Pharmakogenetik

Tabletten 2
 

DPYD

  • Test auf Dihydropyrimidin-Dehydrogenase-Defizienz.
  • Bei einem  kleinen Teil der Allgemeinbevölkerung kommt es durch einen Einzelnukleotidpolymorphismus in dem Gen DPYD zu schweren bis toxischen Nebenwirkungen unter 5-Fluoruracil, Capecitabin oder Tegafurtherapie.
  • Es liegen Leitlinien des "Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium" und der "Dutch Pharmacogenetics Working Group" mit entsprechenden Therapieempfehlungen vor.

CYP2C9

  • Das Enzym CYP2C9 ist besonders an der Verstoffwechselung des Antikoagulans Phenprocoumon (Marcumar®) beteiligt. Des Weiteren verstoffwechselt das Enzym das Antikonvulsivum Phenytoin und die Antidiabetika Glibenclamid, Gliclazid (Diamicron®), Glimepirid & Tolbutamid.
  • Je nach Genotyp ergeben sich drei prädiktive Phänotypen: langsame, intermediäre oder extensive Metabolisierer.
  • Aus den unterschiedlichen Phänotypen resultieren zum einen ein höheres Risiko unerwünschter Arzneimittelwirkungen oder zum anderen eine mangelnde Wirksamkeit.
  • Es liegen Leitlinien des "Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium" und der "Dutch Pharmacogenetics Working Group" mit entsprechenden Dosierungsempfehlungen vor.
  • Die Genuntersuchung im Hinblick auf Coumarin-Dosierung (Phenprocoumon/Warfarin) sollte zusammen mit dem Gen VKORC1 erfolgen, um eine möglichst genaue Dosierungsempfehlung geben zu können.

CYP2C19

  • Das Enzym CYP2C19 verstoffwechselt die Protonenpumpenhemmer Clopidogrel, Omeprazol, Pantoprazol oder Rabeprazol. Das Antimykotikum Voriconazol wird ebenfalls über dieses Enzym verstoffwechselt. Des Weiteren ist CYP2C19 an der Verstoffwechselung einer Reihe von Antidepressiva wie Citalopram, Escitalopram, Clomipramin, Doxepin, Imipramin oder Seratralin beteiligt.
  • Je nach Genotyp ergeben sich vier prädiktive Phänotypen: langsame, intermediäre, extensive oder ultraschnelle Metabolisierer.
  • Aus den unterschiedlichen Phänotypen resultieren zum einen ein höheres Risiko unerwünschter Arzneimittelwirkungen oder zum anderen eine mangelnde Wirksamkeit.
  • Es liegen Leitlinien des "Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium" und der "Dutch Pharmacogenetics Working Group" mit entsprechenden Dosierungsempfehlungen vor.

CYP2D6

  • Das Enzym CYP2D6 ist an einer großen Reihe von Stoffwechselvorgängen beteiligt z.B. bei
    • den β-Blockern Carvedilol & Metoprolol
    • den Antidepressiva/Antipsychotika Amitriptylin, Clomipramin, Desipramin, Doxepin, Duloxetin, Fluvoxamin, Imipramin, Mirtazapin, Nortriptylin, Paroxetin, Trimipramin, Venlafaxin oder Zuclopenthixol
    • den Neuroleptika Aripiprazol, Clozapin, Flupentixol, Haloperidol oder Olanzapin
    • den Antiarrhythmika Flecainid, Propafenon oder Risperidon
    • dem Sympathomimetikum Atomoxetin
    • den Analgetika Codein, Oxycodon oder Tramadol
    • den Antiemetika Ondansetron &  Tropisetron
    • dem selektiven Estrogenrezeptormodulator Tamoxifen
  • Je nach Genotyp ergeben sich vier prädiktive Phänotypen: langsame, intermediäre, extensive oder ultraschnelle Metabolisierer.
  • Aus den unterschiedlichen Phänotypen resultieren zum einen ein höheres Risiko unerwünschter Arzneimittelwirkungen oder zum anderen eine mangelnde Wirksamkeit.
  • Es liegen Leitlinien des "Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium" und der "Dutch Pharmacogenetics Working Group" mit entsprechenden Dosierungsempfehlungen vor.

CYP3A5

  • Das Enzym CYP3A5 verstoffwechselt die Immunsuppressiva Tacrolimus, Sirolimus & Ciclosporin.
  • Je nach Genotyp ergeben sich drei prädiktive Phänotypen: langsame, intermediäre oder extensive Metabolisierer.
  • Aus den unterschiedlichen Phänotypen resultiert hier ggf. eine mangelnde Wirksamkeit.
  • Es liegen Leitlinien des "Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium" und der "Dutch Pharmacogenetics Working Group" mit entsprechenden Dosierungsempfehlungen vor, um die Patienten initial besser therapieren zu können.

SLCO1B1

  • Das Gen SLCO1B1 kodiert einen Organo-Anion-Transporter (OATP). Das Protein OATP ist bei dem Transport des Statins Simvastatin in die Zelle beteiligt.
  • Durch Varianten im Gen SLCO1B1 kann es zu einer verringerten Aktivität des Transporters kommen und somit zu einer höheren Konzentration der aktiven Metabolite in der Zelle. Träger der genetischen Varianten haben ein deutlich erhöhtes Risiko einer Myopathie oder Rhabdomyolyse.
  • Es liegen Leitlinien des "Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium" mit entsprechenden Dosierungsempfehlungen bzw. alternativen Therapieempfehlungen vor.

TPMT, NUDT15

  • Test auf Thiopurin-S-Methyltransferase und Nudix-Hydrolase-Defizienz.
  • Die Enzyme TPMT und NUDT15 sind bei der Inaktivierung & Elimination toxischer Thioguanin-Nukleotide, die bei der Verstoffwechselung von Zytostatika der Gruppe der Thiopurine (6-Mercaptopurin, Azathioprin & 6-Thioguanin) entstehen, maßgeblich beteiligt.
  • Durch Genvarianten in einem oder beiden Genen kommt es zu einer verringerten Aktivität der Enzyme und somit zu einem erhöhten Risiko unerwünschter Arzneimittelwirkungen wie z.B. einer Myelosuppression, die letal sein kann.
  • Es liegen Leitlinien des "Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium" und der "Dutch Pharmacogenetics Working Group" mit entsprechenden Therapieempfehlungen vor.

UGT1A1

  • Das Enzym UDP-Glucuronosyltransferase ist an der Verstoffwechselung des Zytostatikas Irinotecan, sowie dem HIV-Proteaseinhibitor Atazanavir beteiligt. Durch eine genetische Variante kommt es zu einer verringerten Enzymaktivität, die zu einem erhöhten Risiko unerwünschter Arzneimittelwirkungen führen kann, wie z.B. dem Entwickeln einer Neutropenie. Der Tyrosinkinase-Inhibtor Nilotinib inhibiert die Enzymaktivität von UGT1A1, so dass bei Patienten, die zusätzlich durch die genetische Variante eine verringerte Aktivität haben, besondere Therapieempfehlungen beachtet werden sollten.
  • Es liegen Leitlinien des "Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium" und der "Dutch Pharmacogenetics Working Group" mit entsprechenden Therapieempfehlungen vor.

VKORC1

  • Eine Untereinheit des Enzymkomplexes Vitamin-K-Expoxid-Reduktase wird durch Antikoagulantien wie Phenprocoumon oder Warfarin inhibiert. Als Folge dessen steht weniger Vitamin K zur Verfügung, welches als Kofaktor für Gerinnungsfaktoren dient. Träger von genetischen Varianten im VKORC1 Gen zeigen ebenfalls eine verringerte Enzymaktivität, so dass hier auch weniger Gerinnungsfaktoren zur Verfügung stehen. Bei diesen Patienten muss die Dosierung der Antikoagulantien dementsprechend angepasst werden.
  • Es liegen Leitlinien des "Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium" und der "Dutch Pharmacogenetics Working Group" mit entsprechenden Dosierungsempfehlungen vor.
  • Die Genuntersuchung im Hinblick auf Coumarin-Dosierung (Phenprocoumon/Warfarin) sollte zusammen mit dem Gen CYP2C9 erfolgen, um eine möglichst genaue Dosierungsempfehlung geben zu können.

Aktuelles

Information für Einsender
zur genetischen Diagnostik

Ab dem 03.04.2019 bieten wir Ihnen eine erweiterte genetische Analytik zur Thiopurin-Toxizität sowie zur
Dosierungsanpassung bei Tacrolimus/Sirolimus/Ciclosporin-Therapie an.

Bitte laden Sie sich hierzu den
aktualisierten Anforderungsbogen herunter.

Kontakt zum Institut

Prof. Dr. med. Winfried Siffert
Institut für Pharmakogenetik
Medizinisches Forschungszentrum
Universitätsklinikum Essen
Hufelandstr. 55
45122 Essen

Fon: +49 201 - 723 3470
Fax: +49 201 - 723 5968

Diagnostik

Für Einsender aus den
Fachabteilungen des
Universitätsklinikums Essen
:
Bitte senden Sie uns die Probe (1 x 2,7 ml EDTA-Röhrchen) und den
ausgefüllten Anforderungsbogen in einem Briefumschlag oder einem Druckverschlussbeutel über den
internen Transportdienst zu.

Befundauskunft

Wichtige Information für alle
Fachabteilungen aus dem
Universitätsklinikum Essen
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Unsere Befunde sind über das medico-System abrufbar.
Eine bebilderte "Wegbeschreibung" zu unseren Befunden können Sie hier herunterladen.

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