Der Bachelorstudiengang Soziale Arbeit vermittelt die wissenschaftlichen Grundlagen für eine professionelle Tätigkeit in der Sozialen Arbeit. Das generalistisch angelegte Studium qualifiziert für die gesamte Bandbreite sozialarbeiterischer und sozialpädagogischer Arbeitsfelder. Im Zentrum steht die Frage, wie Menschen in ihren jeweiligen Lebensverhältnissen durch Angebote der Hilfe, Erziehung und Bildung unterstützt werden können – und unter welchen gesellschaftlichen und politischen Bedingungen dies geschieht.

Der Studiengang ist an einem der wenigen universitären Institute für Soziale Arbeit in Deutschland angesiedelt. Die Lehrenden forschen zu den Themen, die sie unterrichten – aktuelle Forschungserkenntnisse fließen unmittelbar in die Lehre ein. Ergänzt wird dies durch die Expertise erfahrener Praktiker:innen der Sozialen Arbeit in der Lehre sowie durch zwei curricular verankerte Praktika, in denen Studierende die Arbeitsrealität der Sozialen Arbeit kennenlernen.

1. Aufbau des Studiums

Das Studium gliedert sich in drei Phasen:

Studieneingangsphase und Grundlagen (1.-3. Semester)

Die ersten Semester schaffen ein breites Fundament. Neben einer Einführung in wissenschaftliches Arbeiten werden unterschiedliche disziplinäre Perspektiven auf die Arbeitsfelder, die Adressat:innen sowie das professionelle Handeln der Sozialen Arbeit vermittelt: Sozialpädagogische, soziologische, politikwissenschaftliche, psychologische sowie rechts- und verwaltungswissenschaftliche Expertise verbinden sich im Blick auf das Soziale und dessen Gestaltbarkeit durch Soziale Arbeit und Sozialpolitik. Bereits früh setzen sich die Studierenden mit der Sozialen Arbeit als Profession auseinander – mit ihrer Geschichte, ihren Funktionen und ihren Methoden.

Vertiefung und Professionalisierung (3.-5. Semester)

Aufbauend auf den Grundlagen vertiefen die Studierenden ihre Kenntnisse in zentralen Themenfeldern: sozialpädagogische Interaktionen und professionelles Handeln, Beratungsansätze und Methoden der Sozialen Arbeit, die Analyse städtischer Räume, sozialer Ungleichheit und gesellschaftlicher Konflikte - einschließlich von Fragen zu Migration, Rassismus und Intersektionalität. Durch die Auseinandersetzung mit qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden und deren Umsetzung in der Forschung werden Studierende dazu befähigt, empirische Studien zu verstehen, um die wissenschaftlichen Erkenntnisse in den zentralen Themenfeldern des Fachs nachvollziehen zu können.

Abschlussphase (5.-6. Semester)

Im letzten Studienabschnitt stehen die theoretisch-systematische Auseinandersetzung mit der Sozialen Arbeit als Disziplin, die Vertiefung rechtlicher und sozialpolitischer Rahmenbedingungen sowie die Bachelorarbeit im Mittelpunkt. Der Ergänzungsbereich (Studium liberale) eröffnet darüber hinaus die Möglichkeit, Veranstaltungen anderer Fächer der Universität zu besuchen.

Detaillierte Informationen zum konkreten Aufbau des Studiengangs finden sich im Modulhandbuch sowie in den Empfehlungen zum Studienverlaufsplan (siehe 6. Dokumente und Ordnungen).

2. Praxisintegration und Praktika

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung im Rahmen des Studiengangs ist durchgehend auf die berufliche Praxis in den Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit bezogen. In den Lehrveranstaltungen werden theoretische Perspektiven und empirisches Wissen konsequent mit Fragen professionellen Handelns verknüpft – etwa in Methodentrainings, Fallarbeit oder der Reflexion von Praxiserfahrungen. Eine besondere Rolle spielen die beiden curricular verankerten Praktika. Sie ermöglichen es den Studierenden, Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit aus nächster Nähe kennenzulernen, professionelles Handeln zu beobachten und die eigenen Erfahrungen systematisch zu reflektieren. Zwei Praxisphasen mit insgesamt 75 Tagen sorgen so für eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis:

Praktikum I – Orientierungspraktikum (30 Tage)

Das Orientierungspraktikum dient der Erkundung von Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit. Die Studierenden gewinnen Einblicke in die Lebenssituation von Adressat:innen, lernen institutionelle Strukturen kennen und beobachten professionelles Handeln. Das Praktikum wird durch ein Seminar vorbereitet und begleitet.

Praktikum II – Theorie-Praxis-Projekt oder Projektpraktikum (45 Tage)

Im zweiten Praktikum setzen sich die Studierenden vertieft mit einem Arbeitsfeld auseinander und reflektieren ihre Erfahrungen vor dem Hintergrund des im Studium erworbenen Wissens. Sie können zwischen einem Theorie-Praxis-Projekt, das stärker an Lehrveranstaltungen angebunden ist, und einem Projektpraktikum wählen. Beide Varianten werden durch ein Begleitseminar und Supervision begleitet.

Ergänzend bietet das Kooperationsprojekt Uni meets Practice – eine Zusammenarbeit zwischen dem Institut und dem Jugendamt der Stadt Essen – den Studierenden regelmäßig Gelegenheit, Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit kennenzulernen und mit Fachkräften ins Gespräch zu kommen.

Für alle Fragen rund um die Praktika – von der Suche nach einer geeigneten Praktikumsstelle über formale Anträge bis hin zur Anerkennung – steht die Praktikumskoordination beratend zur Verfügung.

3. Berufsperspektiven und staatliche Anerkennung

Der Bachelorabschluss qualifiziert für die gesamte Breite der Arbeitsfelder Sozialer Arbeit – etwa in der Kinder- und Jugendhilfe, der Suchthilfe, der Schulsozialarbeit, der Bewährungshilfe, der Familienberatung, der Stadtteilarbeit, der Sozialplanung und vielen anderen Arbeitsfeldern.

In Verbindung mit einer anschließenden berufspraktischen Tätigkeit von mindestens einem Jahr ermöglicht der Abschluss die Erlangung der staatlichen Anerkennung als Sozialarbeiter:in/Sozialpädagog:in, die für die Tätigkeit in vielen Arbeitsfeldern vorausgesetzt wird. Die Voraussetzungen hierfür sind der Ordnung zur Verleihung der staatlichen Anerkennung zu entnehmen (siehe 6. Dokumente und Ordnungen).

Der Bachelorabschluss eröffnet darüber hinaus den Zugang zu weiterführenden Masterstudiengängen – etwa dem konsekutiven Masterstudiengang Soziale Arbeit an der UDE.

4. Bewerbung und Zulassung

Der Studiengang ist zulassungsbeschränkt (NC). Alle Informationen zu Bewerbungsverfahren, Fristen und Zulassungsvoraussetzungen finden sich auf der zentralen Studiengangsseite der UDE.

5. Auf einen Blick

Abschluss

Bachelor of Arts (B.A.)

Regelstudienzeit

6 Semester

Umfang

180 ECTS

Studienbeginn

Wintersemester & Sommersemester

Zulassung

Zulassungsbeschränkt (NC)

Zugangsvoraussetzung

Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife

Studienort

Campus Essen

Staatliche Anerkennung

Nach einjähriger Berufspraxis im Anschluss an das Studium

6. Dokumente und Ordnungen

Prüfungsordnung ab WiSe 2026/27 (PO 2026)

Prüfungsordnung ab WiSe 2019/20 (PO 2019)

Staatliche Anerkennung




Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik

Fakultät für Bildungswissenschaften
Universität Duisburg-Essen
Universitätsstraße 2
45141 Essen

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Das Institut ist auf dem Hauptcampus am Standort Essen im Gebäude S06 angesiedelt. Das Gebäude ist auf dem Lageplan markiert.

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