Ausblick

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Wintersemester 2017/18

13. bis 16. November 2017

 

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Poet spezial: Arbeit

... mit Jörg Albrecht, Jonas Lüscher und Kathrin Passig

 

Die deutschsprachige Literatur interessiert sich nicht für die Arbeitswelt. So heißt es jedenfalls vielfach in der Literaturwissenschaft und der Literaturkritik, die mit schöner Regelmäßigkeit die Abwesenheit von Arbeit in der deutschsprachigen Literatur beklagen. Vor diesem Hintergrund ist es verwunderlich, dass schon Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts eine Institution wie das Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt (ursprünglich Archiv für Arbeiterdichtung und soziale Literatur) eingerichtet wird, die einen immensen Bestand an literarischen Werken beherbergt, in denen es in diversen Facetten um nichts Anderes als Arbeit geht. Ebenfalls irritiert in diesem Kontext, dass seit den 1970er-Jahren immer mehr literatur- und kulturwissenschaftliche Untersuchungen zur Literatur der Arbeitswelt publiziert werden.

Aufgrund dieser Schieflage drängt sich die Vermutung auf, dass die Rede von der Abwesenheit von Arbeit in der neueren deutschen Literatur mit bestimmten Vorstellungen darüber zusammenhängen könnte, was Arbeit (und auch Nicht-Arbeit) ist und wie literarische Darstellungen von Arbeit beschaffen sein sollten. Auf die Frage, wie sie es denn literarisch und persönlich mit der Arbeit halten, werden Jörg Albrecht, Jonas Lüscher und Kathrin Passig in ihren Poetikvorlesungen antworten. Ergänzt werden die Vorträge durch Filme von Rainer Komers.