Mathematikdidaktisches Forschungskolloquium
Das Kolloquium zur Didaktik der Mathematik ist eine Vortragsreihe, in der renommierte Mathematikdidaktiker*innen aktuelle Ergebnisse ihrer Forschungen präsentieren und zur Diskussion stellen. Die Veranstaltungen finden in aller Regel in Präsenz statt. Interessierte Zuhörer*innen sind jederzeit willkommen.
Hier finden Sie die Termine des Sommersemesters 2026
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11.05.2026 / 16.45h
Prof. Dr. Konrad Krainer, Alpen-Adria-Universität, A-Klagenfurt
Warum man mehr über die Aus- und Fortbildenden im Bereich der Mathematikdidaktik wissen sollte
Der Vortrag reflektiert die Entstehungsgeschichte der mathematikdidaktischen Forschung in der Lehrer:innenbildung. Es zeigt sich, dass die Forschung zunächst vor allem auf das Fach und die Lernenden fokussierte. Im Laufe der Zeit rückten auch die Lehrenden – inklusive deren Interaktion im Unterricht und mit anderen Lehrkräften – in den Vordergrund. Eher jung ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Aus- und Fortbildenden von Lehrkräften. Abschließend werden Ergebnisse eines Buchprojekts und einer Dissertation skizziert.
Der Vortrag findet im Weststadt-Carrée in Raum S-U-2.01 statt.
08.06.2026 / 16.45h
Dr. Franziska Strübbe, Bergische Universität Wuppertal
Übergänge mathematisch begabter Kinder - Wie Transitionsverläufe (nicht) gelingen können
Bereits vor Schulbeginn sind viele Kinder von mathematischen Themen fasziniert. Mitunter zeigen sie dabei eine außergewöhnliche Begabung für mathematisches Tätigsein. Um individuellen Begabungsentwicklungen im Übergang von der Kita in die Grundschule den Weg zu ebnen, sind wesentliche Gelingensbedingungen unabdingbar, sodass individuell ausgeprägte mathematische Begabungen sowohl frühzeitig erkannt als auch kontinuierlich und angemessen gefördert werden können.
Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, welche Orientierungsrahmen und Gelingensbedingungen dazu beitragen können, dass der Übergang in die Grundschule als Impuls für die Entwicklung mathematischer Begabungen wirkt. Dazu werden Sequenzen aus einer mittels der dokumentarischen Methode durchgeführten Interviewstudie aufgegriffen, die empirisch aufzeigen, dass es im Übergang von der Kita in die Grundschule für begabte Kinder einer Vielfalt mathematischen Tätigseins durch ein adäquates und anschlussfähiges Bild der Mathematik bedarf. Aus mathematikdidaktischer Perspektive wird das Spannungsfeld zwischen dem Bewältigen des normierten Übergangs Kita-Grundschule und der individuellen Bearbeitungsweise für eine förderliche Begabungsentwicklung aufgezeigt und zur Diskussion gestellt.
Der Vortrag findet im Weststadt-Carrée in Raum S-U-2.01 statt.
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29.06.2026 / 16.45h
Prof. Dr. Christiane Benz, PH Karlsruhe
Mathematik entdecken mit Kindern und Erwachsenen in der MachmitWerkstatt MiniMa
Erwachsenen und Kindern das Entdecken von Mathematik zu ermöglichen, war und ist das Anliegen des Entwicklungs- und Forschungsprojekts Minis und Erwachsene entdecken Mathematik, in dem die MachmitWerkstatt MiniMa als Lehr-Lern-Labor im Zentrum steht.
Seit mehr als 15 Jahren arbeiten wir in der MiniMa mit Studierenden, Fach- und Lehrkräften und deren Kindergruppen bzw. Klassen zusammen. Das Entwicklungs- und Forschungsprojekt Minis und Erwachsene entdecken Mathematik zeichnet sich dabei durch die Verknüpfung von Lehre, Fortbildung und Forschung aus. Neben der Konzeption des Lehr-Lern-Labors werden im Vortrag Ergebnisse von Studien vorgestellt, die das Beobachten mathematischer Kompetenzen in den Blick nehmen.
Der Vortrag findet im Weststadt-Carrée in Raum S-U-2.01 statt.
13.07.2026 / 16.45h
Dr. Dinah Reuter, PH Freiburg
Auf Struktursuche - algebraisches Denken in Fallstudien rekonstruieren
Die Mathematik bezeichnet sich gerne als die Wissenschaft der Muster und Strukturen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass sich mathematisches Arbeiten im Wesentlichen durch die Auseinandersetzung mit Mustern auszeichnet. Daher spielt die Fähigkeit, Muster und Strukturen zu erkennen, bei der Beschäftigung mit mathematischen Inhalten eine zentrale Rolle. Vor diesem Hintergrund sind bereits verschiedene Studien dieser Fähigkeit nachgegangen, um ihre Verbindung zu anderen kognitiven Fähigkeiten, Bearbeitungsstrategien und dem Umgang mit Materialien besser zu verstehen. Diese Untersuchungen stützen sich meist auf Produkte, Handlungen oder verbale Äußerungen, um dann Rückschlüsse auf die Muster- und Strukturerkennung zu ziehen. Allerdings sind diese Methoden begrenzt: Materialhandlungen eignen sich nur eingeschränkt für Muster mit räumlicher Struktur, und verbale Äußerungen werden durch metakognitive und sprachliche Fähigkeiten der Kinder beeinflusst. Neuere Forschungen mit Eyetracking deuten darauf hin, dass diese Methode besonders geeignet ist, um den Prozesscharakter der Muster- und Strukturerkennung genauer zu erfassen. In dem Vortrag wird eine Studie vorgestellt, die dieses Potenzial gezielt in den Blick nimmt, indem über eine Methodentriangulation Blickbewegungsdaten mit verbalen Daten in der Auswertung zueinander in Beziehung gesetzt werden, um individuelle Muster- und Strukturerkennungsprozesse zu rekonstruieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Eyetracking tiefere und detailliertere Einblicke in die Prozesse der Muster- und Strukturerkennung ermöglichen kann.
Der Vortrag findet im Weststadt-Carrée in Raum S-U-2.01 statt.
Programme vergangener Semester:
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