Aquatische Ökologie

Libellenatlas NRW

Das LWL-Naturkunde-Museum in Zusammenarbeit mit vielen ehrenamtlichen Forschern einen umfangreichen Libellenatlas veröffentlicht, der die 73 in Nordrhein-Westfalen vorkommenden Libellenarten vorstellt und beschreibt.

Neben Arten-Steckbriefen und vielen Bildern zeigt das der Libellenatlas auch Verbreitungskarten der Tiere.

Libellenatlas Webseite

Bericht auf der WDR Webseite

Erster Wiederansiedlungsversuch erfolgreich durchgeführt

Die Abteilung aquatische Ökologie der Universität Duisburg-Essen hat in Zusammenarbeit mit der AG Gewässerökologie & Naturschutz der Universität Oldenburg erfolgreich den ersten Umsetzungsversuch einer Makrozoobenthosgemeinschaft in Deutschland durchgeführt.
Für dieses Experiment wurden in einem Spendergewässer in der Kirchheller Heide Laubsäckchen als Besiedlungssubstrate für 4 Wochen ausgebracht. Diese Laubsäckchen wurden in einer konzertierten Aktion von 14 Helfern vorsichtig entnommen und zum Empfängergewässer in der Nähe von Düsseldorf transportiert und dort anschließend vorsichtig wieder ausgebracht.
Eine Doktorarbeit und mehrere Masterarbeiten dokumentieren dabei wissenschaftlich die einzelnen Arbeitsschritte und prüfen die Vitalität der umgesetzten Makrozoobenthosgemeinschaft.
Dieser erste Umsetzungsversuch ist Teil eines 3-jährigen Projektes in dem die Möglichkeit einer Umsetzung einer gesamten Makrozoobenthosgemeinschaft von einem vitalen Gewässer in ein verarmtes Gewässer getestet und evaluiert wird. Dieses Pilotprojekt leistet somit einen Beitrag, um im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie verarmte Gewässer mit natürlichen Lebensgemeinschaften wieder zu besiedeln.

Einige Impressionen von den Arbeiten sehen Sie hier:

Studie der Arbeitsgruppe Aquatische Ökologie im Rahmen des EU-Projektes BIOFRESH

Natürliche und anthropogene Einflussfaktoren der aquatischen Biodiversität lassen sich oft nicht trennen

Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Arbeitsgruppe Aquatische Ökologie, die im Rahmen des EU-Projektes BIOFRESH durchgeführt wurde. Ziel der Studie war es, den Einfluss der menschlichen Landnutzung und Bebauung auf die Diversität von insgesamt elf Organsimengruppen (u.a. Fische, Amphibien, Insekten, höhere Pflanzen) zu quantifizieren. Ein internationales Forscherteam untersuchte dazu Biodiversitätsdaten zu Flüssen, Seen, Auen und Feuchtgebieten, Teichen und Grundgewässern aus ganz Europe. Die Ergebnisse sind trotz der unterschiedlichen Charakteristik der betrachteten Ökosysteme eindeutig: natürliche Einflussfaktoren wie Temperatur, Niederschlag oder Höhenlage wirken zusammen mit anthropogenen Landnutzungen und bestimmen somit gemeinsam die Diversität der Organismen. Dabei lassen sich die Einflüsse nicht vollständig trennen, zumal nicht, wenn man auf kontinentaler Ebene analysiert. Das Ergebnis mag zunächst trivial erscheinen, liefert bei genauerer Betrachtung jedoch wichtige Hinweise für zukünftige Studien zur aquatischen Diversität. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Ecological Indicators erschienen.

Sogenannte Substratexponate nach dem Vorbild natürlicher Holzlagen im Bach

Ziel: Gewässertypische Arten an Bächen aktiv wieder ansiedeln

Forschungsprojekt entwickelt "Wohnmobile" für Insekten

Tierarten in einer Art "Wohnmobil" in ihre natürliche Umgebung an Bächen zurückbringen und dort wieder ansiedeln: Das ist Ziel eines neuen Forschungsprojekts unter der Leitung der Oldenburger Gewässerökologin Prof. Dr. Ellen Kiel mit Beteiligung der Abteilung Aquatische Ökologie der Universität Duisburg-Essen. Drei Jahre lang werden im Auftrag des nordrhein-westfälischen Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) geeignete Methoden für die Wiederansiedlung von Insekten und anderen Wassertieren entwickelt.
Bäche und Flüsse dienen dem Menschen seit Jahrhunderten in vielfacher Weise. Man nutzte sie als Trinkwasserlieferant ebenso wie zum Beseitigen von Brauchwasser. Als zentrales Element ausgeklügelter Drainagesysteme halfen sie, Wasser aufzunehmen und abzuführen, und ermöglichten dem Menschen vielerorts erst dadurch die Besiedlung und Bewirtschaftung nasser oder zeitweise überfluteter Gebiete.

Weit jünger ist das differenzierte Wissen um die Ökologie aquatischer Systeme und die negativen Effekte einer rein funktionalen Betrachtung und Bewirtschaftung von Gewässern. Allerdings reichen für eine erfolgreiche Renaturierung allein eine verbesserte Wasserqualität und Gewässerstruktur nicht aus, wie Studien belegen. Auch die gesetzlich vorgeschriebene Bewertung von Fließgewässern zieht somit die jeweils spezifischen Tiergemeinschaften als zentralen Indikator für das "ökologische Funktionieren" und die Qualität von Wasserläufen heran. "Die gewässerspezifische Fauna fehlt oft in ‚kaputten‘, lange malträtierten Bächen und kehrt eben nicht immer von selbst dorthin zurück", sagt Kiel.
Daher beauftragte das LANUV nun die Universität Oldenburg mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt, um typischen Arten kleiner und mittlerer Bäche bei der Wiederansiedlung in ihrem natürlichen Lebensraum zu helfen. In dem Projekt in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen und mehreren regionalen Wasserverbänden können Kiel und ihr Team bereits auf Erkenntnisse früherer Arbeiten zurückgreifen. Gemeinsam mit Studierenden der Umweltwissenschaften und Landschaftsökologie haben sie eine geländetaugliche Methode entwickelt, die zugleich wissenschaftlichen Standards genügt.

Die Studierenden verglichen in Feldstudien und Abschlussarbeiten etwa unterschiedliche Materialien wie Holz oder Kies, die eine intakte Bachsohle charakterisieren. Mithilfe von Netzmaterial lassen sich daraus kleine Päckchen schnüren, die etwa Eintags- und Köcherfliegen oder Käfern als Transportmittel zu einem neuen "Wohnort" dienen. Weitere Vorstudien erprobten etwa, wie und wie schnell sich die tierischen "Probanden" am besten wieder aussetzen lassen und verglichen Besiedlungserfolge im zeitlichen Verlauf. Dabei zeigte sich, dass die gewässertypischen Tiere die "Umzugsangebote" gut annehmen. Darauf aufbauend kann das Biologen-Team im neuen Projekt nun gezielt Materialien für "Wohnmobile" auswählen, um etwa Larven verlustfrei zu einem bestimmten Gewässer transportieren und dort ansiedeln zu können.

Wien/Berlin/Essen/Brüssel

Erste europaweite Informationsplattform für Binnengewässer online

Vier europäische Forschungseinrichtungen haben eine Onlineplattform veröffentlicht, die erstmals Informationen und Ergebnisse aus der Süßwasserökosystemforschung bündelt. Sie stellt Daten und Kartensysteme frei zugänglich zur Verfügung und soll neue Forschungsansätze auf diesem Gebiet anregen. Die Plattform bietet damit eine einzigartige und umfassende Wissensgrundlage für ein nachhaltiges und evidenzbasiertes Management unserer bedrohten Binnengewässer und der Ressourcen, die sie bereitstellen.

www.freshwaterplatform.eu

Durch Verschmutzung, Landnutzung und Klimaveränderungen geraten Binnengewässer und ihre biologische Vielfalt in ganz Europa zunehmend unter Druck. Zahlreiche Forschungsprojekte haben sich deshalb in den letzten Jahren mit den Ursachen und Folgen für Flüsse, Seen und Feuchtgebiete befasst und Renaturierungsstrategien für sie entwickelt. Trotz der Fülle an potenziell vorhandenen Informationen und Daten sind diese für die Öffentlichkeit, politische Entscheidungsträger, Behörden und Wassermanager nur schwer zugänglich. Das liegt zum Teil daran, dass Forschungsdaten nicht immer systematisch publiziert werden bzw. in einer Fülle von unterschiedlichen wissenschaftlichen Publikationen und Projekt-Webseiten eingebettet sind.

Um diesen Umstand zu ändern haben die Universität für Bodenkultur in Wien, die Universität Duisburg-Essen, das Königliche Belgische Institut für Naturwissenschaften in Brüssel, sowie das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin ein neues Informationsportal entwickelt. Auf der nun eingeführten „Freshwater Information Platform“ (www.freshwaterplatform.eu) werden Ergebnisse verschiedener abgeschlossener und laufender Forschungsprojekte zusammengefasst und öffentlich zugänglich gemacht. Die Plattform setzt sich aus mehreren komplementären Teilen zusammen, die entweder einen leichten Zugriff auf Originaldaten ermöglichen oder eine Zusammenfassung von Forschungsresultaten in leicht verständlicher Weise bieten. Alle Inhalte werden laufend aktualisiert und ergänzt.

Ausführliche Pressemitteilung

Beteiligte Institutionen und Kontakt:
Universität für Bodenkultur, Wien (Österreich), BOKU

Astrid Schmidt-Kloiber (astrid.schmidt-kloiber@boku.ac.at), +43 1 47654 5225

Universität Duisburg-Essen, Aquatische Ökologie (Deutschland), UDE
Daniel Hering (daniel.hering@uni-due.de), +49 201 183 3084 & Jörg Strackbein

Königliches Belgisches Institut für Naturwissenschaften, Brüssel (Belgien), RBINS
Koen Martens & Aaike De Wever (adewever@naturalsciences.be), +32 2 627 43 90

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Berlin (Deutschland), IGB
Klement Tockner (tockner@igb-berlin.de), +49 30 64181 601 & Vanessa Bremerich

Mehr auf www.freshwaterplatform.eu

Webseite

Deutschlands Natur – Pflanzen, Tiere, Lebensräume

Deutschlands Natur ist vielfältig und steckt voller Überraschungen. Als „online-Naturführer“ beschreibt deutschlands-natur.de die Lebensräume von der Küste bis zu den Alpen, ihre Pflanzen- und Tierwelt mit wunderbaren Fotografien und einer grossen Fülle an Informationen.

Wälder, Wiesen, Bäche, Seen: die Gruppen von Lebensräumen sind allgemein bekannt. Boden, Klima, Höhenlage und Nutzung führen jedoch zu sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Bergwälder aus Fichten und Tannen haben wenig mit Buchenwäldern des Tieflandes gemein, kleine Bäche unterscheiden sich grundlegend von großen Flüssen. Es werden eine Auswahl von Lebensräumen in Steckbriefen vorgestellt: Merkmale und Standortbedingungen werden ebenso berücksichtigt wie typische Pflanzen und Tiere. Darüber hinaus wird über aktuelle Themen der Natur und des Naturschutzes informiert.

www.deutschlands-natur.de