Forschungsprojekte

(1) Das Essener Schülerhilfeprogramm

Laufendes Projekt (seit 2003)

Das Essener Schülerhilfeprogramm ist ein Kooperationsprogramm des Deutschen Kinderschutzbundes, Ortsverband Essen e.V. , der Universität Duisburg-Essen sowie ausgewählter Essener Schulen. Träger des Projektes ist der Kinderschutzbund.

Lehramts-Studierende und Studierende der Sozialen Arbeit begleiten und fördern über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr und mit einem Stundenkontingent von mindestens drei Stunden wöchentlich jeweils ein sozial benachteiligtes Kind bzw. Jugendlichen (mit bzw. ohne Fluchterfahrung). Ziel für die Studierenden ist es, zu ihrem Patenkind bzw. dem/der jugendlichen Schüler/in eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen und entwicklungsförderliche Bedingungen herzustellen.

Die Studierenden werden in dieser anspruchsvollen Aufgabenstellung durch ein komplexes System verschiedener Beratungsangebote unterstützt. Im Zentrum steht dabei die pädagogisch-psychologisch-didaktische Beratung in Kleingruppen, in denen Beziehungskonflikte bearbeitet, Erfahrungen reflektiert und gemeinsame Aktivitäten geplant werden.

Das Projekt wurde von 2003 bis 2011 aus Mitteln der Alfred-Krupp-und-Friedrich-Alfred-Krupp-Stiftung finanziert; für das Schuljahr 2011/12 vom Lions Club Essen Baldeney. Seit dem Schuljahr 2012/13 übernimmt die schulbezogene Jugendschulsozialarbeit der Stadt Essen die finanzielle Förderung der Patenschaften. Das Projekt ist nach langjähriger Evaluation nun als Programm etabliert; dennoch findet weiterhin Forschung zu den Wirkungsprozessen innerhalb der Patenschaften statt. Die Struktur des Programmes ist allerdings in bewährte Formen überführt, so dass aus dem Projekt (2003 - 2016) nun ein Programm geworden ist. Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Lehramtsstudierenden das NRW-Zertifikat für Ehrenamtliches Engagement. Studierende der Sozialen Arbeit bekommen eine Bescheinigung ausgestellt.

Das Programm bietet allen Studierenden einen intensiven und praxisnahen Einblick in Kinderwelten unserer Gesellschaft.

Einen guten Überblick über die Arbeit in dem Projekt geben die Bände:

  • Elisabeth Kuck et al. (2007): Pädagogische Arbeit als Beziehungsarbeit. (Berlin: Pabst Science Publishers) Michael Maas und Gisela Steins (2012): Zeit für Kinder. (Berlin: Pabst Science Publishers).

Anrechenbar als Studienleistung für: ESL Modul 3.2a; Bachelor of Education Modul BAE3-E6 und Master of Education Modul MAC6 sowie Soziale Arbeit Bachelor Theorie-Praxis-Projekt: Modul 14

(2) Einstellungen zu Menschen mit homosexueller Orientierung mit HIV /Aids bzw. Transsexuellen mit HIV

Laufendes Projekt seit 2018

In Kooperation mit Prof. Dr. Angelo Brandelli und Felipe Vilanova, Brasilien, wird innerhalb einer kulturvergleichenden Studie (Brasilien Deutschland) zu den Einstellungen zu Menschen mit homosexueller Orientierung mit HIV /Aids bzw. Transsexuellen mit HIV / Aids geforscht. Wir sind besonders interessiert an Menschen, die in gesundheitlichen und psychosozialen Berufen arbeiten.

Forschungsfragen: Spielt die Zuschreibung von Verantwortlichkeit immer noch eine Rolle für die Wahrnehmung von Menschen mit HIV? Kommt es immer noch zu Fremdstigmatisierungen und Selbststigmatisierungen? Welche Prozesse spielen dafür eine Rolle?

(3) Wirkungen der Neuausrichtung der QA NRW

Abgeschlossenes Projekt (2009 – 2016)

Kooperationsprojekt mit dem Referat 414 - Qualitätsanalyse des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (April bis Oktober 2017).

In NRW werden alle Schulen auf ihre Qualität hin analysiert. In unserem langjährigen Kooperationsprojekt mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung, Referat 4, (2009 - 2016) untersuchten wir verschiedene Aspekte der Qualitätsanalyse NRW, um eine gute Zusammenarbeit von Ministerium und Schulen zu unterstützen.

Folgende Teilprojekte wurden in Kooperation mit dem Referat 4 durchgeführt:

  • 2009/2010: Anna Haep & Gisela Steins: Einstellungen der Schulleiter/innen zur Qualitätsanalyse NRW.
  • 2012/2013: Kristin Bitan & Gisela Steins: Einstellungen der Schulleiter/innen zur Qualitätsanalyse NRW: Längsschnitt.
  • 2012/2013: Kristin Bitan & Gisela Steins: Einstellungen der Schulleiter/innen zur Qualitätsanalyse NRW:Querschnitt.
  • 2013/2014: Kristin Behnke & Gisela Steins: Wissenschaftliche Begletiung der Pilotierungsphase des Elements der Abstimmungsgespräche im Rahmen der Neuausrichtung der QA NRW.
  • 2015/2016: Kristin Behnke & Gisela Steins: Externe Schulentwicklungsmaßnahmen aus Lehrer/innenperspektive: Untersuchungen zur Akzeptanz der neu ausgerichteten Qualitätsanalyse NRW.

Einen guten Überblick über die wissenschaftliche Perspektive gibt:

  • Bitan, K., Haep, A. & Steins, G. (2015). School inspection still in dispute. An exploratory study of school principals‘ perceptions of school inspection. International Journal of Leadership in Education, 18, (4), 418-439.

(4) Die Schüler*innenperspektive auf die QA:

Steins, Gisela (2022): How do pupils experience a school inspection?: An insight into the reality of a school inspection tool. Online unter: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:465-20220324-165727-4

(5) Eine Analyse der Zusammenhänge zwischen relevanten Variablen von Liebesbeziehungen: Bindungsstil, Konfliktverhalten, Perspektivenübernahme (2001-2002)

Forschungsvorhaben, unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG STE 617/5-1) zusammen mit Martin Goerke (2001/2002; Universität Bielefeld).

Abgeschlossenes Projekt

Ausgewählte Publikationen

  • Goerke, M. (2005): Zum Zusammenhang von Bindung und Konfliktlösung in Paarbeziehungen. Universität Bielefeld: Dissertationsschrift. DuePublico.
  • Steins, G. (2006). Merging or differentiation? Is there an optimum closeness for perspective-taking in love-relationships? In John Z. Arlsdale, Advances in Social Psychology Research, 67-82. New York: Nova Science Publishers.

(6) Guter Unterricht für kranke Kinder (2004 – 2008)

In Kooperation mit der Ruhrlandschule Essen - Schule für Kranke - lief ein Projekt, in dem der Unterricht für kranke Kinder untersucht wurde. Kinder und Jugendliche, die für längere Zeit eine Klinik besuchen müssen, bekommen auch weiterhin Unterricht: an der Schule für Kranke. Dieser Unterricht findet in extrem heterogenen kleineren Lerngruppen statt und ist für die meisten jungen Patienten eine willkommene Bereicherung des Klinikalltags. Und natürlich ist es für viele auch wichtig, dass der Anschluss an die Heimatschule nicht verpasst wird. Genau hier setzt das Forschungsvorhaben an: Was passiert mit den Schülern nach ihrer Entlassung? Gelingt das Einleben in die Schule? Was ist hilfreich gewesen?

Das Projekt wurde 2004 - 2008 von Annika Brendgen, Anna Haep und Pia Weber unter der Leitung von Gisela Steins in Kooperation mit dem Rektor der Ruhrlandschule, Hermann Frey, und den dort tätigen Lehrerinnen und Lehrern durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im September 2008 auf der Tagung "Schule und Psychiatrie" vorgestellt und als Buch "Schule trotz Krankheit" publiziert (herausgegeben von Gisela Steins; Berlin: Pabst Science Publishers). Diese Phase des Projektes wurde von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Einen guten Überblick gibt:

  • Steins, G. (2008). Schule trotz Krankheit. Eine Evaluation von Unterricht mit kranken Kindern und Jugendlichen und ihre Implikationen für die allgemeinbildenden Schulen. Berlin: Pabst Science Publishers.

(7) Jugendliche erreichen: "Emotionale Erziehung" (2009- 2011)

Die Lions Oberhausen unterstützten anlässlich ihres 50jährigen Jubiläums die Durchführung eines Projektes, in dem gezielt über Schulen Jugendliche erreicht werden. Dieses Projekt war eine Kooperation zwischen dem Lions Club Oberhausen und der Universität Duisburg-Essen, Fachbereich Bildungswissenschaften (2009 - 2011).

In diesem Projekt wurde mit Jugendlichen an Oberhausener Schulen gearbeitet, an denen ein Bedarf für die Arbeit an den Lions Zielen gesehen wird. Es wurde eine Unterrichtsreihe zur Sozialerziehung entwickelt und evaluiert und unterrichtet: An unseren Kooperationsschulen wurde von Studierenden der Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Bildungswissenschaften, die Unterrichtsreihe Emotionale Erziehung im Team-Teaching durchgeführt und zwar für siebte Klassen. Die Studierenden wurden von Frau Haep ausgebildet und begleitet.

Einen guten Überblick geben die Arbeiten:

  • Haep, A., Steins, G. & Wilde, J. (2012). Soziales Lernen Sekundarstufe I. Donauwörth: Auer.
  • Steins, G. & Haep, A. (2015). Social learning and rational-emotive education: An exploratory investigation of students' perceptions. Psychology, 6, 1096-1107. DOI: 10.4236/psych.2015.69107.

(8) Unterstützung der Reintegration von Kindern und Jugendlichen von der Psychiatrie zurück in die  Schule (2008-2013)

Die Schnittstelle zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie und Schule war das Thema des fünfjährigen Kooperationsprojekts der Universität Duisburg-Essen, Fachbereich Bildungswissenschaften und der Kinder- und Jugendpsychiatrie Essen-Werden. Die RWE-Jugendstiftung förderte das Projekt über zwei Jahre. Schüler/-innen werden nach ihrer Entlassung aus der Psychiatrie zurück in die Schule begleitet. Auf diesem Weg sollten Probleme in der Reintegration entdeckt und Lösungen entwickelt werden. Interessierte Studierende konnten hier mitarbeiten; sie bauten eine Beziehung zu einem Jugendlichen vor der Entlassung aus der Psychiatrie auf, entwickelten ein individuelles Reintegrationskonzept für die Zeit nach der Entlassung und setzten dieses um. Das Projekt war ein Folgeprojekt des Forschungsprojekts "Guter Unterricht für kranke Kinder". Das Projekt wurde jahrelang von Verena Welling und Dr. Pia Weber koordiniert.

Einen guten Überblick über die Forschung gibt:

  • Steins, G., Weber, P. & Welling, V. (2013). Von der Psychiatrie zurück in die Schule - Reintegration bei Schulabsentsimus. Materialien, Konzepte, Begründungen. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften/Springer.

(9) Classroom Management (2011-2016)

In diesem Projekt erhielten Studierende des Lehramtes die Chance in kleinen Gruppen in alltagsnaher Praxis ihre Kompetenzen im Classroom Management zu entwickeln. Das Projekt war ein Baustein des Teilprojekt Identitäts- und Rollenfindung/orientierung des Bund-Länder-Programms für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre (2011-2016). Als Basis für die Arbeit mit den Studierenden wurden die Erkenntnisse des Lions Jubiläumsprojekt Emotionale Erziehung eingesetzt. Es wurde mit Jugendlichen und Kindern unterschiedlicher Kooperationsschulen gearbeitet. An unseren Kooperationsschulen (Primar- und Sekundarstufe) wurde von Studierenden der Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Bildungswissenschaften, die Unterrichtsreihe "Soziales Lernen" im Team-Teaching durchgeführt.

Einen guten Überblick gibt:

  • Steins, G., Haep, A. & Wittrock, K. (2015). Technology of the Self and Classroom Management - A systematic approach for teacher students. Creative Education, 6, 2090-2104. DOI: 10.4236/ce.2015.619213.
  • Steins, G., Wittrock, K., & Haep, A. (2015). Contents of Classroom Management: What is necessary, what is possible, how Is it done at school? Creative Education, 6, 2045-2062. Doi: 10.4236/ce.2015.619210.

(10) Wirkung von Erziehungsberatung (2014- 2015)

Abgeschlossenes Projekt

Im Auftrag verschiedener Träger der Stadt Essen von Erziehungsberatungseinrichtungen wurden die Wirkfaktoren des Beratungsprozesses exploriert. Das Ziel war es Rückmeldung über die längerfristig wirkenden Wirkfaktoren im Beratungskontext zu bekommen und den eigenen Beratungsprozess zu reflektieren und gegebenenfalls zu verändern. Koordination und Durchführung des Projektes oblag einem kollaborativen Verfahren zwischen der Arbeitsgruppe Wirksamkeitsforschung der beteiligten Erziehungsberatungseinrichtungen sowie der Arbeitsgruppe Allgemeine Psychologie und Sozialpsychologie der Universität DuE, vertreten durch Julia Zingsem und Gisela Steins. Die Ergebnisse wurden erstmalig auf einer gemeinsamen Tagung vorgestellt, die am 3. September 2015 im neuen Hörsaalgebäude der Universität Duisburg-Essen, Campus Essen, stattfand.