker
Ziel des Moduls „Ästhetische Sprachbildung: Rap“ ist die Entwicklung und Erprobung eigener Unterrichtsansätze, die textsortenbasierte Sprachbildung in allen Fächern mit dem Einsatz von Rap verbinden.
Hierfür lernen die Teilnehmenden zunächst die musikalischen und lyrischen Besonderheiten von Rap kennen und erlernen einfache Strategien zum Verfassen von Rap-Texten, an denen sie sich selbst ausprobieren.
Um dies mit den Textsorten und Inhalten des Fachunterrichts verknüpfen zu können, werden verschiedene Ansätze vorgestellt, die im Theorie-Praxis-Projekt „RapPro – Sprachförderung durch Rap“ erarbeitet wurden und weitere mögliche Ansätze entwickelt und diskutiert.
Auf dieser Basis werden in der Distanzphase Unterrichtssequenzen entwickelt und erprobt. Idealerweise schließen diese mit einer Songaufnahme ab, die in der gemeinsamen Reflexionsphase präsentiert werden. Hierfür erhalten die Teilnehmenden im Vorfeld eine Einführung in die Grundlagen der Songproduktion im schulischen Kontext.
Zielgruppe: Lehrkräfte aller weiterführenden Schulformen (Grundschule bei großen Interesse auch möglich, hier müssen die Teilnehmenden aber selber überlegen, inwieweit der Ansatz übertragbar ist.)
Sprachbildung durch Literatur im Kontext von Migration und Mehrsprachigkeit, Leitung: Prof. Dr. Heike Roll

In dieser Veranstaltung setzen wir uns mit literarischen Texten auseinander, in denen Erfahrungen und Diskurse im Kontext unterschiedlicher Migrationsbewegungen thematisiert werden. Im Zentrum stehen Autorinnen und Autoren wie Aras Ören, Emine Sevgi Özdamar, Rafi Schami, Yoko Tawada, José Oliver – sie alle wurden für Werke mit dem Adalbert von Chamisso Preis ausgezeichnet. Im Sinne eines integrativen Deutschunterrichts, in dem sprachliches und literarisches Lernen verknüpft werden erproben wir produktive und textnahe Verfahren der Lektüre, in denen mehrsprachige Verfahren des Schreibens sowie des Perspektivwechsels und der Hybridität erlesen und erschrieben werden.
In der Distanzphase entwickeln die Teilnehmer eigene Aufgabenformate im Umgang mit den literarischen Texte und stellen diese in der zweiten Sitzung in einer gemeinsamen Reflexionsphase vor.

Sprachbildung durch Literarische Texte, Leitung: Frauke Döbber M.A.
Literarische Texte haben es schwer – zumindest in der Praxis der Sprachbildung und im Unterricht „Deutsch als Zweitsprache“, in welcher kommunikative Kompetenz noch immer als übergeordnetes Unterrichtsziel angestrebt wird.
Doch im Unterschied zu Lehrbuchtexten, die eine simulierte Welt darstellen, sind literarische Texte spannender, sie motivieren zum Weiterlesen, zur Weiterarbeit mit dem Text und fördern Fantasie und Freude am Lesen („Literacy“). Letzteres bildet dabei ein unabdingbares Kriterium der Leseförderung. Ein ästhetisches Lernen durch literarische Texte eröffnet den Lernenden neue Räume und bietet ihnen spezifische Erklärungen von Welt, die auch zur Überprüfung der eigenen Lebenswelt und für das Verstehen anderer Wahrnehmungen dienen können.
Was macht das Ästhetisch-Literarische aus? Warum sollten bereits im Anfangsunterricht literarische Werke eine Rolle spielen? Welchen Mehrwert haben literarische Texte in der Leseförderung? Wie kann man auch leseungewohnten SuS Freude am Lesen vermitteln?
In dieser Veranstaltung lernen wir verschiedene Methoden kenne, wie literarische Texte im Unterricht eingesetzt werden können