Bachelorarbeit “The ultimate empathy machine“: Empathieentwicklung durch immersive VR-Anwendungen

Virtual Reality Angebote ermöglichen Nutzern durch immersive Medieninhalte neue Erfahrungswelten zu erschließen. Es ist möglich zu erfahren, wie es ist, jemand anderes zu sein, etwa ein Mensch einer anderen Hautfarbe, eines anderen Geschlechts, eines anderen Alters oder vieles mehr.

Über diese Empathie generierende, technisch vermittelte Perspektivübernahme scheinen somit sozial wünschenswerte Medienwirkung erreichbar zu sein. Aus medienpsychologischer Sicht sind bei der Rezeption von Virtual Reality-Angeboten, wie 360°-Videos, insbesondere die Konstrukte Presence, Immersion und Transportation von Bedeutung. Presence, das Gefühl an einem anderen Ort zu sein („the sense of being there“; Steuer, 1992), Immersion, das „Eintauchen“ in eine virtuelle Welt (Witmer & Singer, 1998) und Transportation, das immersive Erleben bei der Rezeption von Narration haben Einfluss auf die emotionale als auch kognitive Verarbeitung (Green & Brock, 2000).

Anhand des Beispiels „Was wollten Sie in Berlin?!“ – ein 360°-Film der intoVR & video GmbH von 2017, in der die Nutzer*innen die Perspektive eines Häftlings im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen einnehmen kann, soll in der Arbeit untersucht werden, welchen Effekt insbesondere die Konstrukte Presence, Immersion und Transportation auf das Empathie-Empfinden haben.

Anmeldezeitpunkt der Bachelorarbeit: 01.02.2021

Bei Interesse schreiben Sie bitte eine E-Mail von Ihrem Studierenden-Account an: Lea Frentzel-Beyme

Bachaelorarbeit Effekte eines evaluativen bzw. objektiven Kompetenz-Cues

Die stetig zunehmende Nutzung von Robotern ist allgegenwärtig. Bereits heute werden soziale Roboter häufig zu Service-Aufgaben eingesetzt wie bspw. zur Kommunikation mit Kund*innen oder Besucher*innen in Museen, Supermärkten, Messen oder Hotels. Eine solche Kommunikation kann aber nur erfolgreich sein, wenn sichergestellt ist, dass die menschlichen User*innen auch Vertrauen in die Korrektheit der preisgegebenen Informationen haben. Ein aus der Wirtschaftspsychologie bekanntes Artefakt sind sogenannte Front-of-Package (FOP) Cues, die eine Bewertung des Inhalts von außen sichtbar machen sollen (Newman, Howlett, & Burton, 2016). Unterschieden wird von den Autor*innen hierbei zwischen objektiven und evaluativen Cues. Während ein objektiver Cue Auskunft über eine konkrete Produkt-/Inhaltsinformation präsentiert, so enthält ein evaluativer Cue eine Interpretation, die lediglich abgeleitet ist und aus, nicht zwangsweise näher erläuterten, zugrundeliegenden Informationen stammt.

Ähnliches ließe sich auf eine Anzeige zur Güte der Genauigkeit der von Robotern vorgetragenen Informationen übertragen. Ein objektiver Cue könnte in diesem Fall erfahrungsbasiert angeben, in wie viel Prozent der Fälle, der Roboter zur Informationsgewinnung die korrekten Quellen heranzieht bzw. wie hoch die Error-Rate ist (z.B. erfahrungsbasierter Anteil von 98,3% korrekt berichteten Informationen vs. Anteil von 1,7% (zum Teil) fehlerhaft vorgetragenen Informationen). Ein evaluativer Cue hingegen würde bereits eine aus diesen Informationen gewonnen Deutung präsentieren, wie z.B. („zuverlässige Quelle“, „Fake News resistent“ oder „faktentreu“). Das zentrale Thema dieser Arbeit soll sich infolgedessen auf die Frage beziehen, ob und inwiefern objektive und evaluative Cues das Vertrauen der Nutzer*innen in die wahrgenommene Korrektheit der Informationen eines Roboters fördern und damit die Interaktion als Ganzes verbessern können.

Anmeldezeitpunkt der Bachelorarbeit: Nach Absprache

Bei Interesse schreiben Sie bitte eine E-Mail von Ihrem Studierenden-Account an: Marcel Finkel

Bachelorarbeit Inzivilität in der politischen Online-Kommunikation

Der Umgangston in politischen Online-Diskussionen scheint immer rauer und aggressiver zu werden (Coe, Kenski, & Rains, 2014). Diese Inzivilität hat nicht nur Folgen für die unmittelbar Beteiligten, sondern schreckt viele Bürgerinnen und Bürger ab, sich überhaupt an politischen Online-Debatten zu beteiligen und fördert somit eine Meinungspolarisation (Anderson, Brossard, Scheufele, Xenos, & Ladwig, 2014). Daher erweist sich Inzivilität in der politischen Online-Kommunikation als drängendes Problem. Allerdings wissen wir bisher wenig über die Prozesse hinter dem Einfluss von Inzivilität und daher sind die genauen Folgen dieser Entwicklung schwer abzuschätzen. Auch über die Faktoren, die Inzivilität begünstigen ist wenig bekannt.

Dem General Aggression Model (Anderson & Bushman, 2002) zufolge, reichen bestimmte visuelle Stimuli aus, um Gefühle von Aggression in Menschen auszulösen. Obwohl Diskussionen im Internet häufig von visuellen Stimuli begleitet werden (z.B., Titelbild von Nachrichtenartikel), ist wenig darüber bekannt, inwiefern diese Bilder beeinflussen, welche Reaktionen Menschen zeigen. Anhand eines Online-Experiments könnte daher untersucht werden, ob Menschen negativere Reaktionen auf einen Nachrichtenartikel zeigen, wenn dieser von einem Bild mit aggressivem Inhalt (z.B. Gewaltdarstellung) begleitet wird.

Das Thema der Arbeit zielt auf eine aktuelle Problemstellung ab, die nicht nur viel Aufmerksamkeit in der Wissenschaft erlangt hat, sondern auch in der Politik und den Medien. Daher trägt die Arbeit dazu bei, ein gesamtgesellschaftliches Problem zu erforschen und Voraussetzungen für wirksame Interventionen zu schaffen.

Anmeldezeitpunkt der Bachelorarbeit: Nach Absprache

Bei Interesse schreiben Sie bitte eine E-Mail von Ihrem Studierenden-Account an: Jan Kluck

Das Team Sozialpsychologie – Medien und Kommunikation bietet zu diversen Themen Bachelorarbeiten an, zu denen bereits verschiedene Vorarbeiten im Rahmen von Forschungsprojekten, Bachelor- und Masterarbeiten durchgeführt wurden. Nach wie vor ist es ebenfalls hoch erwünscht, dass Sie eigene Themen vorschlagen, die zu unserer Expertise passen. Bitte bereiten Sie in diesem Fall ein einseitiges Dokument vor, in dem Sie Ihre Fragestellung und (grob) den geplanten theoretischen sowie empirischen Zugang darlegen. Schicken Sie dieses bitte an Prof. Krämer.

Allgemeine Hinweise zum Ablauf bei Bachelorarbeiten: Leitfaden