Kolloquium

Termine im Sommersemester 2018 Kolloquium zur Didaktik der Mathematik

Das Kolloquium zur Didaktik der Mathematik ist eine Vortragsreihe, in der renommierte Mathematikdidaktiker aktuelle Ergebnisse ihrer Forschungen präsentieren und zur Diskussion stellen.  Die Veranstaltungen finden in Raum WSC-S-U-2.01 statt, beginnen um 16:45 Uhr und enden gegen ca. 18:15 Uhr. Interessierte Zuhörer sind jederzeit willkommen. Hier die Themen des Sommersemester 2018:

16.04.2018
Prof. Dr. Uta Häsel-Weide, Universität Paderborn
Inklusiven Mathematikunterricht gestalten

Ein professioneller Umgang mit der Vielfalt im inklusiven Mathematikunterricht bedeutet, die Schülerinnen und Schülern in ihrer Unterschiedlichkeit anzuerkennen, diese auch fachlich wertzuschätzen und ihre individuelle Entwicklung zu unterstützen. Eine große Herausforderung des inklusiven Mathematikunterrichts liegt in der Gestaltung von Lernsituationen im Spannungsfeld zwischen individueller Förderung und gemeinsamem Lernen. Dazu werden Lernumgebungen benötigt, die Lernen auf unterschiedlichen Niveaus, aber auch im fachlichen Austausch und inhaltlicher Kooperation miteinander ermöglichen. Im Vortrag werden grundsätzliche Überlegungen zur Gestaltung des inklusiven Mathematiklernens erläutert, Design-Ideen für Aufgabenformate vorgestellt und Chancen und Grenzen gemeinsamen Lernens anhand von Beispielen aus dem inklusiven Unterricht analysiert.

*** Der für den 14.05.2018 geplante Vortrag von Prof. Dr. Marcus Schütte und Frau Judith Jung, TU Dresden, zum Thema "Inklusives Mathematiklernen im Austausch - eine interaktionistische Perspektive" muss leider ausfallen***

(Der Vortrag beschäftigt sich mit Interaktionsprozessen im inklusiven Mathematikunterricht und den aus diesen emergierenden Möglichkeiten zur sozialen und fachlichen Teilhabe und daraus abgeleiteten Möglichkeiten für Lernprozesse. Als Grundlage der Analysen dienen Transkripte von videographiertem alltäglichem Mathematikunterricht, die mit Hilfe der Interaktionsanalyse ausgewertet werden. Für die Analysen werden grundlegende Konzepte der Interpretativen Unterrichtsforschung herangezogen und im Hinblick auf die heterogenen Lernausgangslagen der Schülerinnen und Schüler ausdifferenziert, um so einen spezifischen Blick auf das Lernpotential unterschiedlicher Kinder zu erhalten)

28.05.2018
Prof. Dr. Ulrich Kortenkamp, Universität Potsdam
Digitale Werkzeuge – gestern, heute und morgen

In meinem Vortrag möchte ich die aktuell stattfindende „Digitalisierung des Lernens“ aus einer fachdidaktischen Sicht kritisch betrachten. Müssen digitale Werkzeuge im Mathematikunterricht benutzt werden? Kann man damit schneller oder effizienter lernen? Oder muss man sie nur nutzen, weil es modern ist? Ausgehend von konkreten Beispielen und einer theoretischen Rahmung stelle ich vor, wie man sich im Dschungel der Mathe-Apps orientieren kann, gefolgt von einem Ausblick auf Entwicklungen, die uns in den nächsten Jahren bevorstehen, und auf die wir mit dem fachdidaktischen Blick vorbereitet sein können.

25.06.2018
Dr. Michael Liebendörfer, Leibniz Universität Hannover
Motivationsentwicklung im Mathematikstudium

Der Übergang in ein Mathematikstudium wird oft problematisch erlebt. Viele Studierende verlieren schnell ihre ursprünglich hohe intrinsische Motivation, ein hoher Anteil verlässt den Studiengang schon im ersten Jahr wieder. Der Vortrag betrachtet diese Motivationsproblematik aus der Perspektive der Interesse-Forschung und der Selbstbestimmungstheorie der Motivation. In einer qualitativen Studie wurden 21 Studierende bis zu drei Mal im ersten Studienjahr zu ihrem Studienerleben interviewt. Die Aussagen erlauben eine genauere Beschreibung der Interesseentwicklung und des Erlebens der psychologischen Grundbedürfnisse. Die Ergebnisse zeigen vielfältige Gründe der Motivationsproblematik, insbesondere ein problematisches Autonomieerleben durch Schwierigkeiten der Studierenden mit dem selbstgesteuerten Arbeiten. Weiter werden Verbindungen zu den Besonderheiten der Hochschulmathematik und dem Unterschied zwischen Fach- und Gymnasiallehramtsstudierenden sichtbar.