Sucht kann viele Formen annehmen und betrifft Menschen in allen Lebens- und Arbeitsbereichen.
Die folgenden Informationen geben einen Überblick, was unter Sucht verstanden wird und wie verbreitet sie ist.

Auf einem Tisch sind unterschiedliche Suchtmittel aufgestellt. Zigaretten, Weinglas, Würfel und Medikamentenblister
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Sucht umfasst mehr als Abhängigkeitserkrankungen

Der Begriff beschreibt die Gesamtheit von riskanten, missbräuchlichen und abhängigen Verhaltensweisen – sowohl im Umgang mit Suchtmitteln als auch bei nichtstoffgebundenen Verhaltensweisen. Dazu zählen:

  • stoffgebundene Abhängigkeiten: legale Substanzen (z. B. Alkohol, Tabak, Medikamente) und illegale Drogen

  • Nichtstoffgebundene Verhaltensweisen: z. B. Mediensucht, Glücksspiel oder problematischer Internetgebrauch

Sucht ist häufig mit gravierenden persönlichen Belastungen verbunden. Sie betrifft nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihr soziales und berufliches Umfeld – etwa Familie, Freundinnen und Freunde sowie Kolleginnen und Kollegen. Abhängigkeitserkrankungen gelten als schwere chronische Krankheiten, die zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und vorzeitiger Sterblichkeit führen können.

Sucht und Abhängigkeit ist behandelbar

Suchterkrankungen sind ernsthafte gesundheitliche Beeinträchtigungen, sie sind jedoch grundsätzlich behandelbar. Viele Betroffene können durch passende Unterstützung lernen, ihren Konsum zu reduzieren oder dauerhaft zu beenden und ihre Lebens- und Arbeitsfähigkeit wiederzuerlangen.

Entscheidend ist dabei häufig der Zeitpunkt: Je früher problematischer Konsum erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten. Neben medizinischen und psychotherapeutischen Angeboten spielen auch Beratung, Selbsthilfe und die Unterstützung des sozialen und beruflichen Umfelds eine wichtige Rolle.

Sich Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein wichtiger Schritt im Umgang mit einer Erkrankung. Unterstützung kann sowohl intern als auch extern erfolgen und orientiert sich an der individuellen Situation der betroffenen Person.

Zahlen und Fakten

In Deutschland ...

  • rauchen ca. 11,2 Millionen Menschen Tabak und Zigaretten. 1
  • konsumieren 8,6 Millionen Menschen riskante Mengen Alkohol,
    haben etwa 9,5 Millionen mindestens eine Episode des Rauschtrinkens und
    rund 3,9 Millionen Menschen eine alkoholbezogene Störung. 1
  • liegt bei etwa 2,9 Millionen Menschen ein Medikamentenmissbrauch bzw. eine -abhängigkeit vor. 1
  • leiden ca. 1,38 Millionen Menschen an einer glücksspielbezogene Störung. 2

Auch eine exzessive Internet- und Mediennutzung kann zu abhängigem Verhalten führen: Nach der Drogenaffinitätsstudie kann bei 15,3 Prozent der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen und bei 10,2 Prozent der 18- bis 25-jährigen jungen Erwachsenen von einer computer- oder internetbezogenen Störung ausgegangen werden.3

Jährlich sterben in Deutschland mindestens 127.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des Tabakkonsums, etwa 47.000 Menschen sterben durch alkoholbezogene Todesursachen und etwa 2.000 Todesfälle im Jahr sind eine Folge illegalen Drogenmissbrauchs.4

Die gesamtwirtschaftlichen Kosten des Alkohol- und Tabakkonsums, direkt (z.B. Kosten für Behandlungen, Arzneimittel etc.) und indirekt (z.B. Produktivitätsausfälle) belaufen sich auf über 150 Mrd. Euro jährlich (Alkohol: 57,04 Mrd. Euro, Tabak: 97,24 Mrd. Euro).5

Quellen

1 Olderbak, S. et al. (2025): Konsum psychoaktiver Substanzen in Deutschland: Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurvey (ESA) 2024. Deutsches Ärzteblatt.
2 Buth, S. et al. (2024): Glücksspielteilnahme und glücksspielbezogene Probleme in der Bevölkerung – Ergebnisse des Glücksspiel-Survey 2023. Hamburg: Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD).
3 Orth, B., Spille-Merkel, C. & Nitzsche, A. (2025). Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2023. Substanzkonsum und Internetnutzung im Jahr 2023 und Trends. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
4 Bundeskriminalamt (BKA) (2024): Rauschgiftkriminalität – Bundeslagebild 2023. Wiesbaden.
5 Effertz, T. (2020): Die volkswirtschaftlichen Kosten von Alkohol- und Tabakkonsum in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): DHS Jahrbuch Sucht 2020. Lengerich: Pabst.

Die Grafik zeigt die zunehmenden Gesundheitsrisken in Zusammenhang mit Alkoholkonsum, von links "Kein Alkohol - kein Risiko" nach rechts "regelmäßig - hohes Risiko"
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Alkoholkonsum ist ein Kontinuum

Alkohol ist in unserer Gesellschaft fest verankert und sozial weitgehend akzeptiert. Für viele Menschen gehört Alkoholkonsum selbstverständlich zum Alltag. Der Übergang von unauffälligem zu gesundheitlich problematischem Konsum und abhängigen Verhaltensweisen ist dabei häufig fließend.

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen: Alkoholkonsum beeinträchtigt die Gesundheit bereits in geringen Mengen. Alkohol zählt zu den wesentlichen Risikofaktoren für mehr als 200 Erkrankungen, darunter verschiedene Krebserkrankungen, Leber- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie psychische Beeinträchtigungen. Zudem erhöht Alkoholkonsum das Risiko für Unfälle.

Vor diesem Hintergrund haben sich auch die Empfehlungen zum Umgang mit Alkohol verändert: Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) betont, dass es keinen risikofreien Alkoholkonsum gibt.

Die DHS empfiehlt:

Am besten für die Gesundheit ist es, keinen Alkohol zu trinken. Wer sich entscheidet, Alkohol zu konsumieren, sollte so wenig wie möglich trinken.

Aus diesem Grund verzichtet die DHS auf feste Grenzwerte zum Alkoholkonsum. Solche Werte könnten den Eindruck vermitteln, es gebe eine „sichere“ Trinkmenge. Tatsächlich steigt das Risiko für gesundheitliche Schäden mit jeder konsumierten Menge Alkohol - je mehr getrunken wird, desto schlechter für die Gesundheit. Zudem wirken Alkohol und seine Folgen je nach Alter, Geschlecht, genetischer Veranlagung und Gesundheitszustand unterschiedlich, sodass allgemeingültige Schwellenwerte nicht sinnvoll festgelegt werden können.

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DHS e.V.

Ausführliche Informationen auf den Seiten der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) bietet auf ihren Webseiten ausführliche und zuverlässige Informationen zu weiteren Suchterkrankungen (Tabak, Medikamente, Mediensucht, Glücksspiel usw.), die auf dieser Seite nicht weiter ausgeführt wurden. Die DHS informiert darüber hinaus über Prävention, Beratungsangeboten sowie Therapie- und Rehabilitationsmöglichkeiten. 

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