Catalyst GER

Forschung mit Wirkung: UA Ruhr startet Programm Catalyst GER

In der universitären Forschung steckt großes Potenzial für gesellschaftliche Innovation – Erkenntnisse, Ideen und Perspektiven, die das Vermögen haben, Herausforderungen unserer Zeit zu lösen und das Leben vieler Menschen zu verbessern. Wie Forschung aus den Geistes-, Gesellschafts- und Bildungswissenschaften hier ihre gesellschaftliche Wirkung sichtbar, nachhaltig und wirksam entfalten kann, mit dieser Frage, befasst sich die Pilotinitiative Catalyst GER.

Am 12. März bildete die gemeinsame UA Ruhr Auftaktveranstaltung zu Catalyst GER im UA Ruhr College for Social Sciences and Humanities den deutschlandweit ersten Auftakt. Als gemeinsamer Ort der Kooperation der drei UA-Ruhr-Universitäten im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften bot das College einen besonders passenden Rahmen. 

Mit Catalyst GER unterstützen die Ruhr-Universität Bochum (RUB), die Technische Universität Dortmund (TU Dortmund) und die Universität Duisburg-Essen (UDE) gemeinsam mit fünf weiteren Universitäten Forschende dabei, Anwendungsfelder für ihre forschungsbasierten Vorhaben zu identifizieren und tragfähige Modelle zu entwickeln, um mit ihren Erkenntnissen langfristig gesellschaftlichen Impact zu erzielen. Beispiele dafür können Weiterbildungs- oder Beratungsangebote, Social Entrepreneurship, oder die Berufung in politische Beratungsgremien sein.

Das Programm richtet sich an Wissenschaftler:innen aus den sogenannten SHAPE-Disziplinen. SHAPE steht hier für Social Sciences, Humanities, and the Arts for People, the Economy and the Environment und umfasst damit die Geistes- und Sozialwissenschaften sowie die Künste. Der Begriff unterstreicht zugleich, dass diese Disziplinen einen wichtigen Beitrag für Menschen, Wirtschaft und Umwelt leisten – wobei „People“ ausdrücklich auch die Gesellschaft als Ganzes einschließt.

Zum Auftakt betonten UDE-Rektorin und UA Ruhr-Sprecherin Prof. Barbara Albert, sowie die Prorektoren Prof. Achim von Keudell (RUB), Prof. Pedro José Marrón (UDE) und Prof. Gerhard Schembecker (TU Dortmund) die Bedeutung von Zusammenarbeit, interdisziplinärem Austausch und struktureller Unterstützung für erfolgreichen Transfer. In vielen Instituten und Einrichtungen finde bereits heute Transfer in unterschiedlichsten Formen statt. Häufig jedoch erhielten solche Initiativen noch nicht die nötige Sichtbarkeit oder es fehle an langfristigen Perspektiven. Gleichzeitig könne der Austausch mit Anwender:innen, Praxispartner:innen und Zielgruppen wertvolle Impulse für Forschung und Innovation liefern. 

Wie vielfältig gesellschaftliche Wirkung aus den SHAPE-Disziplinen aussehen kann, zeigte auch die anschließende Podiumsdiskussion. Prof. Lucia B. Amrhein vom Institut für Erziehungswissenschaften (Fakultät für Bildungswissenschaften, UDE) gab Einblicke in ihre Erfahrungen als Gründerin des Instituts Chancenrecht am Rhein. Prof. Matthias Sellmann vom Lehrstuhl für Pastoraltheologie (Katholisch-theologische Fakultät, RUB) teilte seinen Weg hin zur Gründung des Zentrums für angewandte Pastoralforschung (ZAP) und Dr. Corinna Schmidt vom Institut für Technologie, Innovation und Entrepreneurship (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, TU Dortmund) berichtete aus ihrer Praxis als Leiterin eines Kooperationsprojekts mit dem Jobcenter Osnabrück zu psychologischem Kapital. So wurde deutlich wie Transfer strukturell verankert werden kann. Auch eine begleitende Posterausstellung sowie digitale Kurzpräsentationen machten die Bandbreite bereits bestehender Aktivitäten sichtbar.

Zum Abschluss der Veranstaltung leiteten Julian Jantke, Frida Koslowski und Christoph Köller vom SHAPE Impact Kollektiv die Teilnehmenden in einem Workshop dazu an, sich anhand einer Audience Map bereits mit der Identifikation möglicher Zielgruppen für ihre Ideen oder Vorhaben auseinanderzusetzen.

Die Auftaktveranstaltung markiert den Beginn eines mehrstufigen Programms. Forschende können mit den digitalen „Discover“-Workshops niederschwellig einsteigen. Diese zwei-stündigen Workshops richten sich an Wissenschaftler:innen aller Erfahrungsstufen und vermitteln praktische Methoden, um Anwendungspotenziale der eigenen Forschung zu erkennen, relevante gesellschaftliche Akteur:innen zu identifizieren und erste Impact-Ideen zu entwickeln.

Termine der Discover Workshops:

  • 27. März, 10–12 Uhr (Deutsch)
  • 21. April, 13–15 Uhr (Englisch)
  • 29. April, 9–11 Uhr (Deutsch)

Weitere Informationen und die Anmeldung zu den Online-Workshops unter www.catalyst-ger.com

Catalyst GER ist eine gemeinsame Pilot-Initiative von acht Universitäten. Neben den Universitäten der UA Ruhr beteiligen sich: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Technische Universität München, Universität Heidelberg, Universität Stuttgart und Universität zu Köln. Das Programm wird gemeinsam mit dem SHAPE Impact Kollektiv umgesetzt, das die teilnehmenden Forschenden dabei begleitet, mögliche Anwendungsfelder ihrer Forschung zu identifizieren und nachhaltige Modelle für gesellschaftliche Wirkung zu entwickeln.

Ansprechpartner an der UDE: Patrick Krenz, patrick.krenz@uni-due.de