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The Concept behind ZMB

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Introducing the West German Cancer Center in Essen

22.09.2017 Teaching Award für Prof. Dagmar Timmann-Braun

Den zweiten Platz von insgesamt drei Teaching Awards für herausragende Lehre erreichte jetzt Prof. Dr. Dagmar Timmann-Braun für ihr ganztägiges Blockseminar zum Thema „Cerebellum“ (Kleinhirn). Ihr Seminar findet jährlich im Rahmen des Moduls „Clinical Neuroscience“ statt – im Rahmen des Masterprogramms der International Graduate Program Medical Neurosciences an der Charité-Universitätsmedizin Berlin. In diesem Modul unterrichten 16 verschiedene Dozenten, die von den Studierenden bewertet werden.

28.07.2017 925.000 Euro vom BMBF - Macht schlechter Schlaf krank?

Ob und auf welche Weise Schlafstörungen krank machen, erforscht Prof. Dr. Andreas Stang bereits seit 2014 an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) unterstützt den Leiter des Zentrums für Klinische Epidemiologie am Universitätsklinikum Essen nun auch in der zweiten Förderperiode bis 2020 mit insgesamt 925.000 Euro. Seit 2014 fließen damit rund 2,3 Millionen in die Essener Schlafgesundheitsforschung.

Im Fokus steht u.a., wie sich etwa Schlafdauer, Mittagsruhe oder Atemstörungen im Schlaf auf das Wohlbefinden auswirken. Betrachtet werden Schlafcharakteristiken, kardiovaskuläre Erkrankungen, Venenerkrankungen und die Nierenfunktion. Untersucht wird, ob und wie diese möglicherweise in Wechselwirkungen zueinander stehen. Als mögliche Folge-Erkrankungen haben Prof. Stang und sein Team Herz- und Hirninfarkte, Bluthochdruck und Diabetes im Blick. Ob diese Zusammenhänge in Familien gehäuft auftreten, ist ein weiterer Forschungsschwerpunkt.

Der Epidemiologe kann seine Erkenntnisse aus einem riesigen Datenmeer schöpfen. Denn am Universitätsklinikum Essen werden mit der NAKO (Nationale Kohorte) Gesundheitsstudie, der Heinz Nixdorf Recall Studie und der Heinz Nixdorf MehrGenerationenStudie seit mehreren Jahren einige der größten Gesundheitsstudien in Deutschland durchgeführt, die nun gezielt zum Thema Schlaf ausgewertet werden können.

12.07.2017 Resistenzmechanismus identifiziert: Immuntherapie bei schwarzem Hautkrebs

Wann werden Patienten mit malignem Melanom (schwarzer Hautkrebs) resistent gegenüber Immuntherapien? Dies besser zu verstehen und möglichst früh zu erkennen, gelang jetzt Forschern der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen am Universitätsklinikum Essen (UK Essen).

Ihre Studie erschien in der Zeitschrift Nature Communications. Darin weisen sie nach, dass bei einigen Patienten die Therapie weniger wirkt, weil sich die Melanomzellen genetisch verändern. Dadurch verliert der durch Immunzellen freigesetzte Botenstoff Interferon-gamma seine tödliche Wirkung.

Die Immuntherapie des malignen Melanoms wurde in den letzten Jahren immer erfolgreicher: Bis zu 40 Prozent der Patienten sprechen auf spezielle neue Therapieverfahren an. In vielen Fällen hält die Wirkung dieser Behandlungen auch lang an. Durch die Immuntherapien werden im Patienten spezifische Immunzellen aktiviert, die zytotoxischen T-Zellen.

Sie sind in der Lage, Melanomzellen als entartet zu erkennen und im direkten Kontakt zu zerstören. Aber nicht nur das: Gleichzeitig setzt die T-Zelle einen bestimmten Botenstoff frei, der das Wachstum benachbarter Tumorzellen hemmt und zerstört. Das macht die Therapie natürlich noch erfolgreicher.

Allerdings können sich Tumorzellen auch derart genetisch verändern, dass sie resistent gegenüber dem Botenstoff werden. Dieser Nachweis gelang jetzt Antje Sucker gemeinsam mit Kollegen in der Klinik für Dermatologie am UK Essen unter der Leitung von Privatdozentin Dr. Annette Paschen.

Nun soll durch weitere genetische Analysen an Melanom-Metastasen untersucht werden, welche Tumore ein erhöhtes Risiko für die Ausbildung einer Botenstoff-Resistenz aufweisen, um betroffenen Patienten frühzeitig alternativ therapieren zu können.

Weitere Informationen:
https://www.nature.com/articles/ncomms15440

26.06.2017 63. Promotionsfeier der Medizinischen Fakultät - Promotionspreis für Dr. Asmae Gassa

Insgesamt 48 Doktorandinnen und 37 Doktoranden überreichte Prof. Dr. Jan Buer, Dekan der Medizinischen Fakultät, während der 63. Promotionsfeier am 23. Juni im Audimax feierlich ihre Urkunden. Gleich fünf davon haben ihre Promotion mit Auszeichnung „summa cum laude“ abgeschlossen, 37 mit sehr gut – „magna cum laude“. 75 der Ärztinnen und Ärzte promovierten zum Dr. med., neun zum Dr. rer. medic. und einer zum Dr. med. dent.

Dr. Asmae Gassa (Institut für Immunologie) wurde für ihre Arbeit zur „Rolle viraler Infektionen im murinen Transplantationsmodell” mit dem Promotionspreis der Medizinischen Fakultät ausgezeichnet.

Damit die insgesamt 85 Doktorinnen und Doktoren auch zukünftig mit ihrer Fakultät in enger Verbindung bleiben, stellte Prof. em. Dr. Horst Sack, Vorsitzender und Alumni-Beauftragter der Medizinischen Fakultät, das Alumni-Programm „AluMedEs“ vor.

16.06.2017 Essener Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet: Internationalen Tagung der Europäischen Gesellschaft für Immungenetik

Gleich zwei Best Abstract Preise gingen bei der 31. Internationalen Tagung der Europäischen Gesellschaft für Immungenetik (EFI) in Mannheim am 2.6.2017 nach Essen. Thuja Meurer, PhD Studentin, und und Maximilian Metzing, Medizinischer Doktorand aus dem ELAN Programm, durften ihre Arbeiten als eine von acht Best Abstracts in einer speziellen Plenarsitzung beim von über 1000 Teilnehmern aus über 40 Ländern besuchten oben genannten EFI Kongress vorstellen. Beide forschen am Institut für Zelltherapeutische Forschung der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen.

Ihre Themen lauteten: „Dissecting the relative role of structural and expression polymorphism for T-cell allorecognition of HLA-DPB1“, Thuja Meurer, und „HLA-DM mediates permissiveness of T-cell alloreactivity to HLA-DPB1”, Maximilian Metzing.

Unter den acht Best Abstracts wurde Maximilian Metzings zudem als bestes für den Jon-van-Rood Award ausgewählt.

12.06.2017 Medizinerausbildung in Mosambik - Hilfe zur Selbsthilfe

Mosambik ist eines der ärmsten Länder der Welt mit der weltweit größten HIV-Epidemie. Deshalb hat die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) nun ein Doktorandenprogramm ins Leben gerufen, um jungen Mosambikanern eine Promotion im Bereich der HIV-Forschung zu ermöglichen.

Das 2016 gegründete Institut für HIV-Forschung am UK Essen unter der Leitung von Prof. Dr. Hendrik Streeck ist international bekannt durch seinen Einsatz zur Entwicklung eines HIV-Impfstoffes. Damit der Kampf gegen AIDS zügiger bei den Betroffenen ankommt, baut Prof. Streeck nun in Kooperation mit dem Nationalen Gesundheitsinstitut von Mosambik ein PhD-Programm auf. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert das Vorhaben über fünf Jahre mit rund 300.000 Euro.

Rund 1,5 Millionen Mosambikaner – ca. 10 Prozent der Bevölkerung – haben sich bereits mit dem HI-Virus infiziert. 40.000 starben im vergangenen Jahr daran. Das liegt auch daran, dass weniger als die Hälfte der Bevölkerung Zugang zu lebenswichtigen antiretroviralen Therapien hat.

In der Landeshauptstadt Maputo

Neue Hoffnung verbindet sich deshalb mit dem Konzept des neuen Programms: Mit Unterstützung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung bilden die Essener Wissenschaftler in der Landeshauptstadt Maputo einheimische Ärzte in der AIDS-Bekämpfung aus. Dank eines neuen PhD-Programms der UDE können junge Nachwuchswissenschaftler die Doktorwürde erlangen. Wissenschaftlicher Partner ist das Instituto Nacional de Saude in Maputo, eine der bestausgestatteten Forschungseinrichtungen des Landes.

In der Graduiertenschule werden die talentiertesten Mediziner des Landes intensiv betreut, um so die medizinischen und wissenschaftlichen Strukturen vor Ort zu etablieren und weiter auszubauen. Das Studium im eigenen Land erleichtert es den Studierenden, ihren familiären Verpflichtungen nachzukommen. So ist es beispielsweise auch Frauen eher möglich, sich an dem Programm zu beteiligen. Die Graduiertenschule startet voraussichtlich im Herbst 2017 mit zunächst drei Studierenden.

Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner, geb. Fernau, gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung dient der Förderung medizinischer Wissenschaft und unterstützt medizinisch-humanitäre Projekte. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Die Stiftung fördert satzungsgemäß nur solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Bis heute hat die Stiftung mehr als 1.600 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 270 Millionen Euro gefördert. http://www.ekfs.de

v.l.n.r. Tina Senff, Dennis Lapuente, Alexandra Adamczyk, Piyush Sharma

12.06.2017 Scientific Excellence Award an wissenschaftlichen Nachwuchs verliehen

Im Rahmen des Symposiums Infection & Immunology des Graduiertenkolleg 1949, das vom 15.5. – 16.5.2017 in Kamp-Lintfort stattfand, wurden vier Promovierende mit dem Scientific Excellence Award ausgezeichnet. Mit dem Preis werden sie für ihre herausragenden Promotionsarbeiten geehrt. Die Auszeichnung erhielten: Alexandra Adamczyk, M.Sc., Institut für Medizinische Mikrobiologie, und Piyush Sharma, M.Sc., Institut für Immunologie, beide an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, sowie Dr. Dennis Lapuente, Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie, Ruhr-Universität Bochum, und Tina Senff, M.Sc., Institut für Virologie, Universitätsklinikum Düsseldorf.

08.06.2017 Studie zur Lernerfahrung von Patienten - Die Kraft der negativen Erwartung

„Das bringt mir doch eh nichts!“ Werden Patienten erfolglos behandelt, kann das die Wirkung zukünftiger Therapien mindern. Nachgewiesen haben das Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE). Sie untersuchen, wie die Lernerfahrung von Kranken das Gelingen von Behandlungen beeinflusst – oder gerade nicht. Das Fachmagazin Science Translational Medicine berichtet aktuell über die Studie.

Ob eine medizinische Behandlung wirkt, hängt nicht nur von der Therapie selber ab, sondern manchmal auch von der individuellen Erfahrung des Patienten. Ist bereits eine Therapie gescheitert, lernt und überträgt der Patient die Erfahrung auf die weitere Behandlung. „Lerntheorien besagen, dass sich Vorerfahrungen umso eher auf nachfolgende Ereignisse übertragen, je ähnlicher sie sich sind. Im Umkehrschluss wollten wir daher überprüfen, ob sich negative Übertragungseffekte verhindern lassen, wenn wir die Darreichungsform einer Behandlung verändern“, erläutert Prof. Dr. Ulrike Bingel von der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen und stellvertretende Sprecherin der DFG-Forschergruppe FOR 1328 zum Thema Placeboforschung.

Über zweihundert Probandinnen und Probanden nahmen an der Untersuchung teil. In den ersten zwei Tagen machten die Teilnehmer zunächst positive oder negative Erfahrung mit einem schmerzlindernden Pflaster. Am dritten Tag wurde getestet, wie sich diese Erfahrung (starke oder kaum Schmerzlinderung) auf einen weiteren Behandlungsversuch auswirkte. Einem Teil der Probanden wurde erneut ein Pflaster verabreicht, dem anderen eine Tablette. Dies wirkte: Die Tabletten-Probanden bewerteten die Wirkung der Tablette besser als die des Pflasters. Dabei beeinflusste die Tablette den tatsächlichen Behandlungserfolg nicht. Hatten die Probanden schlechte Erfahrungen mit dem Pflaster gemacht, sprachen sie auch schlechter auf den zweiten Therapieversuch an.

Dieser Befund belegt, dass sich erfolglose Behandlungsversuche negativ auf das Gelingen zukünftiger Therapien auswirken. Eine Erkenntnis, die sowohl für den klinischen Alltag, als auch für klinische Studien von Bedeutung ist. „Vielen Ärzten ist bislang nicht bewusst, wie die Lernerfahrungen von Patienten das Gelingen von Behandlungen beeinflussen. Dieser Effekt wird auch in klinischen Studien kaum berücksichtigt“, erläutert Prof. Ulrike Bingel. Der wichtigste Schutz vor diesem Effekt ist das Vermeiden von Therapiefehlschlägen, die sich jedoch trotz guter Diagnostik und sorgfältiger Therapieplanung nicht immer verhindern lassen.

29.05.2017 Magersucht kann angeboren sein

Meist wird vermutet, die Essstörung Anorexia nervosa (AN) – bekannt als Magersucht – habe psychische Ursachen. Dass man aber auch eine Veranlagung dazu haben kann, konnte nun erstmals nachgewiesen werden. Eine internationale Forschergruppe, die in Deutschland von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) geleitet wurde, gelang es, das Gen auszumachen, das AN begünstigt. Das Fachmagazin The American Journal of Psychiatry berichtete darüber*.

Daten von insgesamt 3.495 AN-Patientinnen untersuchten die Wissenschaftler und entdeckten das Gen auf dem Chromosom 12. „Diese Region wurde bereits mit Diabetes mellitus Typ 1 und Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht“, erläutert Prof. Dr. Anke Hinney von der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der UDE. Magersucht könnte so mit weiteren Erkrankungen verknüpft sein – wie etwa auch mit Schizophrenie bzw. Neurotizimus: Die Gene, die dafür empfänglich machen, überlappen sich.“

Völlig neue Therapieoptionen

Erstaunlicherweise gab es zudem Hinweise darauf, dass es überlappende Mechanismen zwischen AN und verschiedenen metabolischen Phänotypen (Insulin-Glukose-Metabolismus) gibt. „Diese Entdeckungen können das bisherige Verständnis der AN nachhaltig verändern: Eine psychiatrische Störung mit einem physiologischen Hintergrund eröffnet völlig neue und bislang unerwartete Therapieoptionen“, sagt Hinney. Außerdem könne die genetische Ursache die Betroffenen entlasten.

Durchgeführt wurde die Studie vom ‘Psychiatric Genetics Consortium Eating Disorders Working Group’. Beteiligt waren: die University of North Carolina at Chapel Hill, Karolinska Institutet, King’s College London, Stanford University, the Broad Institute of MIT and Harvard University; Massachusetts General Hospital, Charité-Universitätsmedizin Berlin; die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters des Universitätsklinikums Essen sowie das Wellcome Trust Sanger Institute.

26.05.2017 Was passiert beim Vergessen?

Lernen ist schwer. Vergessen ist manchmal noch schwerer. Beim Extinktionslernen werden Informationen nicht einfach im Gehirn gelöscht. Aber was passiert stattdessen? Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) zum Thema Extinktionslernen an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) ein. Der SFB baut ganz wesentlich auf einer erfolgreichen DFG-Forschergruppe zum gleichen Thema auf, an der Arbeitsgruppen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen bereits federführend beteiligt waren.

Sprecher des neuen Forschungsverbundes ist Prof. Dr. Dr. h. c. Onur Güntürkün von der Fakultät für Psychologie der RUB, Co-Sprecherin Prof. Dr. Dagmar Timmann-Braun von der Neurologischen Universitätsklinik in Essen. Insgesamt fünf SFB-Projekte sind am Universitätsklinikum Essen angesiedelt und zwar in der Medizinischen Psychologie, der Neurologie und dem Erwin L. Hahn Institut (ELH). Die DFG fördert den Sonderforschungsbereich von Juli 2017 an für zunächst vier Jahre.

Menschen und Tiere können sich nicht nur neue Informationen aneignen, sondern auch lernen, dass früher erworbenes Wissen nicht mehr relevant ist. Während der Prozess des Erstlernens sehr gut untersucht ist, sind die Mechanismen des Extinktionslernens bislang nur lückenhaft verstanden. Die Extinktion beinhaltet nicht nur das Vergessen alter Informationen. Sie umfasst auch einen neuen Lernprozess, der das zuvor Gelernte überlagert. Die vermeintlich nicht mehr vorhandene Gedächtnisspur kann unter bestimmten Bedingungen wieder auftauchen und dann Teil von psychologischen Problemen sein, etwa bei Angststörungen.

Im neuen Sonderforschungsbereich werden die neuronalen Mechanismen des Extinktionslernens und seine klinische Bewandtnis untersucht. Das Thema wird auch aus der Perspektive der Entwicklungsbiologie und der Verhaltensforschung - bei Menschen und verschiedenen anderen Spezies und auch bei Robotern - beleuchtet. Die Arbeitsgruppen nutzen ähnliche Testprozeduren, um den Transfer von Wissen und Daten zwischen den insgesamt 17 wissenschaftlichen Teilprojekten zu optimieren. Zusätzlich sind in dem Sonderforschungsbereich erstmals Fokusgruppen vorgesehen, die Daten aus verschiedenen Teilprojekten integrieren und übergeordnet analysieren. Eine befasst sich mit Erkenntnissen aus bildgebenden Studien. Die Medizinische Fakultät der UDE wird darüber hinaus eine eigene Nachwuchsgruppe einrichten, die den SFB zusätzlich stärken wird.

Am SFB sind ebenfalls das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der Technischen Universität Dortmund sowie die Philipps-Universität Marburg beteiligt. SFB-Projektleiter am Universitätsklinikum Essen sind Prof. Dr. Sigrid Elsenbruch, Prof. Dr. Harald Engler, Dr. Martin Hadamitzky, Prof. Dr. Manfred Schedlowski, Prof. Dr. Ulrike Bingel, Dr. Katarina Forkmann, Prof. Dr. Dagmar Timmann-Braun und Prof. Dr. Harald Quick.

22.05.2017 Zu Besuch in Wuhan

Zum 110-jährigen Bestehen des Tongji Medical College besuchte jetzt (19. – 21. Mai) eine disziplinübergreifende UDE-Delegation zwei Partneruniversitäten in Wuhan/China.

Da zwischen der Huazhong Universität für Wissenschaft und Technologie (HUST) und der Medizinischen Fakultät der UDE ein reger Austausch besteht, kam Dekan Prof. Jan Buer die Ehre zu, ein Grußwort auf der offiziellen Jubiläumsfeier des Tongji Medical College sprechen zu dürfen. Die 35-jährige Zusammenarbeit beruht auf einem regen Studierendenaustausch und gemeinsamen Forschungsprojekten – vor allem im Bereich der Virologie und Immunologie im Transregio TRR60. Zur Verstetigung des Projekts wurde ein Vertrag über das „Wuhan-Essen Joint Laboratory of Infection and Immunity“ unterzeichnet.

Die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit beschränkt sich keinesfalls auf die Medizin. Auch die Wirtschafts-, Geistes- und Ingenieurwissenschaften kooperieren gut miteinander. Die Delegation nutzte den Aufenthalt, um den wissenschaftlichen Austausch weiter voranzutreiben. Die Professoren der verschiedenen UDE-Fakultäten präsentierten ihre Forschungen und diskutierten mit den HUST-Kolleg/innen über weitere Kooperationsmöglichkeiten.

UDE-Day lockt Studieninteressierte

Die Huazhong University veranstaltete eigens einen UDE-Day, um chinesische Studierende und Doktoranden im Beisein der UDE-Delegation über einen Auslandsaufenthalt zu informieren. Obwohl die UDE bereits heute die beliebteste deutsche Universität für chinesische Studierende ist, soll sie für diese Gruppe noch attraktiver werden und als Forschungsstandort weiter gestärkt werden. Als Ausdruck der intensiven Kooperationsbeziehungen mit der HUST-Fakultät für Wirtschaftswissenschaften wurde Prof. Markus Taube die Ehrenprofessur verliehen.

Die UDE-Delegation besuchte ebenfalls den Campus der Universität Wuhan (WHU) im traditionellen chinesischen Architekturstil und verlängerte dort das bestehende Partnerschaftsabkommen. Um die künftige Zusammenarbeit ging es auch in den vielen anschließenden Gesprächen mit den Kolleg/innen der jeweiligen Fachbereiche an der WHU.

15.05.2017 Junge Strahlenforscher ausgezeichnet

Zwei Nachwuchsforschende der Medizinischen Fakultät der UDE am Universitätsklinikum Essen wurden jetzt für ihre herausragenden Promotionen mit dem Nachwuchspreis des Kompetenzverbundes Strahlenforschung (KVSF) ausgezeichnet. Auslober sind zwei Bundesministerien: das für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) sowie das für Bildung und Forschung (BMBF).

Die Preisträger sind: Dr. Simone DeLeve aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Verena Jendrossek am Institut für Zellbiologie (Tumorforschung). Die Absolventin des Graduiertenkollegs GRK1739 untersuchte in ihrer Doktorarbeit die Bedeutung immunologischer Veränderungen in bestrahlten Lungen für die Entstehung strahleninduzierter Lungenspätschäden. Der zweite ist Dr. Simon Magin. Er promovierte am Institut für Medizinische Strahlenforschung unter der Leitung von Prof. Dr. Georg Iliakis über Mechanismen der Strahlensensibilisierung durch spezielle Antitumorwirkstoffe.

11.05.2017 BMBF fördert translationale Forschung zur Personalisierung in der Strahlentherapie

Mit rund vier Mio. Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den kommenden fünf Jahren einen bundesweiten Forschungsverbund, um neue Möglichkeiten zur personalisierten Strahlentherapie von Tumoren im Kopf- und Halsbereich zu erkunden. Zu den Verbundpartnern gehört auch das Institut für Zellbiologie (Tumorforschung, IFZ) der Medizinischen Fakultät der UDE am Universitätsklinikum Essen. Insgesamt sind sechs Partnerinstitutionen an vier verschiedenen Standorten beteiligt. Kopf-Hals-Tumoren umfassen verschiedene Krebsarten, die in dieser Körper-Region auftreten, wie beispielsweise der Mundhöhlen- oder Rachenkrebs. Ein zentraler Bestandteil der komplexen Behandlungsstrategien ist die Strahlentherapie – allein oder in Kombination mit einer Operation und/oder einer Chemotherapie. Schwierigkeiten ergeben sich allerdings, wenn die Tumoren nicht ausreichend auf die Bestrahlung ansprechen („Strahlenresistenz“) oder das Normalgewebe überempfindlich reagiert und die auftretenden Nebenwirkungen ein Fortsetzen der Therapie erschweren.

„In diesem Spannungsfeld setzt die Forschung des neuen Verbundprojektes ZiSStrans an“, erklärt Prof. Dr. Verena Jendrossek, Leiterin der Arbeitsgruppe Molekulare Zellbiologie am IFZ und Sprecherin des lokalen Graduiertenkollegs zum Thema Strahlenforschung. „Unser Ziel ist es, mithilfe präklinischer Studien molekulare Signalwege und Zielstrukturen der Strahlenantwort in Tumorzellen und Zellen von Normalgeweben zu identifizieren und anschließend an Gewebeproben aus Patientenstudien zu überprüfen.“

„Vor allem aus dem Vergleich der Strahlenantwort zwischen Tumor- und Normalgewebe erhoffen wir uns neue, wichtige Erkenntnisse, denn die Strahlenempfindlichkeit des umliegenden gesunden Gewebes kann den Behandlungserfolg erschweren“, erklärt Jendrossek. „Durch das Verständnis von Signalnetzwerken in bestrahltem Tumor- und Normalgewebe wollen wir nach neuen Möglichkeiten suchen, wie wir eine Strahlenresistenz im Tumor durch molekulare Wirkstoffe zielgerichtet vermindern können, ohne dadurch die Empfindlichkeit des Normalgewebes zu steigern.“

Ein weiteres Ziel ist, molekulare Marker zu identifizieren, mit denen bereits vor der Strahlenbehandlung vorhergesagt werden kann, ob der Patient von der geplanten Maßnahme profitieren kann oder nicht. So soll die wissenschaftliche Basis für eine personalisierte Strahlentherapie verbessert werden. „Wir wollen künftig mit hoher Sicherheit sagen können, ob ein Patient auf die Therapie ansprechen wird oder Nebenwirkungen zu erwarten sind, so dass man rechtzeitig andere Optionen erwägen muss“, sagt der Verbundkoordinator Prof. Horst Zitzelsberger vom Helmholtz Zentrum München.

Neben der Arbeitsgruppe von Professorin Verena Jendrossek ist auch PD Dr. Diana Klein mit ihrer Nachwuchsgruppe am IFZ beteiligt.

Darüber hinaus sind folgende Partner in das Projekt eingebunden:
• Helmholtz Zentrum München, Abteilung Strahlenzytogenetik
• Klinikum der Universität München (Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie)
• Klinische Kooperationsgruppe „Personalisierte Radiotherapie von Kopf-Hals Tumoren“ zwischen der Klinik für Strahlentherapie & Radioonkologie,
• Klinikum der Universität München und der Abteilung Strahlenzytogenetik, Helmholtz Zentrum München
• Universitätsklinikum Freiburg (Klinik für Strahlenheilkunde)
• Charité-Universitätsmedizin Berlin (Institut für Pathologie)
• Bundesamt für Strahlenschutz Neuherberg (AG Biologische Strahlenwirkungen)

Schon länger wird vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen Entzündungsprozessen und Depressionen gibt. Nun konnten Forscher zeigen, dass bestimmte Immunbotenstoffe tatsächlich depressive Symptome triggern können. Die Wissenschaftler hoffen, dass sich aus den Erkenntnissen neue Therapien ableiten lassen.

Die Ursachen von Depressionen sind immer noch nicht hinreichend verstanden. Seit längerem wird jedoch vermutet, dass Immunbotenstoffe, sogenannte Zytokine, an der Entstehung depressiver Störungen beteiligt sein könnten. Diese werden während einer Entzündung von den aktivierten Immunzellen freigesetzt. Nun ist den Wissenschaftlern Professor Harald Engler von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und Professor Manfred Schedlowski vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie am Universitätsklinikum Essen ein wichtiger Schritt gelungen. In einer interdisziplinären Studie konnten sie Zusammenhänge zwischen Entzündungsprozessen und Depressionen aufdecken.

Je mehr Interleukin-6, desto stärker die Depression

Die Essener Forscher konnten erstmalig beim Menschen zeigen, dass im Verlauf einer akuten Entzündung die Konzentration des Immunbotenstoffs Interleukin-6 (IL-6) nicht nur im Blut, sondern auch in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) deutlich ansteigt. Um dies nachzuweisen, verabreichten sie 18 gesunden Männern entweder ein sogenanntes Endotoxin oder ein Placebo. Endotoxine sind Bestandteile von Bakterien, die das Immunsystem veranlassen, bestimmte Entzündungsprozesse in Gang zu setzen. Tatsächlich ließen sich im Liquor daraufhin steigende Konzentrationen von Interleukin-6 nachweisen. Das Interessante dabei: Je höher die Konzentration des Immunbotenstoffs war, desto ausgeprägter waren auch die depressiven Symptome der Teilnehmer. Die Wissenschaftler vermuten nun, dass IL-6 über die Blutbahn das Gehirn erreichen und hier durch die Modulation neuronaler Prozesse eine Depression bewirken könnte.

Sozialer Rückzug könnte zur schnelleren Heilung der Infektion beitragen

Sinn würde die beschriebene Reaktion durchaus machen: Eine Depression führt zu Antriebslosigkeit, Erschöpfung und sozialem Rückzug – was im Krankheitsfall durchaus erwünscht sein kann, damit sich der Kranke schneller erholt andere nicht ansteckt. Insofern könnten depressive Symptome als Folge einer Entzündung einen evolutionsbiologischen Sinn gehabt haben. Normalerweise lassen die depressiven Symptome mit dem Ausheilen einer Infektion aber nach. Doch bei Menschen, die schon Voraussetzungen für eine psychische Erkrankung mitbringen, könnte eine Infektion unter Umständen zum Auslöser einer echten Depression werden, indem chronische Prozesse angestoßen werden, die auch nach der akuten Erkrankung nicht abklingen.

Die Forscher betonen nun, dass in weiteren Untersuchungen die genauen Transportmechanismen identifiziert werden müssen, über die das Interleukin-6 ins Gehirn gelangt. Die Ergebnisse ihrer Studie könnten dann möglicherweise zur Entwicklung neuer Therapien beitragen, nämlich dann, wenn es gelingt, Interleukin-6 gezielt zu blockieren, um auch die depressiven Symptome zu lindern.

Autor: Anne Volkmann © Gesundheitsstadt Berlin

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28.04.2017 Epidemie-Experten von morgen: Ausbildung exzellenter Nachwuchswissenschaftler gestartet

Diese Woche startete an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) der erste Promotions-Studiengang „Epidemiologie und Klinische Forschung“. Insgesamt wurden sechs Studentinnen und Studenten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen der Lebenswissenschaften für das dreijährige Studium ausgewählt. Während dieser Zeit arbeiten sie an eigenen Forschungsprojekten und werden wissenschaftlich intensiv von jeweils zwei Betreuern begleitet.

Die Forschungsthemen der Studierenden reichen von den Versorgungsstrukturen und -prozessen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, über die Auswirkungen von Schichtarbeit auf den Menschen, bis hin zu dem Einfluss des Brustkrebsscreenings auf die chirurgische Behandlungsart von Brustkrebs. Aber auch methodische Themen zur Weiterentwicklung der Klinischen Forschung zählen zu den Projekten. Während die Epidemiologie sich hauptsächlich mit Ursachen, den Folgen und der Ausbreitung von Gesundheitsstörungen in der Bevölkerung oder bei einzelnen Menschengruppen beschäftigt, liefert die klinische Forschung neue Erkenntnisse zur Vorbeugung, Früherkennung, Diagnose, Prognose und Therapie von Erkrankungen.

Der neue dreijährige Studiengang soll die bundesweit bislang wenig verbreitete epidemiologische und klinische Forschung in der Rhein-Ruhr-Region verankern. Im Mittelpunkt des Fachs steht die Frage, welche Ursachen und Folgen gesundheitsbezogene Zustände und Ereignisse in der Bevölkerung haben und wie sie sich verbreiten. Initiator und wissenschaftlicher Betreuer ist Prof. Dr. med. Andreas Stang, MPH, Leiter des Zentrums für Klinische Epidemiologie (ZKE) am Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE) am Universitätsklinikum Essen. „Ziel des Promotionsstudienganges ist es, die Studentinnen und Studenten zu befähigen, eigenständig epidemiologische und klinische Studien zu planen, durchzuführen, auszuwerten und zu publizieren“, so Professor Andreas Stang. Die Ausbildung exzellenter Nachwuchswissenschaftler in der Epidemiologie und der klinischen Forschung wird auch von der Bundesregierung durch den Auf- und Ausbau von Forschungs- und Lehrkapazitäten an deutschen Hochschulen gefördert.

Professor Stang wurde 2014 auf die Professur für Herz-Kreislauf-Epidemiologie an der Medizinischen Fakultät der UDE berufen, die mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eingerichtet wurde. Zu seinen Forschungsthemen zählt u.a. der Zusammenhang von Schlaf und Gesundheit, also wie sich zum Beispiel Schlafdauer, Mittagsruhe oder Atemstörungen im Schlaf auf das Wohlbefinden der Menschen auswirken. Als mögliche Folge-Erkrankungen kommen Herz- und Hirninfarkte, Bluthochdruck und Diabetes in Frage. Ob diese Zusammenhänge in Familien gehäuft auftreten, ist ein weiterer Forschungsschwerpunkt.

07.02.2017 Maastricht Laurels: Dies Natalis

Esther Schwich was an awardee of one of the Student Prizes for the best Master's theses of 2016 of Maastricht University as part of the 25th anniversary celebrations of the signing of the Maastricht Treaty. The celebration on 7th February 2017 was followed by an audience with Her Royal Highness Princess Beatrix of the Netherlands. Esther Schwich studied at Maastricht University and did the research for her Master theses under the supervision of Professor Knauer within the framework of the GRK 1739.
https://www.maastrichtuniversity.nl/events/41st-dies-natalis

23.01.2017 A Milestone for COST Action on Regulatory Immune Cells

The immune system protects us from many harmful and life-threatening infections. However, under certain conditions, immune cells can also foster the development of disease. This is for example the case in many types of cancer, chronic infection and inflammation.

Immunologists around the world have been focusing their endeavours increasingly on better understanding how a specialized cellular subset, known as myeloid regulatory cells, contributes towards disease progression and pathogenesis. However, a lack of consensus on markers, protocols and analytical methods has made it extremely difficult to study and compare the function of these cells in different diseases and experimental models.

After two years of close collaboration with experts and laboratories around Europe, the COST Action BM1404 - European Network of Investigators Triggering Exploratory Research on Myeloid Regulatory Cells (Mye-EUNITER) - has successfully initiated a European-wide study for monitoring an important myeloid subset, termed MDSC, in the peripheral blood of patients with malignant, inflammatory and infectious diseases. A standardized and harmonized analytical method is now being applied to samples at the participating research centres to generate the first truly comparative database of these cells in various human diseases.

“To the best of our knowledge this step is the first harmonized and standardized MDSC analysis initiative world-wide,” says Prof. Sven Brandau, the Action’s Chair and head of the host laboratory at the University Hospital Essen, Germany. “What is exciting about this new procedure is that very soon we will be able to accurately compare the features of myeloid cells in illnesses as diverse as for example breast or skin cancer, HIV or hepatitis infections, or inflammation induced by Psoriasis or cardiovascular disease. This knowledge is implicit for then developing ways of turning the detrimental regulatory function of myeloid cells into a promising therapeutic tool to treat these very same diseases.”

During 2017 Mye-EUNITER aims to establish similar standard operating procedures for other subsets of myeloid regulatory cells in human, murine and simian models with the goal of building an analytical correlation line. This would greatly enable the swifter translation of basic research into clinical application.

The Mye-EUNITER network includes member scientists from Austria, Belgium, Bosnia and Herzegovina, Croatia, Czech Republic, Denmark, France, Germany, Greece, Hungary, Ireland, Israel, Italy, Netherlands, Norway, Poland, Portugal, Romania, Serbia, Slovakia, Spain, Sweden, Switzerland, Turkey, and United Kingdom. More: www.mye-euniter.eu/

10.01.2017 EU-Forschungsinitiative zu bösartigen Bluterkrankungen

HARMONY lautete der Name einer neuen Forschungsinitiative mit 51 Partnern in elf europäischen Ländern. Im Mittelpunkt stehen effizientere Therapien für bösartige Erkrankungen des Blutes durch die anonymisierte Auswertung von Forschungsergebnissen („Big Data“).

Für die beteiligten Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen an der Kinderklinik III am Universitätsklinikum Essen steht dabei die Akute Myeloische Leukämie (AML) im Fokus. Die Europäische Union fördert HARMONY mit insgesamt 20 Millionen Euro.

Bei AML produziert das das Knochenmark nur noch unreife weiße Blutkörperchen. Die Erkrankung tritt zwar selten auf, und die Heilungschance liegt bei etwa 70 Prozent. Aber AML ist nicht gleich AML: Bestimmte Patienten haben eine deutlich bessere Prognose als andere. „Wir erwarten neue Ansätze für innovative Behandlungsmöglichkeiten in sehr seltenen Untergruppen durch den nun erstmals möglichen umfassenden Vergleich von Daten über AML – sowohl bei Kindern und Jugendlichen, als auch bei Erwachsenen“, erläutert Prof. Dr. Dirk Reinhardt, Direktor der Kinderklinik III am UK Essen.

Zugleich können Informationen über die erfolgreiche Behandlung der AML bei Kindern und Jugendlichen weitere Fortschritte bei Erwachsenen unterstützen. Unter Beteiligung der nationalen Studiengruppe (AML-BFM), geleitet von Prof. Dirk Reinhardt, wird das Konsortium hierzu anonymisierte biologische und klinische Daten von Leukämien und anderen bösartigen Bluterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zusammentragen. Ziel ist es, gemeinsam neue Erkenntnisse über die Entstehung, die Prognose und die Behandlung zu gewinnen.

An der HARMONY-Initiative beteiligen sich sowohl öffentliche als auch private Forschungseinrichtungen sowie verschiedene Pharmaunternehmen. Geleitet wird die Initiative durch die European Hematology Association mit Sitz im niederländischen Den Haag.

Weitere Informationen: http://www.ehaweb.org/news/eha-news/announcements/article/124/harmony-a-40-million-project-for-better-care-of-patients-with-hematologic-malignancies