Die unten stehenden Graphiken und Texte verdeutlichen die Frauenanteile auf den einzelnen wissenschaftlichen Qualifikationsstufen sowie ihre Entwicklung.
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Qualifikationsstufen 2010 im Überblick
Die Graphik veranschaulicht die Geschlechterverteilung auf den unterschiedlichen Qualifikationsstufen:
Die Anzahl weiblicher und männlicher Studierender ist annähernd gleich - 2010 waren 51% der eingeschriebenen Studierenden weiblich, 49% männlich.
Bei den Studienabschlüssen sieht das Bild etwas anders aus: Mehr Frauen als Männer (59% versus 41%) schlossen 2010 ihr Studium ab.
Allerdings erhielten etwas mehr Männer als Frauen ihren Doktorhut - der Unterschied liegt aber nur bei 10 Prozentpunkten.
Auch schlossen mehr Männer als Frauen ihre Habilitation ab (57% versus 43%).
Die höchste wissenschaftliche Qualifikationsstufe, die Professur, hatten aber nur knapp 19% Frauen inne.
Die Graphik zeigt die Entwicklung der Frauen- und Männeranteile einer Kohorte im Zeitverlauf in den Kategorien StudienanfängerInnen (1996), Studierende (1998), Studienabschluss (2001-2003), Promotionen (2004-2006), Habilitationen (2007-2009) und Professuren (Stand Oktober 2010).
Diese Betrachtung zeigt Tendenzen des Verbleibs von Frauen und Männern im Bereich der Wissenschaft auf.
Der Frauenanteil an den Studierenden hat sich in den Jahren 2006 bis 2010 gesteigert. Im Studienjahr 2006 lag dieser bei 47,2%, 2010 bei 51%. Die Verteilung der Studentinnen und Studienanfängerinnen auf die Fakultäten zeigt jedoch ein gemischtes Bild:
So gibt es sowohl Fakultäten mit einer deutlichen Überrepräsentanz (Geistes- und Bildungswissenschaften) wie auch mit einer klaren Unterrepräsentanz (Ingenieurwissenschaften) an Frauen in den Studienfächern. Einen detaillierten Einblick in die Frauenanteile bei den Studierenden in den einzelnen Fakultäten finden Sie auf dieser Seite, siehe rechte Spalte, oben.
Die Anteile von Frauen und Männern bei den Studienabschlüssen haben sich zwischen 2006 und 2010 kaum verändert. Der Absolventinnenanteil für die gesamte Uni lag von 2006 bis 2010 knapp unter 60%.
Einen detaillierten Einblick in die Frauenanteile bei den AbsolventInnen in den einzelnen Fakultäten finden Sie auf dieser Seite, siehe rechte Spalte, oben.
Frauen studieren tendenziell erfolgreicher - dies zeige sich auch auf Bundesebene.
HIS-AbsolventInnen-Studie: Mehr als 10.000 AbsolventInnen des Prüfungsjahrgangs 2009 wurden in einer bundesweit repräsentativen Untersuchung gut ein Jahr nach dem Examen befragt. Zwischen Frauen und Männern gab es im Antwortverhalten mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Hier geht es zur Studie.
Eine Promotion ist die entscheidende Schnittstelle auf dem Karriereweg in die Wissenschaft, an der sich im Vergleich zu den Männern mehr Frauen von einer wissenschaftlichen Karriere verabschieden. Obwohl Frauen bei den AbsolventInnen noch überrepräsentiert sind, liegt ihr Anteil bei den Promotionen im Studienjahr 2010 bei 45%. Die Frauenanteile sind aber seit 2006 deutlich gestiegen. In diesem Jahr betrug der Promovendinnenanteil knapp 40%.
Einen detaillierten Einblick in die Frauenanteile bei den AbsolventInnen in den einzelnen Fakultäten finden Sie auf dieser Seite, siehe rechte Spalte, oben.
Habilitationen sind nach wie vor eine entscheidende Voraussetzung für eine Professur, auch wenn mit der Einrichtung der Juniorprofessur die Zugangswege vielfältiger geworden sind. Im Vergleich zu den Promotionen sinkt der Anteil der Frauen bei den Habilitationen an den meisten Universitäten deutlich. An der UDE ist dieses Muster ebenfalls erkennbar. Im Jahr 2010 sind die Frauenanteile bei den Habilitationen jedoch deutlich nach oben geklettert: 2006 bis 2008 lagen sie bei etwa einem Drittel, 2009 nur bei einem Viertel, 2010 hingegen bei rund 43%.
Aufgrund der geringen Fallzahlen bei den Habilitationen sind die entsprechenden Frauen- und Männeranteile nur sehr vorsichtig zu deuten. Ein längerer Zeitverlauf ist hier notwendig.
Bundesdurchschnitt 2010 Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben im Jahr 2010 insgesamt 1 755 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Habilitation an Hochschulen in Deutschland erfolgreich abgeschlossen. Der Frauenanteil bei den Habilitationen lag 2010 bei knapp 25%. In den Sprach- und Kulturwissenschaften ist der Anteil der Frauen mit 37% am höchsten und in der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften mit knapp 20% am geringsten.
Insgesamt sind die Frauenanteile seit 1999 um etwa acht Prozentpunkte gestiegen.
Am deutlichsten tritt die Unterrepräsentanz von Frauen bei den Professuren zu Tage. Es gibt aber eine erfreuliche Entwicklung: An der UDE ist ein Anstieg des Frauenanteils in den Jahren 2006 - 2010 bei den C3/W2 und C4/W3- Professuren zu verzeichnen: 2006 war die Professorenschaft an der UDE zu rund 13% weiblich. 2010 ist ihr Anteil auf knapp 19% (o. Medizin) gestiegen. Ziel ist es, in den nächsten Jahren den Frauenanteil an den Professuren auf 25% zu steigern.
Zum Vergleich: Der Frauenanteil bei den Professuren insgesamt (darunter auch Juniorprofessuren) an deutschen Hochschulen stieg von 11% im Jahr 2000 auf 18,3% im Jahr 2009. (Quelle: Statistisches Bundesamt BRD).
Die Zahl der Professorinnen in der BRD hat sich in den letzten zehn Jahren damit fast verdoppelt und erreichte 2009 mit rund 7.300 einen neuen Höchststand. Die Frauennteile variieren stark nach Fächergruppe: Sprach- und Kulturwissenschaften (32%), Kunst, Kunstwissenschaft (28%), Ingenieurwissenschaften (9%), Mathematik & Naturwissenschaften (12%). Quelle: CEWS-Journal, Nr. 76, S. 25.
Wie hoch sind die Frauenanteile an den Neuberufungen? Nach einem Höchststand von knapp 40% im Jahr 2008 stagnieren die Frauenanteile für die gesamte Universität bei ca. 23% seit 2009.
Die DFG begrüßte im Zuge des Zwischenberichts zur Umsetzung der „Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards“ zwar die Verankerung der Gleichstellungsarbeit der UDE als Leitungsaufgabe, bemängelte jedoch die langsame Entwicklung der Professorinnenanteile.
Hochschulrat
Der Frauenanteil im Hochschulrat der Universität Duisburg-Essen liegt 2011 mit 40% über dem Bundesdurschnitt (Stand 08/2011). Im Durchschnitt sind nur rund 25% der Hochschulratsangehörigen in Deutschland weiblich (Quelle: CEWS).
Die UDE im CEWS-Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten 2011
Grundlage des Rankings sind Daten für das Jahr 2009. In der Gesamtbewertung der Universitäten befindet sich die UDE im Ranking des CEWS hier im Mittelfeld: Ranggruppe 6 von insgesamt 11. Sie erreichte damit 9 von 14 möglichen Punkten (S. 27). Bis auf den Indikator „Veränderungen gegenüber 2004" befindet sich die UDE bei den weiteren Indikatoren (Studierende, Promotionen usw.) in der Mittelgruppe. Durch die Steigerung der Frauenanteile beim Personal und den Professuren befindet sie sich in der Spitzengruppe.
Spitzenreiter des Rankings ist die FU Berlin mit 13 von 14 möglichen Punkten, gefolgt von der TU Berlin sowie der Universität Marburg mit jeweils 12 von 14 Punkten.
Das Bundesland Nordrhein-Westfalen bildet das Schlusslicht im bundesweiten Vergleich, es erhält 4 von 14 Punkten (S. 71). Im Vergleich zum Spitzenreiter Berlin hat NRW einen Professorinnenanteil von 15,8%, Berlin knapp 24%. Der Anteil abgeschlossener Promotionen von Frauen liegt in NRW bei 38,4%, in Berlin sind es 45,4%. Bei den Habilitationen sind es 31,3% (Berlin) versus 22,2% (NRW).
Zur Frage "Standardisierte Datenerfassung zum Nachweis von Diskriminierung!?" befasste sich Ende November 2009 eine Tagung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS). Die Ergebnisse können Sie hier herunterladen (pdf, 1,6 MB).
Faz.net: Der große Knick nach der Promotion - was die Gründe dafür sind (es liegt nicht nur an der vermeintlich schwierigen Vereinbarkeitsfrage) fasst der Artikel von Lisa Becker zusammen: www.faz.net