Aktuelles / Schule und Jugendhilfe

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Das Team der AG Schule und Jugendhilfe

https://www.uni-kassel.de/veranstaltung/2020/soziale-arbeit-im-schulischen-kontext/startseite.html

Tagung am 17. und 18. Januar im Giesshaus Kassel

SOZIALE ARBEIT IM SCHULISCHEN KONTEXT

Zur (Nicht-)Zuständigkeit, (Ohn-)Macht und (De-)Professionalisierung in multiprofessionellen Kooperationen

Die Geschichte pädagogischer Professionen und ihrer Institutionen lässt sich stets im Kontext gesellschaftlicher Verhältnisse lesen. Neben den seit den 1980er Jahren stattfindenden Transformationsprozessen des deutschen Wohlfahrtsstaats wird die Profession Soziale Arbeit zunehmend durch das aus einer Diversifizierung pädagogischer Felder resultierende Erfordernis multiprofessioneller Kooperationen herausgefordert.

Seit gut 15 Jahren kommt dabei dem Verhältnis Sozialer Arbeit zur Institution Schule besondere Aufmerksamkeit zu: Im Zuge des Ausbaus von Ganztagsschulen in Deutschland und in jüngerer Zeit bedingt durch den an die UN-Behindertenrechtskonvention anschließenden Auftrag einer inklusiven (Neu-)Gestaltung des Bildungswesens ist eine „Öffnung von Schule“ zu konstatieren, die auf professioneller Ebene auch dazu geführt hat, dass vor allem Sozialpädagog*innen und Sozialarbeiter*innen vermehrt (die inklusive Ganztags-)Schule als Handlungsfeld einnehmen konnten bzw. für Schule als zuständig erklärt werden. Festzuhalten ist insofern, dass Schule in den letzten anderthalb Dekaden einen immensen Bedeutungszuwachs für Soziale Arbeit erfahren hat, der unter der – seit den 1970er Jahren immer wieder aktualisierten und partiell neu akzentuierten – Perspektive einer „Sozialpädagogisierung von Schule“ verhandelt wird.

Die Notwendigkeit einer solchen „Sozialpädagogisierung von Schule“ wird maßgeblich mit sich verändernden familiären und gesellschaftlichen Bedingungen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen begründet. Dieser Wandel beeinflusse die Institution Schule insbesondere in ihren – sich ebenfalls in der Ausgestaltung wandelnden – Funktionen der kulturellen Reproduktion und der Qualifikation, aber auch in denen der Allokation (bzw. Selektion) sowie der Integration und Legitimation, wenn auch Funktionen die Gestalt des Pädagogischen nicht allein (er-)klären können: Während aus schulpädagogischer Perspektive die Notwendigkeit Sozialer Arbeit an Schulen eher damit begründet wird, dass Soziale Arbeit als auf einzelne Schüler*innen bezogene Unterstützungsleistung zur Gewährleistung der Funktionstüchtigkeit von Schule beitragen könne, wird aus sozialpädagogischer Sicht – eben vor dem Hintergrund veränderter Bedingungen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen – vor allem die Notwendigkeit einer umfassenden Bildung betont, die nur durch eine zu intensivierende Kooperation von Schule und Sozialer Arbeit ermöglicht werden könne.

Durch die im schulischen Kontext immer mehr zum Alltag werdende multiprofessionelle Kooperation, die allgemein als Akt der Zusammenarbeit von mindestens zwei Akteur*innen verschiedener Professionen zu fassen ist, werden Regel- und Förderschullehrkräfte sowie sozialpädagogische Akteur*innen dahingehend herausgefordert, sich – wechselseitig – bezüglich ihrer (möglichen) Zuständigkeiten, d.h. vor allem hinsichtlich ihrer Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche als auch damit verbundener professioneller (Selbst-)Verständnisse, zu vergewissern. Somit kann multiprofessionelle Kooperation, entgegen einer im Diskurs dominierenden positiven Konturierung berufsgruppenübergreifender Zusammenarbeit als optimierter Handlungspraxis, auch als ein machtvolles, durch Konkurrenz geprägtes Gefüge erfahren bzw. entworfen werden, in dem Zuständigkeiten aushandlungsbedürftig erscheinen und auch irritiert oder abgesprochen werden können. Vor diesem Hintergrund ist es das Anliegen der Tagung, sich mit drei bisher im Diskurs zu multiprofessioneller Kooperation eher nachrangig thematisierten, interdependenten Fragen auseinanderzusetzen:

(1) Mit der Frage der (Nicht-)Zuständigkeit, durch die Rollenkonflikte und -gewissheiten in den Blick gerückt werden,

(2) mit der Frage der (Ohn-)Macht, die es ermöglicht, Machtasymmetrien und Handlungsmächtigkeiten zu erörtern und

(3) mit der Frage der (De-)Professionalisierung, anhand der mögliche Professionalisierungsbedarfe und -risiken fokussiert werden.

Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen soll im Rahmen der Tagung sowohl in theoretisch-systematisierender als auch in sich empirisch vergewissernder Absicht erfolgen; zu jeder Frage sind insgesamt drei Vorträge vorgesehen, jeweils ein theoretisch-systematisierender Vortrag und zwei stärker empirisch orientierte Vorträge.

17th Annual Plenum The international 'Social Work & Society' Academy (TiSSA)

The TiSSA Conference takes place in Münster (Germany) from August 19, 2019 to August 21, 2019.

About the conference (cited from the website):

Challenging Social Work: Borders, Boundaries and Bridges

Many countries are confronted with social and political forces that aim at strengthening symbolic and social boundaries such as class, gender, race and nationality. The strengthening of these boundaries leads to processes of othering, in which a strong focus is placed on distinctions between ‘us’ and ‘them’. Today, these distinctions are often translated and expressed in debates about a diversity of themes such as ‘we’ versus the ‘refugees’, the West versus the East, Europe versus the US, left versus right and so on. Hence, social work practice and research is challenged to position itself in the face of these often-polarised debates. In doing so, social work often seems to rely on essentialist concepts. Such an essentialist approach leads to methodological claims of truth rather than to democratic debates about possible diverse perspectives on social problems and answers to these problems. However, driven by a social justice agenda, social work practice and research should challenge these borders and boundaries, opening them up by also acting as a bridging rather than dividing force. In order to stimulate this debate and providing a forum for open discussion, TiSSA invites experts from academic social work research, professional fields and policy to discuss the tension between boundaries and bridges in social work as a way forward for social work in its quest for social justice at the TiSSA 2019 conference in Münster, Germany.

https://www.tissa.net/

Tagung am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld With a little help from – whom? ‚Helfen‘ als situatives und organisationales Phänomen

Daniela Böhringer (Osnabrück), Sarah Hitzler (Bielefeld) und Martina Richter (Duisburg-Essen)

Im modernen Wohlfahrtsstaat prägt das Helfen das Selbstverständnis ganzer Berufsgruppen. Sieht man von einem unmittelbar intuitiven Zugang zum Begriff des Helfens ab, bleibt jedoch weitgehend unklar, was Helfen als Interaktionspraxis tatsächlich ausmacht. Ein Fokus auf ‚Helfen‘ als soziale, organisational verortete Praxis, die trotz unterschiedlicher Anwendungskontexte ähnlich bleibenden Logiken folgt und ihre Akteur*innen vor vergleichbare systematische Entscheidungen stellt, fehlt bislang. Wir wollen Helfen in seinen vielfältigen Praktiken sichtbar werden lassen und davon ausgehend ein empirisch fundiertes Verständnis davon erlangen, worin Hilfe besteht. Ausgehend von verschiedenen qualitativ-empirischen Studien der beteiligten Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen wird eine Auseinandersetzung mit den Eigenschaften von beruflichen und selbstorganisierten Formen institutionalisierten Helfens erfolgen. Die Herstellung von Hilfe wird als organisationales und lokales Handlungsproblem neu spezifiziert, das in seinen Eigenheiten die einzelnen Felder transzendiert. Damit soll die Tagung einen Beitrag zur Theoretisierung und Erforschung von Hilfe und Helfen leisten.

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie über die Website des ZiF.

im Sommersemester 2019 Aktuelle Lehrveranstaltungen

  • Vorlesung: Kindheit und Jugend: Aufwachsen im Spannungsfeld von Schule und Kinder- und Jugendhilfe
    Donnerstags 10-12 Uhr; Lehrende Martina Richter
    Projektseminar: Kooperative Praktiken von Schule und Jugendhilfe
  • Donnerstag 08-10 Uhr; Lehrende: Martina Richter
    Projektseminar: Gesprächspraktiken in Schule und Jugendhilfe
  • Donnerstag 14-16 Uhr Uhr; Lehrende: Martina Richter

22.- 22.3.2019 Interdisciplinary International Conference Child maltreatment and well-being (CMW II): challenges across borders, research and practices.

Die 2. Child maltreatment and well-being - Conference findet vom 22. bis zum 23 März 2019 in Berlin statt.

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5.- 7.10.2018 Bundeskongress Soziale Arbeit

Der 10. Bundeskongress Soziale Arbeit findet vom 05. bis zum 07. September in Bielefeld statt.

Im Rahmen des Seminars Dabei sein ist alles? - Von Ein- und Ausschließungsprozessen in Schule und Jugendhilfe (E/D3) leiten Martina Richter und Meike Wittfeld eine Exkursion zum Kongress.

> mehr zum Bundeskongress Soziale Arbeit

18.-21.03.2018 DGfE Kongress 2018

Der 26. Kongress der DGfE wird vom 18. bis 21. März 2018 an der Universität Duisburg-Essen,
Campus Essen, stattfinden. Alle Informationen finden Sie auf der Kongresswebsite.

Winter School 2017

Partizipation in der qualitativen Bildungsforschung

20.- 23. November in Essen

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Ganztag gestalten – Probleme und Chancen Ausgabe Mai Heft 4/2017 Grundschule

>mehr zu Grundschule - Ganztag gestalten - Probleme und Chancen

Oktay Bilgi, Marie Frühauf, Kathrin Schulze (Hrsg.) Widersprüche gesellschaftlicher Integration

Mit einem Artikel von Meike Wittfeld:

Zwischen Schutzauftrag und
Generalverdacht
Widersprüchliche Anforderungen an Fachkräfte
stationärer Kinder- und Jugendhilfe

 

>mehr zu "Widersprüche gesellschaftlicher Integration"

Winter School 2016

Interdisziplinarität in der
Qualitativen Bildungsforschung


7.-10. November 2016 in Essen

weitere Informationen

neue Praxis Sonderheft 12 Neue Aufmerksamkeiten für Familie

neue Praxis Sonderheft 12 "Neue Aufmerksamkeiten für Familie"