Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Fakultät für Biologie
Aquatische Ökologie
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 Publikationen

 

Promotionsthema: Parasiten als Indikatoren für Renaturierungserfolge

Wie reagieren Parasitengemeinschaften auf Renaturierung?
Üblicherweise werden Gemeinschaften freilebender Arten untersucht, um den Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen zu beurteilen. Da alle freilebenden Organismen mindestens einer parasitischen Spezies als Wirt dienen, ist zu erwarten, dass die Vielfalt von Parasiten in renaturierten Ökosystemen zunimmt. Insbesondere von Parasitentaxa mit komplexen Lebenszyklen, wie digenen Trematoden, ist zu erwarten, dass sie auf Veränderungen der Bedingungen innerhalb eines Ökosystems reagieren.

Erkenntnisse über das Vorkommen und die Prävalenz wirtsspezifischer Trematoden können wertvolle Informationen über das Vorhandensein der erforderlichen Wirte liefern. Somit könnten Trematoden als integrative Indikatoren für den Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen und lokaler Biodiversität dienen, da sie auf das Vorhandensein einer vielfältigen und intakten freilebenden Artengemeinschaft angewiesen sind.

Um dies zu testen, werden in degradierten, unterschiedlich alten renaturierten und naturnahen Fließgewässerabschnitten aquatische Schnecken beprobt und auf Trematodeninfektionen untersucht. Es ist zu erwarten, dass sich die erhöhte Artenvielfalt und Abundanz von freilebenden Organismen in der Parasitenfauna widerspiegelt, sodass wir in degradierten Standorten und kürzlich renaturierten Standorten eher niedrige Befallsraten und einen geringeren Artenreichtum erwarten, wohingegen die vor vielen Jahren renaturierten Standorte sowie die naturnahen Probestellen höhere Befallsraten und einen hohen Artenreichtum erwarten lassen.

Unsere bisherigen Ergebnisse deuten auf einen klaren Zusammenhang zwischen Renaturierungsmaßnahmen und dem Artenreichtum sowie der Diversität von Parasitengemeinschaften hin.