Kolloquium

Termine im Sommersemester 2017 Kolloquium zur Didaktik der Mathematik

Das Kolloquium zur Didaktik der Mathematik ist eine Vortragsreihe, in der renommierte Mathematikdidaktiker aktuelle Ergebnisse ihrer Forschungen präsentieren und zur Diskussion stellen.  Die Veranstaltungen finden in Raum WSC-S-U-2.01 statt, beginnen um 16:45 Uhr und enden gegen ca. 18:15 Uhr. Interessierte Zuhörer sind jederzeit willkommen. Hier die Themen des Wintersemester 2017/2018:

16.10.2017
Dr. Alexander Schüler-Meyer (TU Dortmund)

Die Diskontinuität überbrücken - Wie Schul- und Hochschulmathematik in Brückenkursen vernetzt werden können.
Der Übergang von der Schul- zur Hochschulmathematik stellt viele Lernende vor große Herausforderungen. Oft wird der Übergang als Diskontinuität bezeichnet, im Sinne von Hürden, Umbrüchen oder Initiationsriten. Verschiedene Angebote sollen Lernende unterstützen, etwa Vorkurse, Zertifikatskurse oder Brückenkurse. Im Vortrag wird ein Brückenkurs vorgestellt, der im letzten Jahr in einer elften Klasse eines Gymnasiums durchgeführt wurde. Inhalte dieses Kurses waren Kernideen der Hochschulmathematik, z.B. die formale e-d-Definition von Stetigkeit, die eigenaktiv entdeckt wurden. Im Vortrag soll gezeigt werden, dass die Auseinandersetzung mit diesen Inhalten zwar herausfordernd war, dass aber zugleich viele Kontinuitäten zwischen Schul- und Hochschulmathematik bestehen bzw. hergestellt werden können.

20.11.2017
Prof. Dr. Stephanie Schuler, Universität Koblenz-Landau
Schulanfänger beim Mathematiklernen begleiten
Dass Kinder bereits vor Schulbeginn Mathematik lernen, ist heute unumstritten. Während es in Bezug auf die mathematischen Vorkenntnisse zu Schulbeginn eine sehr stabile Befundlage gibt, gilt dies nicht für die Gestaltung mathematischer Bildung und die Art und Weise der Förderung im Übergang. Hier ist die empirische Befundlage heterogen, teilweise lückenhaft und nicht eindeutig. Im Vortrag wird diese Befundlage umfassend aufgearbeitet, die Ergebnisse von Studien zur Gestaltung und Wirksamkeit frühkindlicher Förderung vorgestellt und die Relevanz der Lernbegleitung durch die Fachkraft in Form verbaler Unterstützungsmaßnahmen aufgezeigt. In einem Ausblick wird eine kürzlich angelaufene Studie, die die Rolle der Lernbegleitung beim Spielen in Form verbaler Unterstützungsmaßnahmen beim Erwerb mathematischer Kompetenzen (Basiskompetenz Zahlverständnis) vor und zu Schulbeginn untersucht, vorgestellt und diskutiert.

04.12.2017
Prof. John Monaghan, University of Leeds, UK

“The influence of technology/tools in conceptualizing mathematics“
I will begin with a consideration of tools and mathematics. I will show how different tools can emphasise different areas of mathematics in the execution of a mathematical task. This will relate to some themes in a recent book, Monaghan, Trouche & Borwein (2016).
I will then consider what conceptualising mathematics means as a prelude to conside-ring the zone of proximal development. At this point I will bring in a recent article (Abta-hi, Graven & Lerman, 2017) which expands the idea of the ZPD to include tools/artefacts.
I hope the presentation leads to a discussion about learning in relation to people, tasks and tools.

References:
Abtahi, Y., Graven, M. & Lerman, S. (2017). Conceptualising the more knowledgeable other within a multi-directional ZPD. Educational Studies in Mathematics.
Monaghan, J., Trouche, L., & Borwein, J. M. (2016). Tools and mathematics: Instruments for learning. New York: Springer.

15.01.2017
Prof. Dr. Sebastian Rezat, Universität Paderborn
Lernen mit digitalen Schulbüchern im Mathematikunterricht der Grundschule zwischen Kooperation und Individualisierung

Die Digitalisierung erhält zunehmend Eingang in die Schulen – auch in den Mathematikunterricht der Grundschule. Im Zusammenhang mit der allgemeinen Betonung des Mehrwertes digitaler Medien lassen sich zwei grundlegende Tendenzen ausmachen: Einerseits werden die Kooperationsmöglichkeiten, die digitale Medien anbieten, betont andererseits sollen individuelle Lernwege der Schülerinnen und Schüler unterstützt werden. Darüber, wie diese Potentiale im Lernprozess tatsächlich wirksam werden, gibt es bislang nur wenige Befunde. Im Vortrag werden erste Erkenntnisse zum Lernen von Mathematik mit einem digitalen Schulbuch in der 3. Klasse vorgestellt. Im Zentrum stehen dabei die Rolle von Kooperation und Kommunikation und die Rolle von individuellen Hilfestellungen und Feedback und deren Wirksamkeit im Lernprozess.