Stipendien greifbar machen

August-Wilhelm-von-Hofmann-Stipendium der GDCh
für Finn Rethemeier

Dein Können, dein Sprungbrett - Warum auch du dich auf ein Stipendium bewerben solltest.

Die Fakultät für Chemie gratuliert Finn zum August-Wilhelm-von-Hofmann-Stipendium der GDCh. Und wenn DU Interesse an einem Stipendium hast, dann lies jetzt unbedingt weiter!

 

© Florian Trauten - Marketing der Fakultät für Chemie

Tipps und Tricks zum Stipendium

Gute Noten öffnen dir vielleicht die Tür, um in die engere Auswahl des Bewerbungsverfahrens aufgenommen zu werden – sie aber sind nicht der Garant, das Stipendium auch zu bekommen. In der Auswahlkommission sitzen in der Regel Menschen, die neben überdurchschnittlichen Leistungen auch eine Persönlichkeit mit Profil suchen. Wer seine Stärken also nicht selbst strategisch arrangiert, überlässt die Interpretation dem Gutachter – und die Konkurrenz schläft nicht.

Mit Finn wollen wir die Kurzreihe "Stipenden greifbar machen" fortführen. Denn DU kannst das auch! Daher haben wir uns mit Finn zusammengesetzt und für Euch einen kurzen Leitfaden entwickelt, mit dem es dir vielleicht etwas einfacher fällt, den Bewerbungsprozess zu deinen Gunsten zu nutzen. Bitte sei dir aber im Klaren darüber, dass alles was du hier schreibst auch in einem Bewerbungsgespräch angesprochen werden kann!


© Florian Trauten - Marketing der Fakultät für Chemie

Phase 1: Dein Netzwerk aktivieren – Besorge dir ein Empfehlungsschreiben

Ein Empfehlungsschreiben ist kein bloßes „Formular“, das du abhaken musst. Es ist das wichtigste Fremdzeugnis deiner Bewerbung, es zeigt, dass du gut bist. Wenn du weißt, dass du bei Professor:innen positiv aufgefallen bist, dann geh proaktiv auf sie zu und besorge dir ein Empfehlungsschreiben.

  • Gezielt den Kontakt suchen: Ein standardisiertes Lob nützt dir nichts; du brauchst spezifische Details über deine Stärken. Suche persönlich den Kontakt und entwickelt dein Profil gemeinsam in einem Gespräch.
  • Nutze die Doppelperspektive: Du hast bei einer Hochschullehrkraft die Hochschulbank gedrückt und arbeitest bei ihr im Arbeitskreis. Hier kann dich jemand sowohl aus Dozierendensicht, als auch aus der Perspektive als Chef:in. Das ist dein Hauptgewinn.
  • Etwas Rückenwind schadet nicht: Das Gespräch kann dir konkret helfen, mehr Vertrauen in deine Fähigkeiten zu haben. Das positive Bild von dir existiert bereits und für Professorinnen zählen meist ähnliche Aspekte wie für die Gutachtenden später.


© Florian Trauten - Marketing der Fakultät für Chemie

Phase 2: Förderwerk(e) gezielt auswählen

Deine Biographie gibt dir ein Portfolio an Eigenschaften mit, die dich für einige Förderwerke besonders attraktiv machen. Beispiel: Das B-First Stipendium der Clausen-Simon-Stiftung fördert explizit Erstakademiker:innen (von denen kein Elternteil studiert hat). Weiterhin ist die Karrierephase in der du dich befindest relevant. Das B-First Stipendium der Clausen-Simon-Stiftung verlangt beispielsweise eine Bewerbung bis zum ersten Fachsemester, mit dem August-Wilhelm-von-Hofmann-Stipendium der Gesellschaft Deutscher Chemiker kannst du wie Finn auch noch gegen Ende des Bachelors gefördert werden. Andere Stiftungen fördern zu späteren Zeitpunkten (Master oder Promotion).

  • Tipp: Ziel ist es, dass die Soll-Anforderungen des Förderwerks bei dir zutreffen und ein größtmöglicher Overlap zwischen den Kann-Anforderungen und deiner Biographie besteht.


© Florian Trauten - Marketing der Fakultät für Chemie

Phase 3: Dein Motivationsschreiben

Ein überzeugendes Profil im Bachelor besteht nicht aus einer losen Aneinanderreihung von Zeugnissen, sondern aus einer stimmigen Gesamtkomposition.

  • Vom Lebenslauf zur Story (Kohärenz statt Auflistung): Betrachte deine Stationen niemals isoliert. Erzähle deine Geschichte. Es geht darum, deine Meilensteine so zu verknüpfen, dass deine Förderungswürdigkeit wie eine logische Konsequenz wirkt. Du hilfst regelmäßig deinen Großeltern bei der Bewältigung des Alltags? Du bist ehrenamtlich in einem Verein tätig? Das zeigt, dass du neben exzellenten Leistungen auch noch etwas für andere tust.
  • Identifikation des Alleinstellungsmerkmals: Frage dich nüchtern: Warum solltest genau du gefördert werden und nicht jemand anders mit einem reinen 1,0-Abitur? Hier ist alles erlaubt was wahr ist und dich besonders macht. Wer neben dem Chemiestudium mit exzellenten Noten noch weiteres Engagement in anderen Bereichen zeigt, zeigt zugleich Persönlichkeit, Profil, Leistungsbereitschaft und Durchhaltevermögen, kurz: Viel Potential.
  • Motivation aufzeigen: Es ist immer gut, wenn deutlich wird, was genau dich motiviert. Untermauere deine Motivation mit deinen bisherigen Entscheidungen im Studium oder auch Privatleben. Z.B. ist deine Tätigkeit als studentische Hilfskraft in deiner Geschichte kein simpler Nebenjob zum Geldverdienen, sondern der dokumentierte Beweis deines spezifischen Interesses.
  • Verkaufe das Geld als Werkzeug, nicht als Belohnung: Konzentriere dich auf den Nutzen: Die finanzielle Unterstützung ist kein Taschengeld, sondern hält dir den Rücken frei, damit das tun kannst, was deine Passion ist: Dich voll auf deine Forschung fokussieren.

Strategische Kontextualisierung, nutze deine Biografie als Hebel: Du hattest keinen akademischen Rückhalt zu Hause, der dir den Weg geebnet hat. Du hast dir den Weg über die Ausbildung selbst erarbeitet. Das zeigt der Auswahlkommission, dass du eine extrem hohe Eigenmotivation und Durchbeißerqualitäten besitzt. Wer sich ohne akademischen Hintergrund bis ins 4. Semester mit Top-Leistungen und AK-Mitarbeit durchkämpft, ist hochgradig förderungswürdig.


Wir hoffen, dass wir dir mit diesem kurzen Leitfaden ein bisschen die Hemmung nehmen konnten, dich auf ein Stipendium zu bewerben. Wenn du gut bist, dann versuche es! Wenn du scheiterst, mache es wie immer: Aufstehen und noch einmal versuchen. Die Konkurrenz schläft nicht. Wenn du nicht genommen wirst, dann nicht, weil du nicht gut bist, sondern weil sich die Auswahlkommission zwischen vielen herausragenden Menschen entscheiden musste.

 

Wir wünschen dir viel Erfolg auf deinem Weg zum Stipendium.